Duftender Honigapfel, spröde Schöne, launische Diva, roh ungenießbar, eingekocht ein höchst bezaubernder, den Gaumen überraschender Genuß: die Quitte.
Die meisten Rezepte sehen als Resultat Quittengelee vor, für das die Früchte samt Schale und Kerngehäuse weichgekocht werden, um den so entstandenen Saft durch Mull zu seihen, mit Zucker einzukochen und abzufüllen; bloß: mir sind die – in unseren Breiten wahnsinnig schwer erhältlichen – Früchte zu schade, um den Großteil davon auf den Kompost zu werfen, außerdem verkochen sie ohnehin zu einer sehr musigen Angelegenheit. Dies sei allerdings bitte nicht als Dogma zu verstehen.
Quittenmarmelade:
Quitten vom Flaum befreien, waschen, vierteln, vom Kerngehäuse trennen, schälen und in kleinere Stückchen schneiden. Die Früchte mit dem schneeweißen, intensiv nach Äpfeln? Birnen? Zitronen? duftenden Fruchtfleisch sind steinhart (also Vorsicht beim Verarbeiten!) und verfärben sich an den Schnittstellen fast unmittelbar braun, aber das gehört so.
Abwiegen und mit ein bißchen weniger als gleichschwer Zucker vermischen. Quitten enthalten sehr viel Pektin, deshalb muß man es mit dem Zucker nicht übertreiben; es muß noch nicht einmal Gelierzucker sein. Wer mag, kann noch ein bißchen Zitronensaft, Zitronenschale, Zimt etc. beifügen.
Sodann die Masse in einem richtig großen Topf zum Kochen bringen und unter ständigem Rühren und der eventuellen Beigabe von ganz wenig Wasser sprudelnd kochen, bis die Fruchtstücke weich und musig werden. Die Farbe der Marmelade verändert sich während des ca. halbstündigen Kochprozesses in ein tiefes Dunkelorange bis helles Korallenrot.
Sofort in saubere, heiß ausgespülte Gläser füllen (die Gläser bitte auf ein nasses Tuch stellen, damit sie nicht zerspringen), gut verschließen und auskühlen lassen. Anschließend an einem kühlen, dunklen Ort lagern (grundsätzliche Lagerfähigkeit: mehrere Monate bis Jahre, wird aber in der Praxis vorher aufgegessen).
Quittenmarmelade schmeckt (für meinen Gaumen) irgendwie leicht orientalisch, mollig-fruchtig, ein bißchen honigartig und eignet sich laut einigen Kochbuchautoren, Großmüttern und sonstigen kulinarischen Weisen neben ihrer Verwendung als Frühstückssemmerlaufstrich u.ä. auch hervorragend als Beigabe zu Wildgerichten.
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