Der Rationalstürmer hat ja eine manchmal durchaus abgründige Art des Humors. Zum Beispiel hinterläßt er Kommentare zu Witzen, wo man sich als Erzählerin dann nicht ganz sicher ist, ob er das jetzt jetzt wirklich zum Schreien komisch gefunden oder einem zweng der Seichtheit eine übergebraten hat. Ja, und als Belohnung oder aber auch Strafe gibt es dann postwendend den seltsamsten Stock, der mir je unter die Augen gekommen ist. Den hat er mir in die Hand gedrückt. Ich weiß zwar nicht so recht, was ich damit tun soll, aber ich bin ein pflichtbewußter Mensch.
Was war Deine erste “echte†PC-Hardware?
So, weil da fängt das Dilemma ja schon an. Entschuldigung, könnten Sie die Frage bitte so formulieren, daß ich sie auch verstehe? Was ist den unechte PC-Hardware? Der Taschenrechner von Texas Instruments, den ich ab der Unterstufe am Gym brauchte? Meine erste PC-Hardware, gesponsert von Popvatern, war jedenfalls ein PC-Set um damals stolze 20.000 Schilling, wenn ich mich recht erinnere. Im 96er-Jahr muß das gewesen sein. Es bestand aus Rechner, Bildschirm (15 Zoll) und Peripheriegeräten (Maus, Tastatur). Der Rechner hatte ein Diskettenlaufwerk, und einen Drucker gab’s als Draufgabe. Ich habe damit Arbeiten für die Uni geschrieben, das hatte ich zuvor auf meiner Schreibmaschine erledigt. Und stieg nach 7 oder 8 vollgeschriebenen A5-Heften, kariert, dann auch tagebuchtechnisch auf den PC um. Da ich (heute muß ich sagen: glücklicherweise) in der Schule mit dem Fach Maschinschreiben traktiert wurde, konnte ich auf meiner erweiterten Schreibmaschine, wie ich das Ding nannte, nun auch meine Tippkenntnisse zur Anwendung bringen - und merkte rasch, wieviel Spaß mir das Geschichtenschreiben plötzlich machte, weil ich bald so schnell tippen wie sätzeausdenken konnte. Aus dieser Zeit existieren viele Kurzgeschichten und drei, äh, Romananfänge.
Deine erste Anwendung, welche Du benutzt hast?
Word. Lange auch die einzige.
Dein erstes Spiel?
Ah, wie hieß dieses ganz simple Spiel, wo man eine ganz simple Schlange durch ein ganz simple Labyrinth-Grafik manövrieren und Sachen fressen lassen mußte, wobei man nicht an die Wände titschen durfte und die Schlange immer länger und schneller wurde…? Äh, oder nein, genau, das war ein Handy-Spiel, glaub ich. Snake, jawoll! Öh, also… ich bin ja nicht so die Spielernatur. Das erste und einzige Spiel, das ich auf dem PC gespielt hab, war Civilization. Civ II (und nur das) spiele ich jetzt noch bisweilen, und es hat nichts von seiner Faszination eingebüßt, da kann ich Nächte damit verbringen. Aber ansonsten bin ich völlig resistent gegen sowas. (Hej… ich hab ja schon lang nimmer… ui, der Abend ist noch jung… jaaaa…)
Hattest Du von Anfang an Spass an der Materie?
Spaß? Ist das ein Scherz? Angst hatte ich! Nackte Angst hatte ich vor diesem unheimlichen Monstrum, das ich im Verdacht hatte, meine Seele zu klauen, sobald ich kurz einmal nicht auf der Hut war. Mein Gott, ich war die blutigste Anfängerin und der schrecklichste DAU, den man sich vorstellen kann! Ich glaube, ich habe schon panisch um Hilfe geschrien, wenn ich in Word ein Wort fett markieren wollte. Hat sich mit den Jahren allerdings schon stark gebessert. ;)
Seit wann bist Du online, und mit welchem Anbieter?
Online bin ich, man glaubt es kaum, erst seit dem Frühjahr 2000. Ich wohnte damals mit meinem Exfreund zusammen, und irgendwann beschlossen wir, daß so ein neumodisches Internet in einen aufgeschlossenen Haushalt gehört. Das war damals schon richtig schnell und Flatrate, aber das Modem arbeitete ca. so zuverlässig wie ein Alzheimerpatient in weit fortgeschrittenem Stadium, der damit beauftragt wird, den wöchentlichen Einkauf für eine Großfamilie zu erledigen. Ohne Einkaufsliste. Ich erinnere mich an viele Stunden kontemplativer Modembeobachtung und traulicher Gespräche mit Menschen im Callcenter, die ich über den jeweiligen Blink-Modus des Geräts unterrichtete. Dann, mit dem Umzug in meine jetzige Wohnung, hatte ich lange Zeit ein Analog-Modem. Eine Ode an die Langsamkeit. Bis ich Ende 2004 wieder richtig online ging. Und neuerdings, dank erstaunlicher Strategie meines Anbieters, der immer derselbe war, ganz ohne Traffic-Limit zum selben Tarif wie zu 1 GB-Limit-Zeiten. Danke, Ute mit a.
Und weil das so ein richtig wirklich komischer Stock ist und ich aus purer Feigheit sowieso der Stöckchenfriedhof bin, wage ich es dieses Mal schon gar nicht, dieses Wurfgerät weiterzubefördern. Ich lege es gaaaaanz langsam und gaaaaaaaaaanz vorsichtig vor mich auf den Boden. Und mache einen freundlichen Gesichtsausdruck. Und entferne mich im Rückwärtsgang, ohne hektische Bewegungen zu machen. Und dann… renne ich um mein Leben.
