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MAdoppelT: Midnight Special im Porgy & Bess, 9. Juni 2007

MAdoppelT: vocals
Pierre: vocals
DJ Playmaka: turntables
Davoodi: keyboards
Albin Janoska: keyboards, bass
Alex Pohn: drums
Juci Janoska: vocals

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[das ganze Album gibt es da (klick!).]
zu MAdoppelT geht’s hier lang.]

Mann!

Warum mußten die Deppen, die blöden, sich eigentlich ausgerechnet Incubus nennen, ein Name, mit dem so jemand wie ich unmittelbar dramatisch gröhlende Hirnpygmäen mit Vokuhila, Leggings und geschmacklosen Tattoos assoziiert, und Musik, die man ins Reich der geistesgestörten Volldeppen verbannt und konsequent meidet?

Blöde Deppen, die.
Extrem leiwande Musik ist das nämlich!
Ich komm überhaupt nicht von Pantomime los. Der Typ kann wirklich singen. Die Typen können wirklich spielen. Verdammt, Mann!
Jahrelang ist mir das verborgen geblieben. Und das bloß, weil ich mir darunter immer ein paar zurückgebliebene Satanistengrunzer vorstellte. Die Ohren sollte man denen langziehen.

Und was mich sanft und sprachlos stimmt

Ich habe, quasi, geerbt.
Mozart, Die Zauberflöte, in einer nachgerade legendären Fassung aus 1964. Auf CD.
Evelyn Lear, Roberta Peters, Lisa Otto, Fritz Wunderlich, Dietrich Fischer Diskau, Franz Crass.
Dirigent: Karl Böhm.
Staatskapelle Dresden, Berliner Philharmoniker, Rias Kammerchor. Deutsche Grammophon.

Die Lieb’ versüßet jede Plage…
Danke.

verSTOCKt

Ein Song…

…der dich traurig macht: Baker Baker - Tori Amos. Macht mich nicht per se traurig, kann traurige Gefühle aber verstärken und ist daher in solchen Situationen unbedingt zu meiden – oder als Katharsiskatalysator zu verwenden.

…bei dem du weinen musst: Harvest Moon (Neil Young) in der fast schon unerträglich intensiven Voodoo-Version von Cassandra Wilson.

…der dich glücklich macht: Erykah Badu – Love of my Life.

…bei dem du sofort gute Laune kriegst: William Shatner - “You’ll Have Time”. “I hate to be the bearer of bad news, but you’re gonna die!”… besser kann man’s ja nicht auf den Punkt bringen. Und der durchgeknallte Chor tut sein übriges. Da muß ich einfach nur grinsen.

…bei dem du nicht still sitzen kannst: Jamiroquai – Black Capricorn Day. Spätestens wenn sich die Bläser präzise und glasklar über den dunkelrot kochenden und von lüstern schnappenden Gitarrenkrokodilen bevölkerten Groove-Sumpf erheben, ist es um mich geschehen. Egal, wo ich gerade bin. Yeah!

…der deiner Meinung nach zu kurz ist: Starting Over – Guy Klucevsek and Alan Bern. Könnte ich mich hineinlegen in das Lied. Muß ich immer wieder zum Anfang zappen, wenn es aus ist. Obwohl es 9:14 dauert.

…der dir etwas bedeutet: Beady Belle – Big Balloon. Gibt so magische Momente, in denen einen Musik am richtigen Fuß erwischt. Das war damals Liebe auf den ersten Blick. Äh, Klick. Ähm. Ton.

…den du ununterbrochen hören kannst: Mother’s Finest: Baby Love. MannMannMann!

…den du liebst: Muse – Butterflies & Hurricanes. Mit Rachmaninov-Intermezzo.

…den du besitzt, aber nicht magst: Ich besitze keine Musik, die ich nicht mag. Bin ja nicht blöd!

…dessen Text auf dich zutrifft: Red Hot Chili Peppers - Blood Sugar Sex Magik. Noch Fragen? ;)

…von einem Soundtrack: El Tango de Roxanne (Moulin Rouge) – Ewan McGregor, José Feliciano & Jack Koman. Jawoll!

…den du schon live gehört hast: Peter Gabriel - Here comes the Flood. Stadthalle, 2004. Erste Reihe. Gänsehaut-Feeling. Und Ged Lynch hat mich angelächelt! Trotzdem leider nicht Manu Katché. Aber man will ja nicht kleinlich sein. ;)

…der nicht auf deutsch/englisch ist: El ombligo del mundo – Jovanotti. Ich weiß zwar bis heute nicht, was der da singt, aber es fetzt. Tut es.

…der von einer Frau gesungen wird: Hooverphonic (Sit down and listen – die quasi unplugged Session) - Vinegar and Salt.

…eines Solokünstlers: Simple Pleasures - Bobby Mc Ferrin. Voll solo. Und geil auch.

…deiner Lieblingsband: Hihi, Lieblingsband. Hab ja so ca. 3-5. Sagen wir mal großzügig… hmmm, was hatten wir noch nicht… der Herr Sting mit „Brand New Day“, aber bittschön unbedingt live (Album: All this time). Yo. Möchten Sie jetzt losschimpfen und Sting bashen? Nur zu, es ist offen.

…aus deiner frühesten Kindheit: Night and Day - Frank Sinatra, und zwar unbedingt in der „My Cole Porter“-Version. Meine Güte!

…mit dem du dich identifizierst: Count Basic – Where did our love go. Live. Wenn Kelli ihre Geschichte erzählt, fühle ich mich einfach immer so, äh, verstanden. Hihi.

…den du deinem Schwarm vorsingen würdest: Midnight at the Oasis – The Brand New Heavies. Singe ich nämlich generell gern. Unter der Dusche.

…zum Küssen: Kiss – Prince. War klar. ;)

…zum Kuscheln: zum Kuscheln brauch ich keinen Soundtrack.

…der dich an deinen letzten Liebeskummer erinnert: „Bang Bang (My Baby Shot Me Down)“ - (Nancy Sinatra & Lee Hazlewood). Ist Äonen her. Aber echt.

…der von Sex handelt: Jane – Joachim Deutschland.

…der dich an einen Urlaub erinnert: Da Juchitzer. Hubert von Goisern. Mitten in der libyschen Sahara, im Akakus. Nur Sand und Sternenhimmel und absurde Felsen und ein Ungetüm von Lastwagen und die live aufgeregt-ekstatisch-verkühlte Stimme der alpinen Sabine und die kitschigen Streicher und das kitschige Akkordeon und die voll leidenschaftliche Trompete. Irgendwann im vorigen Jahrtausend. Hat sich mir mit all dem Theaterdonner eingebrannt. Irgendwie.

…der dir peinlich ist, dass du ihn gut findest: Also nein. Was ich gut finde, finde ich gut.

…den du gerne beim Aufstehen hörst: I Can’t Stand It - Les McCann.

…zum Einschlafen: Ach, ich schlafe ganz gern soundtracklos ein…

…den du gerne beim Autofahren hörst: Nur der Mond – Edo Zanki

…der dir schon mal in einer Situation geholfen hat: Raining in Baltimore. The Counting Crows. Als Katalysator. So tränentechnisch.

…dessen Video du als letztes im Fernsehen gesehen und überraschend gut gefunden hast: Ich guck nicht fern.

…den du immer wieder hören musst: Eine Nummer namens „Pain“. Gesungen von einem extremst begabten Vokalisten, der irgendwie nicht wahrhaben will, wie genial er ist.

…der dich nervt: Wie gesagt… kein TV, kein Radio. Ich laß mich nicht zwangsbeschallen. Ich laß mich gehen und bin frei und laß mich nicht nerven. Yeah.

…der dich rasend macht: Rasend vor Freude: Hit The Road To Dreamland – Jane Monheit. Oh. mein. Gott.

…den du von einer/m Freund/in lieben gelernt hast: Little Sister – Queens of the Stone Age.

…den du magst, aber die Band nicht: Hmmmmm. Fehlanzeige..

…den du gerade hörst: Send it on - d‘Angelo

…einer Band, die es nicht mehr gibt: The Beatles: Because.

Wissen wollen tät’ ich’s ja wohl von so manchem. Aber staffettenlaufphobische Menschen läßt man generell in Ruhe. Gepflückt hab ich es da.

Wiedersehensfreude…

time is never time at all
you can never ever leave
without leaving a piece
of your youth

So ca. zehn Jahre ist das her, daß ich mit Mellon Collie and the Infinite Sadness Bekanntschaft gemacht habe. Dann haben wir uns lang nicht mehr gehört, die Smashing Pumpkins und ich, weil das waren ja damals noch die Ausläufer der Zeit, in der man sich CDs auf Kassetten zu überspielen pflegte, und die Kassetten, die wurden immer recht schnell unbrauchbar, vor allem, wenn man sie viele Male im Auto abspielte. Vorige Woche habe ich diese CD geordert, heute ist sie, den merkantilen Amazonen und der Post sei dank, in meinem Briefkasten gelegen.

Die Musik ist viel grandioser, als ich - mit der leichten Angst, daß der nostalgieverbrämte Lack ein bißchen ab sein könnte -, angenommen hatte. Perlen. Sehr bombastisch, sehr zerbrechlich, sehr zornig, sehr brachial, larmoyant bisweilen, durchaus mit dem Mut zum Kitsch - kurz: sehr herzergreifend, seelenerwärmend und schon ziemlich weltbewegend für eine alte Soulsau wie mich. Schimpfen Sie mich an dieser Stelle ingeheim ruhig Kitschsau oder dumpfbackige Kommerzschlampe, das ist mir vollkommen egal. Und außerdem als Zugabe noch eins der schönsten Covers Schrägstrich Booklets, die ich kenne.

the impossible is possible tonight
believe in me as i believe in you
tonight

Perlen vor die Soulsau!

Ich mag mir ja so kranke Funk-Dinger nämlich sehr, sehr gern in die Steigbügel hämmern lassen, vor allem an einem Tag wie heute, an dem einfach nur alles stimmt… und dein nasaler Sprechgesang, Anthony, der macht mich irgendwie einfach gaga, und dein Baß, Flea, der fetzt ohne Umweg ins Zentralnervensystem und tut da sehr, sehr unanständige Dinge, und auf euren irgendwie verkrachten, dreckigen Sound steh ich sowieso, und Stadium Arcadium ist meines Erachtens eine ganz, ganz geile Geschichte, vor allem wenn ihr dieses schiebende, drängende, hypnotische, animalische Ding bringt, das nur ihr könnt (Hump de Bump, She’s only 18, Especially in Michigan, Warlocks, Storm In A Teacup, Turn It Again), und der Rest, der ist wie immer ein bißchen sehr larmoyant und dank deiner (nix für ungut: ungefähr eine Quart umfassenden) Range, Anthony, ziemlich monoton, aber trotzdem halt irgendwie versponnen genug, daß mir schon nach dem ersten Durchgang klar ist, daß dieses derzeit geborgte Album irgendwann demnächst gekauft wird, also deshalb:

Danke, Red Hot Chili Peppers. Ihr seid und bleibt Sex für die Ohren.

Post aus Hamburg…

Offengestanden bin ich, was Musik anbelangt, eine äußerst sture und missionsresistente Person. Es gibt nur wenige Menschen, von denen ich Empfehlungen annehme, weil mich ihr Geschmack interessiert. Vor allem habe ich gegen alles, was sich in das so zerschlissene wie hippe Mäntelchen Indie oder von mir aus Alternative hüllt, gröbste Vorurteile. Musik mit Hornbrille, das, was in Österreich “FM4-Musik” genannt wird, Musik, die sich Leute anhören, um sich vom - in ihren Augen - indiskutablen Rest der Menschheit abzuheben, nicht weil sie ihnen gefällt; “Ich bin so anders als ihr”-Musik verursacht mir Sodbrennen und ärgste Verachtungstendenzen, die sich gegen das dumpfbackige Zielpublikum richten.

Unter anderem aus diesem Grund beißt man bei mir ganz offengestanden generell auf Granit, wenn man mich mit selbst zusammengestellten Samplern zu beglücken versucht. Ich fürchte geschmackliche Peinlichkeiten genauso wie missionierendes Hervorkramen angeblicher Kostbarkeiten und gebe solchen Geschenken nur in sehr schwachen Momenten eine Chance - um mich anschließend innerlich darüber lustig zu machen und das Ding schnell in die Rundablage zu befördern. So bin ich halt nun einmal.

Heute kam ein Päckchen. Luftpost. Mit einem kurzen, herzlichen Brief und einer selbstgebrannten CD.
Dieses Mal war ich ausgesprochen neugierig, wenngleich durchaus mißtrauisch, wie ich gestehen muß, und so fand sie, kaum daß ich mir den Mantel ausgezogen hatte, den Weg in den CD-Player, der sie zunächst nicht spielen wollte. Nach langem guten Zureden (und der einen oder anderen Drohung, ihn aus dem Fenster zu werfen) hat er sie schließlich doch noch angenommen.

Und da sitze ich jetzt und höre Perlen und bin wirklich berührt. Kriegt einen Ehrenplatz in meiner Sammlung, die CD…

Was soll ich sagen?
Danke, Opa.
Danke, Ole.

Monumental, aber wie!

Alt ist er. Ehrwürdig klingt schlüssiger. Rührend ist er auch, wie er sich untestützen läßt von seiner Band, die ihn längst in die Tasche steckt - oder auch nicht… (ich vermeinte durchaus weiße Köpfe ausgemacht zu haben unter den Musikern), und wissen tut er, wovon er redet, wenn er seinen Gitarristen jüngeren Alters coram publico anherrscht, mit seiner lispelnden, zerbrechlichen Altherrenstimme: “Do you know B.B. King?” “Ah.. yes.” “DO YOU KNOW B.B. KING??” “Yes!” “ARE YOU ABLE TO GET DOWN LIKE B.B. KING?” “YES!!!”
Oh, und der junge Gitarrist kann downgetten, das glaubst du nicht! Und James Brown, wenn er singt, das kann dir glatt die Tränen in die Augen treiben. Gibt’s doch gar nicht, das!
Ansonsten: Eine sehr fette Band, Schlagzeug, Percussion, Baß, drei Gitarristen, ein Gebläse, daß es dir den Himmel über dem Kopf wegreißt, vier ungemein lässige Background-Miezen, zwei völlig enthemmte Tänzerinnen, eine irgendwie hervorgehobene Rothaarige, die den Blues mit der Muttermilch getrunken hat, Grooooooove, Funk, Soul, was das Zeug hält, und ein MC, der immer dann einspringt, wenn der Godfather sich ein bissl ausrasten muß, weil er zuvor in juveniler Manier ausgerastet ist.

Alles in allem irgendwo zwischen Poposchwingen und Staunen und Ergriffenheit, aber ziemlich gerafft, nämlich grad einmal gute eineinhalb Stunden, zwischen 20-irgendwas und 21.45h, als die Lichter angehen, während das Publikum noch tobt und nach Zugaben schreit. Der Gottvater muß ins Bett. Man versteht das. Wirklich.
Alt ist er. 73. Zerbrechlich ein bißchen in seiner purpurroten Kluft, aber wenn er tanzt…! Ein sauguter Bandleader, noch immer, und wenn er singt, da möchtest du niederknien. Ist das die Möglichkeit? Die Show: durchgestylt bis ins letzte Detail. Wann hat man sowas je gesehen und gehört? Wahnsinn!

Frau Schluchtenscheißerin hält fest: das werd ich dereinst meinen Enkeln erzählen. Ich hab James Brown gesehen. Live! Ich meine.. hey! Ich … hab… James… Brown… live… gesehen!!

Sooooooo genial!

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Irony

What is good when the sun is shining
Is that it won’t remain
Every cloud has a silver lining
But I prefer the rain

Leaving loopholes is a state of mind
To never give one’s all
Every winter has a spring behind
But I prefer the fall

When God closes a door he opens a window
When joy embraces your heart it cultivates sorrow
This is the beauty of irony

What makes the foxglove wonderful
Is the virulent sap
Every lamb is dyed-in-the-wool
But I prefer the crap

What is boring in Easy Street Town
The lack of obstacles in the way
Every stair leads you up or down
But I prefer to stay

When God closes a door he opens a window
When joy embraces your heart it cultivates sorrow
This is the beauty of irony
This is the beauty of irony
This is the beauty of irony

[Beady Belle: Irony]

Me’shell, du Gurke!

An und für sich ist es eine saugute Nachricht, daß Me’shell Ndegeocello nach Wien kommt.

Allerdings verliert diese Information jeglichen Wert, wenn man mit gesträubtem Nackenfell lesen muß, daß der Auftrittsort der kleine Jazzclub eines berühmten Österreichers im Keller des großen Hauses einer internationalen Hotelkette mit mehreren Sternen ist, wo man während der Konzerte wunderhübsche Häppchen mit phantasievollen Namen speist und die Servierkörper herumkommandiert, um Cocktails anzuschleppen.

Hätte es nicht einfach das ungleich sympathischere Porgy & Bess sein dürfen, wenn die Künstlerin schon nicht bereit ist, in die volksnahen Niederungen einer ((szene)) oder meinetwegen eines Reigen herabzusteigen? Trägst du dein Näschen so hoch, meine Gute, oder was ist da schief gelaufen?

Me’shell, du Gurke, ich bin sauer. Und 30 Euro löhn ich sicher nicht, um deine Künste im Vogelland bewundern zu dürfen. Auch wenn ich dich echt verdammt gern live gesehen hätte.