Archiv für die Kategorie 'dieJulia kocht!'

Küchen-Quickie

1. Welche Essige stehen in deiner Küche?
Ein guter Mittelklasse-Balsamico und ein guter Mittelklasse-Weißweinessig.

2. Welche Öle?
Extra natives Bio-Olivenöl, Distelöl, selbst angesetzt: Knoblauch-, Chili- und Steinpilzöl.

3. Welche Sorten Reis stehen dir derzeit zur Verfügung?
Nur eine. Total schnörkelloser Langkornreis der Marke Spar.

4. Welche Sorten Nudeln?
Spaghetti, Tagliatelle verde, Fettuccine (ja, beides), Hörnchen, Farfalle, Asia-Nudeln, Penne. Ich esse aber trotzdem relativ selten Nudeln.

5. Welche Zuckerarten hast du in deiner Küche?
Braunen Rohrzucker aus Mauritius. Ich brauche allerdings so wenig davon, daß ich mit einer 500-Gramm-Packung locker zwei Monate über die Runden komme.

6. Von welchem Gewürz hast Du die meisten Varianten in Deiner Küche?
Kräuter - Thymian, Lorbeerblätter aus Mutterns Garten, Basilikum, Majoran, Oregano, Petersilie, Schnittlauch, Dill. Paprikapulver bzw. Chili gibt’s auch in einigen Schärfegraden von edelsüß bis scharf. Und Pfeffer, schwarz, weiß, bunt.

7. Welches andere Nahrungsmittel hast du in auffallend großer Variantenzahl vorrätig?
Gemüse. Nie darf meine Küche ohne frische grüne Paprika, Paradeiser, Zwiebeln, Knoblauch (Giant Garlic) und Gurken sein. Kohlrabi-Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, weil ich rohen Kohlrabi liebe. Sauergemüse kommt hier in den Varianten Perlzwiebel, Pfefferoni, Senf- und Essiggurken (Polnischer Art) vor. Ohne Oliven wäre das Leben nur halb so schön. Zur Basisausstattung gehören außerdem passierte, geschälte und zu Paradeismark verarbeitete Exemplare der Gattung Solanum lycopersicum L. Zitronen müssen auch immer im Haus sein (werden ausgepreßt, mit Leitungswasser verdünnt und ungesüßt getrunken), Teesorten hat es hier an die 15 verschiedene, und ohne meinen täglichen Apfel tu ich’s nicht.

Ich möchte um eine optionale Frage erweitern (Entschuldigung, Frau Kaltmamsell!):

8. Was darf in deiner Küche niemals - wirklich niemals - fehlen?
Kaffee. Vollmilch von der Kuh. Salz.

Gefragt hat Frau Obstsalat, und weil er eine sehr inspirierende Kochkategorie hat, reich ich das Ding an Janocjapun weiter, und, weil ich heute total verwegen bin und damals seinen österlichen Wildunfall so charmant fand, auch an Herrn e!genart. Kann, nicht muß. Sowieso. Alle anderen bedienen sich bitte hemmungslos.

Paprikasch!

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Höllenschnelle Spätzlepfanne

Manchmal muß es ja schnell gehen, bevor die Unterzuckerung aus einem ein kollabierendes Wrack macht. Bei mir geht es sowieso vorzugsweise schnell, weil ich mit dem Kochen meist so lange warte, bis der Hunger in meinem Magen Gewittergeräusche veranstaltet. Was auch immer: hier ein leckeres Rezept für eine “richtige” warme Mahlzeit aus der Kategorie “Höllenschnell und saugut”.

dieZutaten:

1 kleine Zwiebel
1 roter Paprika
1 kleine Zucchini
150g (Toast-) Schinken (Pflanzenfresser dürfen das tote Schwein weglassen)
1 Becher Sauerrahm
Chiliöl (oder was man halt am liebsten hat)
Salz
1 TL Paprikapulver (edelsüß in meinem Fall, Menge je nach Geschmack)
getrocknete Chilischoten aus der Mühle
1 Packung Spinatspätzle (oder weiße. Wie Sie mögen)
die hier angegebenen Zutaten reichen für ca. 3-2 Portionen

So geht’s:

Minute 1: Wasser für Spätzle zustellen. Zwiebel fein hacken, in etwas Chiliöl andünsten. Paprika und Zucchini schneiden, anbraten. Schinken in Streifen schneiden, ab in den Topf. Wenn das Wasser kocht, Spätzle zugeben und lt. Herstellerhinweis (ca. 12-14 min) sanft wallend köcheln lassen.

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Minute 7-10: Jetzt den Sauerrahm zum Gemüse geben und mit Salz, Chili und Paprikapulver abschmecken. Köcheln lassen. Warten, bis die Spätzle fertig sind.

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[im Hintergrund können Sie sehen, was ich mit sanft wallend köcheln meine. Räusper.]

Minute 12-14: Wenn die Spätzle gar sind, abseihen, gut abtropfen lassen und mit der Sauce vermischen. Deckel drauf und 3 Minuten durchziehen lassen. In der Zwischenzeit Schneidbrett, Messer, Sieb und Spätzletopf abwaschen.

Minute 15-18: Mahlzeit!

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Empfohlener Soundtrack: Van Morrison/Fast Train.

Himmel im Mund: Erdäpfelkas!

Es gibt da ja so eine neumodische Diät, die den Verzehr von Kohlehydraten gleichstellt mit dem Ertränken junger Kätzchen. Anhänger dieser Ernährungsform holen den Exorzisten, wenn sie “Schwarzbrot” und “Kartoffeln” hören. Ihr vermutlich trostloses Dasein mögen sie in Ruhe fristen - ich veröffentliche hier heute ein Rezept, bei dem sich solche Zeitgenossen vermutlich in Agonie winden.
Gedscho, gemma.

dieZutaten:

Erdäpfel (=Kartoffeln)
Sauerrahm
Zwiebel
eventuell etwas Butter
Salz
Pfeffer
Schnittlauch

So geht’s:

Die knierzigen Erdapferln zärtlich wallend in Salzwasser kochen und auskühlen lassen, schälen. Zwieberl fein hacken (jetzt kommt ultimative Trick von Julitschka: stellst du gehackte Zwiebel - eventuell mit etwas Butter - kurz in die Mikrowelle [70W/1min], dann ist weniger scharf und macht nix Sodbrennen!). Jetzt die Erdäpfel dazugeben und mit einer Gabel schön engagiert zermantschkern (=zerdrücken), dabei entsprechende Menge Sauerrahm, Salz, Pfeffer und Schnittlauch einarbeiten, bis die gewünschte Konsistenz (=streichfähig) erreicht ist. Klar können Sie die ganze Geschichte auch mit dem Pürierstab bearbeiten, aber ich finde es viel aufregender, wenn man die Zutaten mit freiem Auge noch erkennen kann. Kurz durchziehen lassen. Fertig.

Erdäpfelkasbrot

Extras:
Ich mag das ganze am liebsten auf leicht getoastetem und noch ein bißchen warmem Schwarzbrot, es geht aber sicher jede Variante vom eleganten Mohnflesserl bis hin zum rustikalen Kornspitz.
Empfohlener Soundtrack: Hubert von Goisern | Trad.

Erdäpfelsauce: so und nicht anders!

Im Internet kann man ja heutzutage praktischerweise alles finden, aber zum Thema Erdäpfelsauce stößt man, wie ich vorhin im Zuge meiner Recherchen feststellen mußte, ausschließlich auf nackenfellsträubenden Humbug, der nichts, aber absolut nichts mit dieser paradiesischen altösterreichischen Köstlichkeit zu tun hat.

Und weil ich zufällig gerade mit der Herstellung dieses kulinarischen Kleinods zugange bin, enthülle ich auch gleich das Geheimnis der ca. schönsten Sauce der Welt.

dieZutaten:

1 kg Erdäpfel (=Kartoffeln), idealerweise mehlig
1 große Zwiebel
etwas Butter
ca. 1l Rindsuppe oder Wasser/Suppenwürfel (+/- … je nach gewünschter Konsistenz)
etwas Butter (oder meinethalben zur Not auch Öl)
4-5 Lorbeerblätter
1 gehäufter Eßlöffel Majoran
2-3 Eßlöffel (Wein- oder Apfel-) Essig, Hauptsache weiß
Salz
Pfeffer (aus der Mühle)
getrocknete Steinpilze (lasse ich weg, weil ich abgesehen von Mu-Err keine Pilze mag.)

so geht’s:

Zwiebel fein hacken, Erdäpfel schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel in etwas Butter anschwitzen; wenn sie glasig sind, die Erdäpfel dazugeben, bei mittlerer Hitze anbraten und - Stammleser wissen das ja - immer schön engagiert umrühren, bis man merkt, daß sich am Boden des Topfes ein leichter Belag bildet. Das ist der ideale Zeitpunkt, um die Sache mit Wasser oder Suppe abzulöschen. Dann kommen Essig, Salz, Pfeffer, Majoran und Lorbeerblatt dazu. Aufkochen lassen, Deckel drauf und warten, zwischendurch immer wieder einmal umrühren und eventuell angießen. Ich für meinen Teil mag sie generell recht “suppig”, aber das ist Geschmackssache.

Nach etwa einer dreiviertel Stunde/Stunde sollte eine sämige Sauce entstanden sein (man kann natürlich mit dem Kartoffelstampfer nachhelfen, sofern man ein solches Küchengerät besitzt), die man eventuell noch einmal abschmeckt.

Der gelernte Österreicher serviert Erdäpfelsauce übrigens zu gekochtem Rindfleisch und reicht Schwarzbrot dazu, mir reicht sie als Hauptmahlzeit.

Extras:
die Herstellung dieses bodenständigen Traums von einer Sauce ist kinderleicht wie alle schönen Dinge im Leben, und der Geschmack ist - aufgrund der magischen Kombination von Essig, Majoran und Lorbeerblatt - ein Erlebnis, das sensible Naturen vor Glück durchaus ein bißchen zum Weinen bringen kann.
Empfohlener Soundtrack: Attwenger, Willi Resetarits aka (Prof. Dr. Kurt) Ostbahn oder Blood, Sweat & Tears (live).

Erdäpfelsauce

Niedergemetzelte Zucchinisuppe. Oder so.

Aus der Reihe kreativbetrunken Kochen in Wien. Eine bilaterale kulinarische Gemeinschaftsproduktion. Lesen auf eigene Gefahr!

dieZutaten:

Zucchini (5 kleine)
Kartoffeln (5 kleine)
½ Zwiebel (groß - oder 1 kleine)
1 Giant Garlic (= 4 Zehen Knoblauch)
1 Becher Sauerrahm
Wasser zum Aufgießen
Suppenwürfel
Salz
Pfeffer
Chili aus der Mühle
Thymian
Olivenöl

So geht’s:

Da dieses Rezept eine Kooperation von Herrn Ad von kreativbetrunken und derJulia ist, fiel die Aufgabenteilung im Projekt Zucchinisuppe natürlich nicht schwer. Alles, was glänzt und scharf ist, reizt den Herrn ungemein. Und Gemüse schneiden kann er wie ein Weltmeister. War klar. Während der Werteste also mit dem Zerstückeln der Hauptdarstellerinnen zugange ist, und das leicht bis mittelschwer grinsend, ziehe ich den Kartoffeln die Haut vom Leibe.

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Folgend werden die Kartoffeln mittels handtechnischer Reibung (derAd hat gesagt, ich soll das so schreiben) zu Matsch verarbeitet (…).

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Während ich mit Monsterschnuckel in der Gegend herumfuhrwerke, hat derAd (die Freude stand ihm ins Gesicht geschrieben!) die Zwiebel in feinste Miniaturteilchen zerhackt. Hier sieht man ihn beim anschließenden Malträtieren der antimikrobiellen und blähungstreibenden Antivampirknolle:

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Sind diese Präliminarien abgeschlossen, brät man Zwiebel und Knoblauch im Olivenöl an, gibt die Zucchini und die geriebenen Kartoffeln zu und röstet das ganze, während man immer schön engagiert umrührt. Anschließend Wasser und Suppenwürfel dazu, würzen (ordentlich, sagt er…) und dann, eh schon wissen, Deckel drauf.

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In der Zwischenzeit kann man zum Beispiel gemeinsam Fotos bearbeiten, Zigaretten rauchen oder Passanten mit lustigen Hunden auslachen (aber das bleibt jedem selbst überlassen. Sagen wir.). Fertig gekocht ist die Suppe dann, wenn es in der ganzen Wohnung so wahnsinnig gut duftet, daß man merkt, wie man nicht nur durch das Ansehen der Bilder Hunger kriegt. Also halt so ca. nach einer halben Stunde. Hören Sie doch ein bißchen auf Ihre Instinkte, gell… Sodann wird inklusive Sauerrahm (behalten Sie zwei Löffel zum Dekorieren) geschreddert (sagt derAd. Sie können es übrigens auch Pürieren nennen.)…

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… ja, und dann:

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Speisen und mit den Ohren wackeln. Hauen Sie ordentlich rein!

Empfohlener Soundtrack: William Shatner | Has Been (I Can’t Get Behind That, featuring Henry Rollins)

… … … … … … Yeah! (sagt er…)

Seelenwärmende Krautsuppe aus dem Bundesland mit den meisten Sonnenstunden im Jahr

Ich bin ja, wie mein Bester Vater der Welt, bekennender Suppenliebhaber. Und was kann es an einem grauen, kalten Tag, wenn man in der Nacht zuvor vielleicht noch dazu schlecht geträumt hat, Sinnvolleres geben, als sich mit der Zubereitung einer schönen scharfen Suppe zu beschäftigen, die ein bißchen Zeit erfordert und deren Duft allein schon die bösen Geister vertreibt? Das Grundrezept zu diesem genialen Süppchen stammt übrigens aus meinem heißgeliebten Burgenland.

dieZutaten:

1 halber Krautkopf
1 große Zwiebel
2 EL Olivenöl
1 EL Zucker
1 gehäufter EL Paprikapulver
Tomatenmark bzw. passierte Tomaten (ich nehme ziemlich viel von letzterem)
Tabasco, wer’s scharf mag (ich mag es scharf…)
1 ½ l Rindsuppe bzw. Wasser und die entsprechende Menge Suppenwürfel
Lorbeerblätter
Salz
Pfeffer
¼ l Sauerrahm
Petersilie

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So geht’s:

Die Zwiebel in feine Würfel und das Kraut in feine Streifen schneiden. Anschließend Zwiebel im Öl anschwitzen, bis sie glasig sind, dann den Zucker rein und immer schön engagiert umrühren, während er karamelisiert. Jetzt das Kraut zugeben und (niemals aufhören mit dem Rühren!) mitrösten (naja, rösten… Hilfsausdruck. Dünsten kommt aber auch nicht ganz hin.)

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Wenn das Kraut ein bißchen eingegangen ist (verlassen Sie sich da ganz auf Ihre Intuition, gell?), das Paprikapulver beigeben (Vorsicht: nur kurz durchrühren, sonst wird es bitter!) und mit der Rindsuppe ablöschen. Ich hab natürlich nicht extra Rindsuppe gekocht und nehme Wasser und Suppenwürfel. Wenn vorrätig, kann man mit ¼ l Weißwein ablöschen und dann erst die entsprechende Suppenmenge zugeben.
Alsdann mit Lorbeerblättern (ich nehme so ca. 5-6), Tabasco, Tomatenmark/passierten Tomaten, Salz und kräftig Pfeffer würzen, Deckel drauf und ca. eine halbe Stunde+ köcheln lassen. Bis das Kraut halt den gewünschten Weichheitsgrad erreicht hat. Im Original kommen außerdem noch Wacholderbeeren und 25 dag (= 250 Gramm) feingewürfeltes Geselchtes (= Geräuchertes) dazu.

Ganz zum Schluß den Sauerrahm unterrühren (Topf von der Herdplatte nehmen, sonst flockt der Rahm aus) und mit Petersilie bestreuen.

Essen und freuen.

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Extras:
Diese Suppe kann man wieder und wieder und wieder aufwärmen. Es lohnt sich also auch für Einpersonenhaushalte, die obige Menge zuzubereiten. Besonders wenn man so faul ist wie ich und nichts dagegen hat, ca. drei Tage Krautsuppe zu essen. ;)
Empfohlener Soundtrack: Fanfare Ciocarlia, Mardi Gras.BB oder William Shatner | Has Been. Oder überhaupt gleich Let the Sunshine in, gleich in welcher Version.

Brachiale Kung Fu-Pfanne!

derAd hat ja unlängst schon einmal vorgeführt, wie grobianisch kochen geht - da will ich ihm um nichts nachstehen und veröffentliche heute erneut ein Pfannengericht, diesmal in Richtung Asiatisches Kampfkochen.

dieZutaten:

(für ca. 2-3 Portionen)
ca. 200 Gramm Putenbrust (Vegetarier dürfen die selbstverständlich weglassen und dafür mehr Gemüse nehmen, ich bin da nicht so)
2 kleine Zwiebeln (oder eine große)

1 grüner Paprika
1 gelbe Rübe
2 Karotten
1/2 Stange Lauch
1 Handvoll Bohnen- und/oder Bambussprossen (was und wieviel davon Sie halt mögen)
1 Handvoll Zuckererbsen
ein paar Chinapilze (Sie wissen schon: die schwarzen, gummigen)

oder (für Faulpelze wie mich):
1 Packung Wok-Gemüse aus dem Tiefkühlfach

1 Giant Garlic (oder 2-3 Zehen normaler Knoblauch)
1 anständiges Stück frischer Ingwer
2-3 quasi gehäufte Teelöffel Sambal Oelek (mehr, nicht weniger, ist mehr. Scharf ist schön!)
2-3 Schuß Reisessig
2-3 beherzte Schuß Sojasauce
Salz
1 EL Chiliöl (oder Sesam- bzw. ganz neutrales Rapsöl. Bitte ausnahmsweise kein Olivenöl, das verträgt die erforderliche Hitze nicht so gut.)

Reis (oder Asianudeln, da dürfen Sie ganz kreativ sein)

ein Blick in Julias Küche mit einigen der Zutaten

Auf zur Tat! (so geht’s)

Wichtig! Ich repräsentiere normalerweise selbst eher so die multitaskingfähige Simultangemüseschneidenundkochen-Fraktion, aber in diesem Fall empfehle ich Ihnen ernsthaft, die Zutaten in die richtige Form zu bringen, bevor Sie mit dem Garvorgang beginnen - der nennt sich nämlich Pfannenrührenbraten, und da muß alles sehr schnell gehen, damit das Gemüse schön knackig bleibt. Vorerst ist also kontemplatives Gemüseschneiden angesagt, aber das trifft sich gut, denn in der Zwischenzeit müssen Sie eh den Reis (oder die Nudeln) zustellen. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und fabrizieren Sie hübsche, nicht zu dünne Streifen, stifteln Sie, was das Zeug hält, verarbeiten Sie den Paprika zu hübschen Rauten und erfreuen Sie sich an der Farben- und Formenvielfalt. Den Knoblauch und den Ingwer schneidet man in hauchdünne Scheibchen, nur Barbaren würden diese wundervollen Knollen in diesem Fall durch die Knoblauchpresse jagen, und die Zwiebeln werden in nicht zu kleine Stücke geschnitten. Das Fleisch wird zu feinen Streifen verarbeitet und leicht gesalzen.
So.
Wenn der Reis fertig gegart ist, stellt man alle Zutaten in Reichweite, nimmt eine große Pfanne (idealerweise natürlich einen Wok), und erhitzt darin ca. einen Eßlöffel Chiliöl. Das muß so richtig heiß werden. Heiß wie die Hölle!
Wenn das Öl leicht zu rauchen beginnt (Betonung auf leicht. Sie müssen nicht gleich die ganze Küche abfackeln…), kommt als erstes das Fleisch in die Pfanne und wird gut durchgebraten. Vorsicht an dieser Stelle, das heiße Fett tendiert in dieser Phase zum Spritzen, also wehleidige Naturen: Deckel drauf (oder in Deckung gehen). Anschließend Zwiebel und Knoblauch mitrösten, dann das Gemüse und den Ingwer zugeben und zum Schluß mit Reisessig, Sambal Oelek und Sojasauce würzen. Dabei immer schön engagiert rühren und bloß nicht die Hitze verringern - der Garvorgang wird dadurch so kurz wie möglich gehalten, die putzigen Vitamine können überleben, und das Gemüse bleibt appetitlich knackig.

Pfannenrührenbraten!

So, und jetzt können Sie sich wieder entspannen, Ihre Stäbchen (oder Ihre Gabel) auspacken und essen. Mahlzeit!

Mahlzeit!

Extras:
Voll Yin und Yang! Zuerst beruhigendes Gemüseschneiden und dann volle Action - das kann was! Wenn Sie, so wie ich, TK-Gemüse nehmen, geht’s wieder einmal ultraschnell (Sie sehen schon, das ist ein wichtiger Parameter für mich). Außerdem lecker, gesund und wahrscheinlich eher nicht unbedingt die Kalorienbombe (mir persönlich ist sowas wurscht, wenn ich Hunger habe, aber es könnte ja sein, daß figurbewußte Menschen dieses Blog lesen).
Empfohlener Soundtrack: Queens of the Stone Age oder Violinkonzerte von Johann Sebastian Bach.

[Zum Vergrößern bitte Bild klicken!]

Eierspeis’ mit Schafkäse

Personen mit Hühnereiweißallergie bitte nicht weiterlesen!

dieZutaten:

1 kleine Zwiebel
1 grüner Paprika
2 kleine Paradeiser (Tomaten)
3 kleine Eier (aus Freilandhaltung, eh klar)
1 Handvoll gewürfelter Schafkäse (am liebsten Feta)
Salz
Pfeffer
eventuell Chili (in meinem Fall aus der Mühle)
Olivenöl (oder Butter)

dieZutaten

So geht’s:

Wer, wie ich, ganz gern frisch aufgebackenes Brot (in meinem Fall: Ciabatta) hat, sollte als erstes das Backrohr vorheizen, um während der Eierspeisenzubereitung zu seiner Beilage zu kommen.
Ein bißchen Olivenöl (oder Butter) in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel, Paprika und Tomaten (in dieser Reihenfolge) zugeben, mit Salz, Chilipulver und Pfeffer würzen und kurz schmurgeln lassen. Ich für meinen Teil schneide das Gemüse nicht zu klein, damit es knackig bleibt, das ist aber natürlich Geschmackssache.

dasGemüse

In der Zwischenzeit den Schafkäse würfeln und die Eier mit etwas Salz und Pfeffer vermengen. Wichtig: Eiweiß und Dotter sollen sich nicht zu gut durchmischen; ein paarmal mit der Gabel umrühren, und gut is’. Die Eier kommen bei starker Hitze über das Gemüse, das ganze wird leicht durchgerührt, oben drauf kommt der Schafkäse, dann wird die Hitze reduziert, und zum Schluß kommt der Deckel auf die Pfanne, damit die Eierspeis schön aufgehen kann.

Deckel drauf!

Jetzt das Brot aus dem Backofen nehmen, auskühlen lassen, ca. zehn Minuten warten und freuen.

Und so schaut das dann aus:

dieEierspeis

Extras:
Geht schnell, ist deppensicher und hat sicher noch genug Vitamine, um als nicht allzu ungesund durchzugehen.
Empfohlener Soundtrack: Beady Belle, Selig oder Helge Schneider. Für Masochisten: griechische Folklore.

Novum!

Da ich seit einiger Zeit wieder Lust am Kochen verspüre, wird es an dieser Stelle (Kategorie: dieJulia kocht!) künftig das eine oder andere Lieblingsrezept zu lesen geben. Ich meine, ich bin ja serviceorientiert auch. ;)

Heute: So eine Art Nudelsalat, oder: Begegnung mit der dritten Art (ein Einstandsgeschenk quasi)

Ein Salat darf nie mit Nudeln sein postulierten seinerzeit Element of Crime, und da gebe ich ihnen grundsätzlich recht, weil mayonnaiseverklebte, kalte Teigwaren nicht dem entsprechen, was mich reizt. Dieser Nudelsalat ist nun aber anders - und ziemlich lecker. Er eignet sich hervorragend zur raschen Eindämmung heftiger Hungergefühle (geht schnell) oder zur raschen Bewirtung von Überraschungsgästen.

Ich habe (Anteil und Menge der Zutaten je nach Portionsbedürfnis und Geschmack veränderbar):

2 kleine Paradeiser (=Tomaten)
1 Paprika, grün
1/3 Salatgurke
1 Dose Thunfisch (ich nehme naturell, nicht den in Öl)
eventuell Mozzarella oder Schafkäse
1-2 Handvoll kleine Nudeln
2-3 Zehen Knoblauch
eine Handvoll Oliven (am liebsten schwarz und nicht entkernt)
Sambal Oelek
Tabasco-Sauce (und/oder sonstige scharfe Saucen, gern auch asiatisch)
Balsamico-Essig
Olivenöl (Walnuß-, Chili- oder ein sonstiges herzhaftes Gewürzöl geht natürlich auch)
Salz

So geht’s:

Nudelwasser (mit ordentlich Salz) zustellen. Gemüse waschen und in ca. 1×1 cm große Würfel schneiden. Wenn das Wasser kocht, müssen die Nudeln und die ungeschälten Knoblauchzehen in den Topf. Währenddessen am Gemüse weitersäbeln. Auch die Oliven kleinschneiden (ich mach das so, weil der Geschmack sich dann harmonischer ins Gesamtergebnis einfügt. Ist aber natürlich Ansichtssache, ob die ganz bleiben sollen oder nicht). Das alles kommt in eine große Schüssel und wird mit dem Thunfisch und - nach Belieben - dem ebenfalls kleingewürfelten Mozzarella oder Schafkäse vermischt und mit einem guten Schuß Balsamico, etwas Olivenöl, allerlei scharfem Zeug (Sambal Oelek, Chilisauce, was halt so im Haus ist), Salz und Tabasco abgeschmeckt. Wichtig: in dieser Phase darf das ruhig recht flüssig werden - die Nudeln sollen die Marinade ja schön aufsaugen.
Wenn die Nudeln al dente sind, mit kaltem Wasser abschrecken. Das ist wichtig, weil man dadurch den Garvorgang stoppt (bei warmer Pasta macht man das bitte nicht, gell…). Sie dürfen noch lauwarm aber nicht mehr heiß sein, wenn man sie zu den anderen Zutaten in die Schüssel gibt.
Die mitgekochten Knoblauchzehen zerdrückt man mit einer Gabel auf dem Schneidbrett und gibt sie zum Rest, der dann engagiert durchgerührt (eventuell nachwürzen…) und im Idealfall einige Zeit zugedeckt stehengelassen wird, damit er schön ziehen kann (während man als praktischer Mensch das Geschirr abwäscht und die Küche sauber macht, einen neuen Eintrag ins Blog stellt oder ein Buch liest).

Bewertung: absolut kinderleicht und schnell gemacht. Schmeckt auch am nächsten Tag noch lecker und gewinnt mit fortschreitendem Abend an geschmacklicher Qualität…
Empfohlener Soundtrack: Jovanotti/El Ombligo del Mundo und alles von Tito & Tarantula, aber auch italienische Opern oder die Fun Lovin’ Criminals.

Und so schaut das dann aus:

derNudelsalat

[Nudelsalat groß machen? Bild klicken!]