Archiv für die Kategorie 'soulig'

Voll im Fluß

Wenn die Autorin Wasser an den Ballen hat, war sie in diesem Fall noch nicht einmal im Hallenbad…
… sondern im Urlaub. Der ja leider irgendwie immer viel zu schnell vorbei und so, aber der Sommer hat ja erst richtig angefangen, und außerdem werden ohnehin diverse Pläne geschmiedet, die mit der Unbewohnbarkeit der Städte genauso viel zu tun haben, wie mit der Schwärmerei für die Natur. Womit ich jetzt nicht nur einen Schüttelreim, sondern auch Brecht eingebaut hätte. Was durchaus zufriedenstellend ist, dafür, daß die Uhr schon 01:38 zeigt.

Als kleine Vorschau auf eine wie üblich monströs viele Bilder enthaltende, noch online zu stellende Dahoam-Fotostrecke mit Vatern, Katzen, Flugzeugen, Blumen, Bergen, Kreissägen, Herrn Ad und natürlich Füßen präsentiert die Autorin an dieser Stelle also… Füße. “Linker Fuß mit Schwebfliege”, und “Nasse Füße” , beide Werke: 750 x 500 Pixel. Der normale Blogbetrieb wird in den kommenden Stunden wieder aufgenommen. Klicken Sie für groß, wenn Sie sich trauen.

Linker Fuß mit Schwebfliege

Nasse Füße

dahoam (4)

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[zum Vergrößern bitte in ein Bild klicken, Navigation (vor/zurück) innerhalb der Lightbox.]
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aufwärts!

Auch wenn es eine Form des kollektiven Selbstbetrugs ist und die gelernten Nörgler alle Jahre wieder das tun, was sie am besten beherrschen, sich aufregen, daß ihre Funkuhren sich wieder einmal umgestellt haben und quengelnd “Abschaffen” fordern: ich liebe die Sommerzeit! Ich liebe die Lebensqualität durch den immer wieder so erstaunlichen wie bitter notwendigen Zugewinn dieser einen Stunde. Mehr Licht, nicht im erbsenzählerischen Sinn, und nach der beschwerlichen Umquerung dieses garstigen Eismeeres der dunklen Jahreszeit endlich Land in Sicht. Ein Aufschwung. Und wenn etwas abgeschafft gehört, dann kann es wohl doch nur die Normalzeit sein, und wenn die Hüter der Welt das nicht verstehen können, liegt es nur daran, daß sie so schrecklich normal und korrekt - und im Sinne eines dicken Bretts vor ihrem Hirn beschränkt - sind und hinter der unempfindlichen Kruste ihrer Gewohnheiten das Fühlen längst verlernt haben. Und das Freuen. Wenn sie zu sowas in der Art überhaupt je fähig waren. Für mich schön: der blühende Baum hinter dem Maschendrahtzaun. Andere hätten das Bild weggeschmissen, der Schatten wegen. Es ist alles andere als perfekt. Für mich symbolisiert es die Demarkationslinie zwischen dem vergangenen Winter und dem kommenden Sommer. Und schnurren könnt’ ich vor Behaglichkeit.

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Es lenzt!

Oh März! Oh Regen! Weiches Wasser, das aus dem Himmel fällt und sogar in den Beton-Canyons der Stadt nach Geheimnissen duftet, die halb so alt sind wie die Zeit, nach fetter, schwarzer Erde, nach dem schamlos exhibitionistischen Geburtsakt der Knospen, die sich überall aus grauem Winterholz kämpfen wie neugierige Tiere, mit schläfrigen Augen wie die von neugeborenen Kätzchen, halbgeschlossen und zart; überhaupt: das März-Tier! Wer nicht ganz blind und taub ist, spürt es als ein Ziehen, das seinen Brustkorb weitet und seinen Blick schärft - als wäre alles, was lebt, in einen kollektiven Fruchtbarkeitsritus verfallen, wo die galoppierenden Hufe des Frühlings Funken schlagen, wo sein rauher Atem, der noch nach Schnee riecht und trotzdem schon den winzigen Hauch einer Ahnung von Lindenblüte und der paradiesischen Großzügigkeit des Frühsommers in sich trägt, das Federvieh verwirrt und zu stringentem Gezwitscher animiert. Alle Jahre wieder kaum zu glauben. Ein armer Narr, wer heute einen Schirm mit sich herumträgt, anstatt sein Gesicht in diesen Wasser gewordenen Aufbruch zu halten!

Und an so einem Tag kann es passieren, daß du in der Straßenbahn stehst, Ameisen im Popo, und ganz unwillentlich lächeln mußt, ein auf den ersten Blick vielleicht nicht erkennbarer Archetypus von einem Lächeln, ein grundloses, vergnügtes nach-innen-lächeln, das dir selber nur auffällt, weil du im Epizentrum stehst und es sich wellenförmig auf die anderen Fahrgäste ausbreitet. Der narrische Kastanienbaum sogar im zerfurchten Antlitz der alten Dame da drüben. Und sieh dir andre an. Es ist in allen. Jajaja! Dochdoch. Man muß es ausdrücklich festhalten: Es lebe der Frühling!

07. 03. 07

Come from way above...

Zwei Verrückte, eine unmögliche Situation und der Segen der Luftfahrt…

Theorise me
Then realise me
Take me from reality into a thing of dreams

Make me a believer..
Make me a believer

Netiquette in der Schreibfabrik

Von: Bereichsleitung
Datum: Mittwoch, 27. Februar 2008 15:31
An: Lektorat

Sehr geehrte Frau Professor,

IP behauptet u.a., daß das Interview keinerlei redaktioneller Bearbeitung unterzogen wurde. Ich kann nichts NEGATIVES finden - dies sagt aber nichts !
Daher würde ich Sie ersuchen, das Interview durchzulesen - ob nicht doch noch irgendwo ein Fehler enthalten ist.
Kann ich mit dem Ergebnis bis MO, 3.3. rechnen ?

Inniglichste Verbundenheit und mögen die Götter Ihnen wohl gestimmt sein !
(Signatur)

…ich steh ja total auf sowas. :)

Operation Färd…

… geglückt. (Beachten Sie den gar nicht. Insider.)

dahoam

Letztes Wochenende war es also soweit: die Eltern - Ad, Ad - Eltern-Sache stand an, wobei ich sagen muß, daß ich auch nicht den geringsten Hauch eines Zweifels an der gegenseitigen Sympathie hegte. Auf einer kleinen Überlandfahrt durchs bezaubernde Österreich stimmten wir uns mit Musik von Hubert von Goisern (Fön) und St. Marx (Schlachthaus) auf das schöne Salzkammergut ein. Ab Linz setzte dann zur weiteren Einstimmung nebst Dämmerung auch der landestypische Nieselregen ein, für den die Welterberegion als “Dachrinne Europas” so bekannt wie beliebt ist.

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[hier sind wir irgendwo in der Gegend des Heiligen Pölten]

Im Anwesen der Familie Atz. war Muttern schon mit der Zubereitung einer Gefüllten Kalbsbrust nebst Petersilerdapferln, Reis, Erbsen und fünf verschiedenen Salaten zugange; eine kulinarische Angelegenheit, die so unwiderstehlich ist, daß daraus unmittelbar der Schluß gezogen werden muß, daß Herr A. - dem mütterlichen Instinkt sei’s gedankt - schon vor dem tatsächlichen Kennenlernen bereits als voll integriertes Familienmitglied betrachtet und inniglich gemocht wurde. Eine Tatsache, die sich auch nicht ändern sollte, vielleicht, weil die beiden sich so schön übers Schwammerlsuchen austauschen können. :-)

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[hier sieht man die wie gewohnt bezaubernde Autorin mit einem Halogen-Strahler, was aber nichts mit der o.a. Kalbsbrust zu tun hat]

Genächtigt wurde - nach einem kleinen Rundgang im nebelig-pittoresken Ortszentrum und einem beschaulichen Abend mit Eltern, Apfelstrudel und Kampfkatzen - im Blockbohlenhaus Toronto, das durch wunderbare Heimeligkeit besticht und nur einen einzigen Nachteil hat: wenn man nachts pinkeln muß und draußen Winter ist, kommt man mit Schüttelfrost wieder. Das kann man allerdings leicht wegstecken, wenn man sich dafür die Tapferkeitsmedaille verleihen läßt. Da das Wetter anderntags eher … naja, sehen Sie selbst:

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war, blies man die die geplante Fuchsjagd ab verfügten sich Herr A. und Popvatern mit einer menschheitsbewegenden Theorie (ich glaube, es ging um das Drucken von CD-Hüllen) ins Rechenzentrum…

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…während ich selbst die Reifen wechselte, was durchaus schon an der Zeit war.

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[alle vier. Ganz allein. Ungelogen!]

Der beinlose mitteleuropäische Kurzhaarhaselkater Josef überwachte die Aktivitäten jedenfalls lässig wie immer von seinem Platz auf dem Sofa aus.

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Gestärkt von Vaterns Spezialität “Forum Romanum”, mit Schinken und Käse überbackene Koteletts, die zuvor in einer streng geheimen Marinade ziehen, machten wir uns schließlich winterbereift, vergnügt und bei anhaltendem Starkregen wieder auf ins Palais Focky, diesmal sogar Radioklängen lauschend. Bleibt zu sagen: Zu Weihnachten kommen wir wieder! :)

[Alle Fotos bis auf IMG_8807k © Herr Ad; zum Vergrößern bitte ins Bild klicken]

Lesen, leben

Im Schilf ist vielleicht gerade ein Mord passiert (die Wahrheit versteckt sich auf den folgenden Seiten). Der empfohlene Topfenwickel hat eine Kindheitserinnerung ausgelöst (die eine Hälfte hab ich aufs Bein gestrichen, vom Rest hab ich genascht). Die Wäsche auf dem Ständer träumt sich trockeneren Zeiten entgegen. Neunhundert Kilometer weiter ist jemand zu Bett gegangen. Eine Seite des Badezimmerschränkchens ist leer. Die Zeit hält den Atem an und ist selbst gespannt über den Fortgang der Dinge. Ich klopfe ihr auf die Finger. Und lächle dabei ein bißchen. Und wende mich wieder meinem Buch zu.

In der Ruhe liegt die Dings. Oder so. Seiten, so kurz vorm Umblättern, vibrieren vor Energie. Da waren’s nur noch

[zwei]

Rauhe Schale…

Mein Chef hat neulich (wenn auch nicht ganz zeitnah) Wind von meinem Nicht-mehr-Single-Status bekommen und mir lautstark gratuliert, ohne aber nähere Erkundigungen einzuholen. Heute stand er plötzlich in meinem ausnahmsweise Kollegin-K.-losen Büro, ging zum Fenster und guckte auf die Straße, dann auf mich.

Chef: “Und, wann ist es soweit?”
dJ: “Du meinst…? …im Oktober ziehen wir zusammen.”
Chef: “Mhm. Und…”

(Gravitätische Pause. Jetzt erwartete ich Fragen, so in Richtung Wie alt, gutaussehend, welcher Beruf, von wo, wie kennengelernt, wie lange schon zusammen? etc. Aber nein. Ich hatte meinen Chef, der durchaus eine ziemliche Autoritätsperson ist und mitunter einige Härte an den Tag legen kann, wieder einmal unterschätzt. Denn die Frage lautete ganz schlicht:)

” …kannst du mit ihm lachen?”

Manchmal machen Menschen unvermutet eine Tür auf, durch die man auf eine Landschaft sieht, die man dort nicht vermutet hätte. Bist ein echt feiner Kerl, Chef. Weil ja. Es ist eine Conditio sine qua non, das miteinander lachen können.