Archiv für die Kategorie 'gaga'

Der geschüttelte Wienerliedsänger auf Abwegen

Die Bar, in der ich immer sing,
Befindet sich in Simmering;
Während ich in Sievering
nur heute ‘Old Man River’ sing.

Der einleuchtende Schüttelreim

Wenn ich vom Hemd den Kragen mampf
dann krieg ich einen Magenkrampf.

Die wirklich drängende Frage im ausklingenden Jahr (und außerdem ein Schüttelreim)

Will’s Esther zu Silvester?

Haarige Schüttelreime

Ungepflecht nach Ware haschen?
Lieber vorher Haare waschen!

Aus Übersee kam heiße Ware
(die Wunderkur für weiße Haare)…

… und manche sieht man gar hehlen
Mit dubiosen Haargelen!

Schmerz verspürt der Vorfahr, herben,
erwischt er dich beim Haar-Färben…

Fürs Föhnen gilt: spar Hitze -
das freut die zarte Haarspitze!

und noch ein Klassiker von Popvatern:

Nach Übersee, als Handelsware,
Verschickte man Herrn Wandls Haare.

Für Unentschlossene: das ultimative Weihnachtslied (zum Mitsingen)

(via kreativbetrunken.soup.io)

Aus traditionellen Gründen (ganz kann man sich dem ganzen ja selbst als Outlaw nicht entziehen): das große Jahresrückdings 2008

dieJulia…

…hat 2008 ca. mindestens viermal ernsthaft erwogen, zum Friseur zu gehen (was insofern eine sensationelle Verbesserung gegenüber 2007 darstellt, als der Gedanke somit immerhin eine gewisse Kontur erlangt hat, womit sich für gewitzte Analysten die zarte Tendenz zu einem tatsächlichen Friseurbesuch im Jahr 2009 abzeichnet. Oder 2010. Vielleicht.).

…hat am 10. Dezember 2008 in Anwesenheit ihres geliebten Mannes mit ihrem Salat gesprochen, wie sie ihrem Twitterarchiv entnehmen kann.

…wurde im Sommer 2008 von ihrem geliebten Mann mit einem Buch unter der Dusche erwischt. Daß er trotzdem an ihrer Seite blieb und nach eigenem Bekunden auch künftig bleiben möchte, erfüllt sie mit nachgerade grenzenloser Dankbarkeit.

…brauchte auch 2008 keine Klobrille zum Lesen.

…hatte 2008, an einem Samstag um halb Zwei, eine Arienerscheinung (Anita Cerquetti!).

…hält es für angemessen, Ihnen mitzuteilen, daß sie den Kühlschrank schon wieder nicht abgetaut hat. Vermutlich ist da drin schon die totale Evolution im Gange. Da es sich um eine stratifizierte Gesellschaft mit ausgeprägtem Kastensystem handelt (wie man sie etwa auch in Polynesien findet), haben die Unberührbaren vielleicht gerade beschlossen, eine Revolte gegen den Adelsstand anzuzetteln, und es herrscht eine Art Bürgerkrieg zwischen den ersten beiden Etagen. Sie gehen mit den Resten einer zweckentfremdeten Thunfischdose aufeinander los, die sie zu primitiven Armbrüsten umgebaut haben; es sind auf beiden Seiten Tote zu beklagen. Eine konspirative Vereinigung der klügsten Köpfe aus der obersten Etage ist damit beschäftigt, Pläne für eine atomare Waffe fertigzustellen, zu deren Rohmaterial sie die Überreste einer Tube mit Estragonsenf erkoren haben. Nur die friedlichen Bewohner des Gemüsefaches, die auf der Leiter der Evolution noch nicht ganz so weit gekommen sind, kümmern sich um den Fortbestand der agrarischen Tätigkeiten und züchten neben Schweinen, Ziegen und Rindern auch Runkelrüben und Getreide im fruchtbaren Umfeld einer Pappschale mit mittlerweile vollständig biologisch abgebautem Suppengemüse. [Als mich unlängst eine armierte Wurfkeule aus dem Tiefkühlfach traf, dessen männliche Population gerade versuchte, ein Mammut zu erlegen, das in eine sorgfältig getarnte Trichterfalle gegangen war, während die Frauen (die in ihren Fellanoraks richtig putzig aussahen) sich inzwischen anschickten, das Feuer zu erfinden, faßte ich den Entschluß, das mit dem Abtauen nächstes Jahr dann doch zu erledigen. Andererseits: falls der dritten Etage die Ingangsetzung der atomaren Kettenreaktion gelingen sollte, würde im Kühlschrank der atomare Winter Einzug halten, und ich könnte ihn bis auf weiteres als Tiefkühltruhe verwenden, was auch nicht schlecht wäre. Ich werde Sie auf dem laufenden halten.]

…hat sich 2008 ein Paar phantastische Draußenschuhe gekauft. (Ich meine - bitte! Viermal fast zum Friseur gegangen und ein Paar Schuhe gekauft! Tussialarm beinahe!)

…hat sich 2008 täglich mindestens zweimal akribischst die Zähne geputzt, gezahnseidet und all das. Was ihr allerdings nicht den zweimaligen Horrorgang zur Dentalsadistin from Hell und des Todes ersparte. Sekundärkaries, knickknacksiewissenschon.

…hat 2008 (mangels Gelegenheit) keinen Briefträger verbellt, keine Bank überfallen, nicht im Lotto gewonnen und nicht gepöbelt, war also mit einem Wort wirsch, gehobelt und gezogen, wie sich das für eine anständige, äh, junge Dame gehört.

…war 2008 kein einziges Mal krank.

…hat 2008 die Fenster geputzt!

…hat somit einen qualitativ und quanitativ sehr ansprechenden Eintrag verfaßt, für den sie Literatur- und Nobelpreise, gedeckte Schecks oder hochwertige Sachpreise gern entgegen nimmt. (Bezüglich der eventuellen Aufstellung von Statuen, Monumenten u.ä. kann über die im Impressum angegebene eMail-Adresse Kontakt aufgenommen werden, Kontonummer auf Anfrage, von Kranz- und Blumenspenden bitten wir abzusehen)

…und selbst so?

Syllepsie im Hallenbad

Schmeiß dein Zeug ma ins Kästchen und dich zu uns ins Wasser, nä!

So für zwischendurch

“Legen Sie sich
unter einen Baum,
als ob Sie
heruntergefallen
wären.”

- Erwin Wurm

Neues aus der rätselhaften und unentdeckten Welt der Fliehkraftentsafter

Seit gestern ist es also soweit: ich entsafte.
Äpfel, Orangen, Karotten, Kiwis, Trauben, Ananas, Melonen, Sellerie - nichts, was der edelgestählte Schnuckel nicht anstandslos zu wohlschmeckendem Flüssigkraftstoff verarbeiten würde, daß es nur so trestert.
Und weil ich beileibe keine Verächterin des subtilen Unterhaltungswerts von Bedienungsanleitungen, Gebrauchsanweisungen und Beipackzetteln bin, habe ich das schmale Heftchen zur Hand genommen und gründlich studiert, bin nun aber auf der Suche nach Erkenntnisgewinn in drei Punkten:

1) Die Nähe von Wasser stellt eine Gefahr dar, auch wenn das Gerät ausgeschaltet ist. Das macht mich nachdenklich, ist doch dieser herrliche Planet, auf dem wir alle wohnen, bekanntlich zu 70 Prozent von Wasser bedeckt. Wußte der Verfasser der Bedienungsanleitung mehr als die Wissenschaft? Sitzt er in einer trockenen Klause im sandigen Akakus und sieht von dort aus sorgenvoll die nasse Apokalypse heraufdämmern? Wie definiert sich “Nähe”? Darf ich, so relativ nah an der Donau lebend, überhaupt noch frohen Mutes sein, ob mit oder ohne Entsafter? Wird es Regen geben? Wieviel Wasser enthält eigentlich so ein Glas frischgepreßter Fruchtsaft?

2) Berühren Sie keine sich bewegenden Teile des Gerätes und warten Sie, bis das Gerät zum Stillstand gekommen ist. Nun ja. Daß man während des Betriebes nicht in den Einfüllstutzen greifen soll, wenn man nicht gerade die totale religiöse Ekstase durch schmerzinduzierte Trance herbeizuführen gedenkt, versteht sich eigentlich von selbst; schwieriger wird es allerdings mit dem Warten, bis das Gerät zum Stillstand gekommen ist. Dieser Entsafter stellt sich in der Bedienungsanleitung nach und nach als echtes Mysterium dar. Wie es scheint, muß man ihn erst in die Wüste tragen und dann warten, bis er seinen Freudentanz über die gebannte Wassergefahr abgeschlossen hat und zum Stillstand gekommen ist, ehe man überhaupt erst ans Entsaften denken darf. So viel Zeit habe ich nicht! Und überhaupt, woher soll ich in der Wüste Äpfel, Orangen, Karotten, Kiwis, Trauben, Ananas, Melonen und Sellerie nehmen? Der Entsafter, die paradoxe Weltmaschine.

3) Entsaften Sie mit diesem Gerät nur Nahrungsmittel. Ich überlasse es an dieser Stelle der geschätzten Leserschaft, ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen und denke währenddessen über Nahrungstabus und den Stein der Weisen nach.

Der Entsafter steht auf dem Tisch und schaut geheimnisvoll.
Der Wasserhahn tropft.
Ich warte.

hmmm

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