(via kreativbetrunken.soup.io)
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Haben Sie auch diese Vertipper, die Ihnen gern immer wieder passieren?
Bei mir sind es, eher unspektakulär, Woflgnag, udn, vro und die Leibe (wobei ja zum Beispiel Liebes- und Leibesmagnetismus nicht zwangsläufig nichts miteinander zu tun haben müssen, aber das ist wahrlich eine andere Geschichte).
Jedenfalls gibt es, und das sind dann irgendwie die Chefs unter den Vertippern, auch ganz wundervolle Wortneuschöpfungen, wie
bratungsgespräch
augenhölle
scheinbeine
freudschaft
oder
schaftablette
und die werden von monochrom (”in unprätetiönser reihenfolge”) gesammelt:
orto - die schoensten vertipper einer angenommenen deutschen sprach- und wertegesellschaft. Viel Spaß!
Schuld ist nämlich das profil.
Hab ich also unlängst in irgendeiner älteren Nummer geblättert und bin im ‘Cyberama’ bei einer Dame des mehr oder weniger öffentlichen Lebens hängengeblieben, die da von diesem soup.io schwärmte. Das sei sowas, womit man Links, Bilder, Videos und weiß der Kuckuck was alles sammeln und posten könne, und dabei so intuitiv und einfach, daß selbst sie es sofort verstanden hätte, schwärmte sie.
Hm, dachte ich mir. Also ein weiterer Bloganbieter? Sowas wie delicio.us (das sich mir bis dato nicht erschlossen hat)? Wieder so ein Social Bookmarking Tool, wo ich als digital Zugewanderte nicht so wirklich durchblicke?
Dann hab ich geguckt.
Und ganz schön geschaut.
Soup funktioniert tatsächlich total intuitiv. Es macht Spaß, und was für welchen!
Auf Soup findet man haufenweise dieses völlig durchgeknallte Zeug, das das Internet überhaupt erst so leiwand macht. Kunst, Bilder, Comics, Videos, Geschriebenes - Zeugs halt.
Soup ist um vieles schneller und einfacher als Bloggen - und multimedialer als Twitter. Es erlaubt einem, ohne großes Brimborium ein schönes Sammelsurium dessen, was man sonst immer toll findet und von dem man später nimmer weiß, wo man es gesehen hat, anzulegen. Man surft, etwas gefällt einem, man suppt es (dazu kann man sich auch ein eigenes “Post to Soup”-Knopferl im Browser-Fenster anlegen); aber klarerweise kann man auch selber Inhalte kreieren, zum Beispiel Texte oder Bilder online stellen.
Soup verlinkt den, der’s gefunden/hochgeladen hat, samt Quelle (wenn nicht anders angegeben, als Urheber…) ohne langes Copy/Paste - automatisch.
Soup ist witzig - mit diesem endlosen Scroll-Schmäh.
Soup ist verdammt hübsch anzusehen.
Soup ist, mit einem Wort, ein geniales Tool.
… aber Vorsicht. Soup macht auch ein bißchen süchtig. :)
Mein Süppchen findet sich übrigens unter http://diejulia.soup.io/.
Und sieht so aus:
Ich mag ja Opern nicht so wirklich.
Zu knödelig, zu pompös, zu aufgedonnert, zu viel zur gleichen Zeit. “Lecker”, sagt der Mann höflich zum Lammfleisch, “aber will nicht”. Opernmäßig geht’s mir da ganz ähnlich.
Aber manchmal (selten) überkommt mich dann doch so ein bißchen der Interessensdrang, und dann grabe ich mich ahnungslos und unbedarft durch YouTube.
Zum Beispiel heute. Einfach “Casta Diva”, wohl eine der fettesten Rosinen im Klassikkuchen, ins Suchfeld eingegeben und mich durch die Diven und Damen des Genres kopfgehörert. Die Callas… hm. Die Netrebko… uha. Barbara Frittoli… erstaunlich schön für meine Ohren. Eliane Coelho… durchaus wunderbar. Cecilia Bartoli… ein Eizerl zu nasal. Die perfekte Version wird es wohl nicht geben, denke ich. Und dann klicke ich auf Anita Cerquetti, nie ihren Namen gehört, und es reißt mir so unmittelbar das Herz aus dem Leib, daß mir das Wasser in die Augen schießt.
Nichts knödelt, schrillt, flattert, jault oder überschlägt sich da. Anita Cerquettis Stimme ist unerhört rein, hell und frisch, fast metallisch, aber nicht kalt, sondern seelenvoll, magisch und unendlich musikalisch. Sie leuchtet. Würden klassische Stimmen so klingen, ich wäre der größte Opern-Fan…
Die Karriere der 1931 geborenen Italienerin, kann man auf der englischsprachigen Wikipedia nachlesen, war kurz; sie zog sich nach vergleichsweise wenigen Jahren schon mit 30 vollkommen von der Bühne zurück, manche Quellen nennen gesundheitliche Probleme als Grund für diesen viel zu frühen Abgang (mehr Informationen auf http://cerquetti.saint-sever.org/). Leider gibt es von Anita Cerquetti auch nur zwei offizielle Tonträger. “Anita Cerquetti (Grandi Voci)”, Decca, wird auf Amazon derzeit um entmutigende EUR 462,25- feilgeboten. Das eine lagernde Stück halt.
Egal. Es gibt ja YouTube.
Hier die angesprochene Version von “Casta Diva”. Cerquetti wurde, soweit ich das (so ohne näheren Zusammenhang) verstanden habe, 1996 als alte Dame dabei gefilmt, wie sie mit ihrer Aufnahme aus dem Jahr 1956 konfrontiert wird (im Kopfhörer ist zu hören, daß sie mitsingt). Der - ich nehme einmal an - Macher dieses Films, der anfangs kurz spricht, erklärt, daß er 30 Jahre auf der Suche nach ihr war, nachdem er die Aufnahme als Kind gehört hat.
Aber eigentlich ist das alles völlig egal.
Hören und fühlen Sie selbst:
Vom Hundertsten ins Tausendste ist es ja manchmal nur ein Katzensprung, und wenn man so vor sich hin gugelt, um zum Beispiel zu sehen, was zum Beispiel aus Bandkollegen von früher geworden ist, von denen man schon lange nichts gehört hat, passiert es manchmal, daß einem richtige Schätze ins Netz gehen. Wie zum Beispiel das - Damen und Herren, ich sage es nicht nur so dahin: sensationelle! - Video von The Billy Rubin Trio*
Queens Of The Stone Age, arrangiert für smoothen Jazzgesang, Piano, Schlagwerk und Bass. Akustisch und optisch ein Hochgenuß. Schau’n Sie sich das an!
*ft. Lady S., dabei hatte ich eigentlich nach Iris T. gesucht…
Ich hätte mir meine Freunde von damals doch besser aussuchen sollen, wie’s aussieht.
… erkundigte sich also ein Mensch via Gugel.
Nun könnte ich mich zwar, mir mein lockiges Haupthaar raufend, fragen: “Warum ich? Warum mein Blog? Warum schickt mir der Gugel solche Leute? Warum nur? Warum?” Da man mir aber ein so sonniges wie kluges Gemüt nachsagt, lautet mein - wie üblich nicht teurer, aber sensationell guter - Rat:
“Caniden ist es unter keinen Umständen gestattet, auf meinen Rasen zu defäkieren.” [die schlicht-elegante Variante für den anspruchsvollen Bildungsbürger]
oder wahlweise
“Wem sein Hund in meinen Garten scheißt, wird erschossen. (Der Hund.)” [die aussdrucksstark-authentische Variante für den bildungsferneren Hausbesitzer]





