Wo die Katze mit dem schiefen Gesicht wohnt, kann der krumme Hund gar nicht weit sein, da hat Vatern völlig recht. Und so hab ich es also wieder getan. Einmal mehr in diesem Theater: Ab- bis jenseitige Spontanlyrik in H-moll.
Es war einmal ein krummer Hund
(der Zusatz “krumm”, der kam aufgrund
der ausgeprägten Klautendenz des Viehs
Das nicht einmal im Lenz von seiner Unart ließ)
- Es war also der krumme Hund
sehr müd von einer Reise
Die ihn geführt in den Burgund
Wo er, dafür gibt’s aber keinerlei Beweise,
Ein Ei aus einer Küche stahl.
Auch daß der Koch zum Messer griff
und ein allseits bekanntes Liedchen pfiff
Als er den Hund brutal entleibte
Ist ein Gerücht.
Mehr nicht.
Der Hund, es war ein Labrador,
war eigentlich ein Lieber.
Wenn man nicht grad ein Metzger war
Oder ein Koch aus dem Burgund
Da wurde schnell zum Dieb er.
Es war einmal ein krummer Hund
Der eigentlich viel eher bunt
und etwas kleptomanisch war.
Was nie aus Bosheit oder Gier geschah
Sondern aus Hunger und Fadesse
Gelegentlich vielleicht aus Streß.
Und die Moral von der Geschicht?
Glaubt, Kinder, bloß dem Volksmund nicht!
