Archiv für die Kategorie 'dieJulia kocht!'

Loama Lisi-Kuchen

Neulich hat mir die Frau Katze im Rahmen eines sehr netten Besuches bei ihr ein absolut wundervolles Schokoladenkuchenrezept verraten, das ich heute ausprobiert habe – und das hier unter keinen Umständen unerwähnt bleiben darf, weil: so saftig, schokoladig und zart ist mir noch nie einer untergekommen. (“Loama Lisi” ist übrigens der Name einer Goiserin, von der es stammt – an ein paar Stellen wurde es durch die mündliche Tradierung und das Niederschreiben durch meine Wenigkeit natürlich sicher schon leicht modifiziert, aber wir sind ja hier keine Erbsenzähler, nicht?)

Für Frühlingsdiät-Adeptinnen eignet sich der Kuchen natürlich eher nicht, obschon an dieser Stelle nicht ungesagt bleiben soll, daß er in dieser Form wenigstens ausgesprochen bio, also somit auch quasi voll Bobo-tauglich ist. Aber der Geschmack! Die Konsistenz! Einfach zum Niederknien…

Wir brauchen:

250 g (Biobergbauern-) Butter
250 g (Dinkelvollkorn-) Mehl (erhältlich zB in der Bäckerei Maislinger)
6 kleine (Biofreiland-) Eier*
120 g (Biorohr-) Zucker**
2 EL Honig***
200 g Haushaltsschokolade mit hohem Kakaoanteil (in meinem Fall aus dem Hause Manner)
200 g geriebene Haselnüsse****
ev. einen Schuß (Biobergbauern-) Milch
die Schalen von anderthalb Biozitronen
ca. 2 EL Staubzucker (für die Glasur)*****
kein Backpulver!

die Herstellung geht ganz leicht, und zwar wie folgt:

1) Butter auf Zimmertemperatur bringen, Schokolade im Wasserbad (oder einfach mit ganz wenig Milch in einem Topf auf kleiner Flamme) schmelzen und etwas auskühlen lassen.
2) Eiklar vom Dotter trennen.
3) Eiklar mit etwas Zucker zu sehr steifem Schnee schlagen.
4) Butter, Dotter, Schale einer halben Zitrone und den Zucker mit dem Mixer zu einer flaumigen Masse verarbeiten; den Honig, die geschmolzene Schokolade und die Haselnüsse gut unterrühren – eventuell mit einem Schuß Milch nachhelfen, wenn’s bröselt.
5) vorsichtig und mit nicht zu viel Schmackes den Eischnee unterheben
6) das Mehl drübersieben und rasch und vorsichtig einarbeiten (bitte nicht mit dem Mixer und nicht zu grobianisch – sonst wird die Sache nachher nicht so fluffig…)
7) die Masse auf ein Backblech streichen und sofort bei ca. 200 Grad ins vorgeheizte Backrohr, auf mittlerer Stufe ca. 10 Minuten backen, dann Hitze auf ca. 150 Grad reduzieren und noch +/- 40 Minuten weiterbacken (kommt halt aufs Rohr und die Erfahrungswerte an.)
8) den Staubzucker mit Zitronenschale und ganz wenig warmem Wasser zu einer sämigen Masse anrühren
9) den fertigen Kuchen ein bißchen überkühlen lassen, mit einem Pinsel die Glasur darauf verteilen und auskühlen lassen.

10) das Resultat genießen… :)

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* das Original sieht vier Eier vor
** das Original sieht 250 g Zucker vor
*** die Idee mit dem Honig kam von mir
**** oder was man halt favorisiert
***** Glasur oder nicht Glasur ist eine reine Glaubens- und vor allem Geschmacksfrage – ich mag sie normalerweise nicht, aber hier ist sie in meinen Augen ausnahmsweise einmal absolut unerläßlich.

Torte statt Worte!

Ein neuerlicher Geniestreich aus der Kategorie “dieJulia kocht, derMann fotografiert und dieLeserschaft scrollt sich die Finger wund”!

Biskuit:

5 Dotter
50 g Staubzucker
1 Pk. Vanillezucker
Schale einer halben Zitrone

5 Eiklar
50 g Kristallzucker
120 g glattes Mehl
1 TL Backpulver*

Creme:

500 g Erdbeeren
500 g Topfen
250 g Schlagobers + 1 Pk. Oberssteif
3 EL Zucker und 1 Pk. Vanillezucker (je nach Geschmack weniger/mehr)
(Instant-)Gelatine

Making Of/Howto:

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Nützliches Wissen:
Biskuit unverzüglich ins vorgeheizte Rohr und bei 180 Grad ca. 12-15 min. backen. Boden vor der Weiterverarbeitung gut auskühlen lassen. Verzierungserdbeeren vorsichtig in die noch nicht fest gewordene Creme drücken. Fertige Torte für allermindestens 3 Stunden, besser länger kaltstellen. Zum Schluß die Früchte mit ein bissi Tortengelee überziehen.

*daraus wurden in diesem Fall zwei Tortenböden; Numero Zwo wurde nur mit frischen Erdbeeren belegt.
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Rezeptgebührenfrei: Pfefferminzsirup

Ich wär ja nie auf die Idee gekommen, daß Minze neben ihrer Verwendung als unbedingt notwendiges Zubehör von gebratener Lammkeule zu etwas anderem taugt als Tee, Kaugummi, Lutschpastillen oder After Eight – bis die liebe Frau katze anläßlich einer Lieferung einer Kartusche feinsten Strukturacryls aus dem Hause Ramsauer dem Mann und mir kürzlich Pfefferminzsirup mit Goiserer Bergwasser kredenzte. Der Geschmack: minzig, zitronig, erfrischend – großartig!

Jetzt ist es zwar so, daß angesichts der klimatischen Frechheiten vor dem Fenster der Erzeugung von durstlöschenden Sommergetränken nicht unbedingt die höchste Priorität eingeräumt werden muß, aber wenn man die Augen schließt, akustisch mit Buena Vista Social Club für ein bißchen Sommerfeeling sorgt und sich ganz stark auf die Erinnerung konzentriert, daß es früher tatsächlich einmal ganz ohne Heizung über 20 Grad haben konnte. Draußen! (Weißt du noch, damals, als man im Supermarkt noch Sonnencreme kaufen konnte… ja, genau – in dem Regal, wo jetzt die Cremes für die Schwimmhäute zwischen den Fingern und die Kiemenpflegesets stehen! Und auf dem Balkon hatten wir statt Seegurken und Wasserlinsen Petunien und Tomaten!) – dann kann man, wenn der fahle Schnee von den Bergen grinst und im ewigen Regen ertrinkende Vögel matt piepsen, auch gleich Pfefferminzsirup erzeugen, statt übers Wetter zu jammern.

Für 3 Liter Pfefferminzsirup braucht man:

ca. 3 l Wasser
2-3 Zitronen (mitsamt der [unbehandelten] Schale in Scheiben geschnitten)
1-2 EL Zitronensäure
2-3 kg Zucker
eine erkleckliche Menge frischer Pfefferminze, idealerweise direkt aus dem Garten (dicksten Dank an dieser Stelle, liebe katze, für die duftende Fracht!)

Das ganze setzt man kalt an und läßt es zugedeckt ca. 24 Stunden (manche Rezepte tendieren zu einigen Tagen) an einem kühlen Ort ziehen. Dann hat man zwei Möglichkeiten: entweder man rührt die Sache so lange und engagiert um und um, bis man einen Tennisarm entwickelt und der gesamte Zucker davon überzeugt ist, daß er sich gefälligst aufzulösen hat, oder (und ich wählte aus Gründen das Oder) man bringt die aromatische Suppe unter ständigem Rühren langsam zum Kochen (erscheint mir persönlich simpler und haltbarkeitsfreundlicher). Egal, wie man sich entschieden hat: hat der Sirup die gewünschte Konsistenz erreicht, seiht man ihn durch ein Tuch ab, füllt ihn nach allen Regeln der Einkochkunst in Flaschen und freut sich anschließend über ein absolut wunderbares Geschmackserlebnis, das sogar über Dauerregen und Schneefall in mittleren Lagen hinwegtrösten kann. Zumindest ein bißchen.

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iCake

Mürbteig:
250 g Mehl
125 g Butter/Margarine (kalt/aus dem Kühlschrank)
125 g Zucker
1 Ei

Belag:
3 große (idealerweise säuerlich-herbe) Äpfel (zB. Boskop)
Saft einer halben Zitrone
Zucker, Zimt und gehobelte Mandeln nach Belieben
etwas geschmolzene Butter

Making Of/Howto:
Apfelkuchen/Making of

FAQ:
Q: Wie lange bei welcher Temperatur backen? A: ca. 30 Minuten bei 200 Grad Ober- und Unterhitze.

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und tschuldigung für den Scroll-Wahnsinn.

Backen geht mir total auf den Keks!

… ist eine Aussage, die auf Sie zutrifft? Dann lesen Sie lieber nicht weiter. Oder probieren Sie einmal dieses schon fast beleidigend einfache Rezept für geschmackstechnisch echt gloriose Haferflockenkeks – garantiert anfängergeeignet:

die Zutaten:

250g Zucker
250g Margarine/Butter
2 Eier
2 Päckchen Vanillezucker
1 TL Zimt
190g Haferflocken
180g geriebene Nüsse Ihrer Wahl
160g Mehl
2 TL Backpulver

außerdem: drei Backbleche, Backpapier, idealerweise ein Dressiersack (=Spritzbeutel), Rührschüssel, Schneebesen, Teigkarte, Mixer, Backrohr und ca. anderthalb Stunden Zeit

So geht’s:

Margarine/Butter auf Zimmertemperatur bringen, mit dem Zucker, Vanillezucker und Zimt zu einer flaumigen Masse verrühren/mixen und die beiden Eier nacheinander einarbeiten. Sodann nach und nach Mehl, Backpulver, Nüsse und Haferflocken unterheben. Die ganze Pampe füllen wir mit Hilfe einer Teigkarte in einen Spritzsack und dressieren dann in gebührendem Abstand (der Teig zerfließt beim Backen zu halbwegs runden Keksen) kleine Häufchen auf die wartenden Backbleche. Sollten Sie sich in der bedauerlichen Situation der Dressiersacklosigkeit befinden, können Sie die Häufchen auch manuell unter Zuhilfename eines Teelöffels fabrizieren, was aber definitiv keinen Spaß macht und jeden zeitlichen Rahmen sprengt. Die Kekse werden dann Blech für Blech 15 Minuten bei 190 Grad im vorgeheizten Backrohr gebacken (mit Umluft hab ich keine Erfahrung) und nach dem Abkühlen aufgegessen in dafür geeigneten Behältern gelagert, um sie später aufessen zu können.

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Empfohlener Soundtrack: Bobby Mc Ferrin/Simple Pleasures

Verschärfte Maßnahmen gegen die schleichende Überalterung von Chilis: “Tödliche Weihnachten”, das Rezept

Aufgrund der Tatsache, daß ich hier in letzter Zeit immer öfter zarte Interessensbekundungen am Eingemachten konstatiere, und weil ich selbst irgendwie ziemlich viel herumgelesen habe, ehe ich mich an das Konservieren von Früchten aus der Familie der Paprika wagte, habe ich mich also zur Veröffentlichung meines Rezeptes für eingelegte Chilis/Pfefferoni entschlossen.

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Voilà, es ist ganz einfach:

Der Mensch hat also irgendwo zum Niederknien schöne Exemplare der Gattung Capsicum ergattert und möchte sie weder trocknen noch sofort verspeisen noch einfrieren, sondern, weil er auf sauer-scharfes Eingelegtes zur Jause genauso steht wie auf den optischen Reiz solch eines Nachtschattenaquariums, auf gute alte Art einwecken. Nun denn.

-> Gläser. Sie brauchen schöne, große Gläser mit gut schließenden Deckeln, die Sie – zumindest hierzulande – in jedem Baumarkt zu sehr erschwinglichen Preisen käuflich erwerben, aber auch aus alten Gurkenglasbeständen rekrutieren können.

-> Weiters benötigen Sie: Weißen Essig mit einem Säureanteil von mindestens 5 Prozent. Salz. Ordentlich Knoblauch, pro Glas 3-4 Lorbeerblätter, Senfkörner, weiße Pfefferkörner, Wacholderbeeren und was Ihnen zum Thema sonst noch so einfällt.

-> Waschen Sie die Pfefferoni/Chilis (selbstverständlich nehmen Sie nur frische, knackige, unverletzte), und legen Sie sie über Nacht (beschwert mit einem Teller) in Salzwasser ein. Das rentiert sich angeblich insofern, als die Haut durchlässiger für den Sud wird und schadet, sofern es eine reine Glaubensfrage ist, zumindest nicht.

-> Anderntags spülen Sie die sauberen Gläser mit kochend heißem Wasser aus und stellen sie auf ein nasses Geschirrtuch. Die Chilis werden mit einer Nadel einige Male angestochen und darin nach Belieben arrangiert. Ein richtig großer Topf Wasser wird zum Kochen gebracht, um die Gläser später einzuwecken. In einem anderen großen Topf wird der Essig mit einem großzügigen Teelöffel Salz pro Glas, in Scheiben geschnittenem Knoblauch, Senfkörnern, Lorbeerblättern, Pfeffer und Wacholderbeeren erhitzt. Wenn dieser Sud kocht, wird er bis zum Rand über die Chilis gegossen, wobei man Gewürze und Knoblauch schön gleichmäßig aufteilt. Deckel fest zu und ca. 10 Minuten im Wasserbad weiterköcheln lassen; keine Angst, da explodiert nix. Wenn die Gläser ausgekühlt sind, sollten die Deckel richtig hart sein (so ca. wie ein Bauch über einer akuten Blinddarmentzündung). Und das ist eigentlich auch schon die ganze Hexerei.

Mindestens vier Wochen kann sich der Mensch nun an der Schönheit der scharfen Früchtchen weiden, dann darf er das erste Glas öffnen und sich vom Aroma der knackigen Schönheiten bezaubern lassen. Und wenn es eine richtig arg scharfe Chilimischung ist, nennt er sie vielleicht “Tödliche Weihnachten”.

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Gutes Gelingen!

Lady Marmalade

Duftender Honigapfel, spröde Schöne, launische Diva, roh ungenießbar, eingekocht ein höchst bezaubernder, den Gaumen überraschender Genuß: die Quitte.

Die meisten Rezepte sehen als Resultat Quittengelee vor, für das die Früchte samt Schale und Kerngehäuse weichgekocht werden, um den so entstandenen Saft durch Mull zu seihen, mit Zucker einzukochen und abzufüllen; bloß: mir sind die – in unseren Breiten wahnsinnig schwer erhältlichen – Früchte zu schade, um den Großteil davon auf den Kompost zu werfen, außerdem verkochen sie ohnehin zu einer sehr musigen Angelegenheit. Dies sei allerdings bitte nicht als Dogma zu verstehen.

Quittenmarmelade:

Quitten vom Flaum befreien, waschen, vierteln, vom Kerngehäuse trennen, schälen und in kleinere Stückchen schneiden. Die Früchte mit dem schneeweißen, intensiv nach Äpfeln? Birnen? Zitronen? duftenden Fruchtfleisch sind steinhart (also Vorsicht beim Verarbeiten!) und verfärben sich an den Schnittstellen fast unmittelbar braun, aber das gehört so.
Abwiegen und mit ein bißchen weniger als gleichschwer Zucker vermischen. Quitten enthalten sehr viel Pektin, deshalb muß man es mit dem Zucker nicht übertreiben; es muß noch nicht einmal Gelierzucker sein. Wer mag, kann noch ein bißchen Zitronensaft, Zitronenschale, Zimt etc. beifügen.
Sodann die Masse in einem richtig großen Topf zum Kochen bringen und unter ständigem Rühren und der eventuellen Beigabe von ganz wenig Wasser sprudelnd kochen, bis die Fruchtstücke weich und musig werden. Die Farbe der Marmelade verändert sich während des ca. halbstündigen Kochprozesses in ein tiefes Dunkelorange bis helles Korallenrot.
Sofort in saubere, heiß ausgespülte Gläser füllen (die Gläser bitte auf ein nasses Tuch stellen, damit sie nicht zerspringen), gut verschließen und auskühlen lassen. Anschließend an einem kühlen, dunklen Ort lagern (grundsätzliche Lagerfähigkeit: mehrere Monate bis Jahre, wird aber in der Praxis vorher aufgegessen).

Quittenmarmelade schmeckt (für meinen Gaumen) irgendwie leicht orientalisch, mollig-fruchtig, ein bißchen honigartig und eignet sich laut einigen Kochbuchautoren, Großmüttern und sonstigen kulinarischen Weisen neben ihrer Verwendung als Frühstückssemmerlaufstrich u.ä. auch hervorragend als Beigabe zu Wildgerichten.

Quittenmarmelade

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Pannonische Freuden: Update

Wie ich einmal das Gemüse ganz schön reingelegt habe:

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Pfefferoni, ganz schön reingelegt

[Fotos: Herr Ad]
[Aufgrund optischer Unspektakularität nicht im Bild: das anschließende Köcheln im Wasserbad.]
[Wer was an der Haltungsnote zu bemäkeln hat, kriegt es mit meinem großen Bruder zu tun!]
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Fastfood aus Ö: Fleischpflanzerln mit Erdäpfelsalat

Und wieder ein wunderschönes Rezept aus der Reihe “wie bei Muttern”. Liebevoll zubereitetes Fastfood statt figurfreundlicher Fastenküche. Yippie-ya-yay, Schweinebacke!

Zutaten:

600 g gemischtes Faschiertes (=Hackfleisch)
1 große Zwiebel
1 Handvoll Knödelbrot
1 extragroßes Biofreilandei
3 Knoblauchzehen (besser 4-5)
2 EL Majoran
2 EL Petersilie
1 TL Salz
Pfeffer, wenn gemocht
1 beherzter Klecks Senf
eventuell bissi Mehl

Zwiebel fein hacken, Knödelbrot mit bissi Wasser befeuchten, alle Zutaten in eine große Schüssel geben und gut durchkneten, zudecken, rasten lassen.

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Erdäpfelsalat:

1 Kilo Erdapferln, möglichst speckig/festkochend
1 rote Zwiebel
Essig
Öl
Salz
Pfeffer
Senf

Erdapferln je nach Größe 30-50 min in Salzwasser kochen, bis sie gar sind, und mit viel kaltem Wasser abschrecken.
Die Zwiebel in kleine Würfel schneiden und, hier kommt Trick von Julia!, in einer großen Schüssel gut mit Salz mischen (bei mir isses nämlich so, daß ich von rohen Zwiebeln gern Sodbrennen bekomme – wenn ich sie allerdings vorher einsalze, ist der Oesophagus später nicht sauer), Erdapferln schälen und scheibchenweise noch lauwarm in die Schüssel mit den Zwiebeln schnippeln.
Sodann eine Marinade aus halb Essig/halb Wasser (ich verwende weißen Balsamico mit einem Säuregrad von 7,1 %), einem Schuß Öl, Senf und Pfeffer machen, über die Erdapferln gießen (aber nicht zuviel auf einmal – lieber nach und nach. Manche Erdäpfel saugen die Marinade richtig schnell auf, manche eher zögerlich) und gut durchmischen. Bei Bedarf abschmecken.

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Finale:

Aus der Fleischmasse Laibchen formen und in ein bißchen heißem Öl von beiden Seiten braten, eventuell noch ein bissi im vorgeheizten Backrohr ziehen lassen und dann ab auf den Teller!

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Mahlzeit!

PS: Fleischpflanzerln werden offiziell Fleischlaibchen oder -laberl und inoffiziell (im Hause Atz) Deliriumskrapferln genannt. Das kann, muß man aber nicht wissen.
PPS: Die hier angegebenen Zutaten reichen für ca. eine halbe Dorfgemeinschaft, wobei sich die Laberln und auch der Salat aber auch perfekt zum am-nächsten-Tag-kalt-essen eignen.

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Hühnersuppe wie bei Muttern

Wenn’s den Menschen innerlich friert, braucht er Hühnersuppe, und zwar höchstselbst gekochte. Idealerweise kombiniert mit Bröselknöderln. Aber Vorsicht an alle überzeugten Singles: diese sinnstiftende, herzergreifend duftende und geschmacksknospenschmeichelnde Kombination hat mitunter schon Heiratsanträge ausgelöst, also sagen Sie nachher nicht, ich hätte Sie nicht gewarnt!

Man nehme:

1 frisches Landhenderl (= Huhn)
so ca. 8 Karotten
2 fingerdicke Scheiben Sellerie
ca. 150g Tiefkühlerbsen (Kann, nicht Muß)
~ 2 1/2 l Wasser
Liebstöckl, wenn bei der Hand
Salz
Pfefferkörner nach Belieben
1 Handvoll frischer Petersilie.

Hühnersuppe, Making-of 1 Hühnersuppe, Making-of 2 Hühnersuppe, Making-of 3 Hühnersuppe, Making-of 4
Making-of 5 Making-of 6 Making-of 7 Making-of 8

…bringe das ganze in einem richtig großen Suppentopf (ein dickes Danke an dieser Stelle an Muttern, die mich zu Weihnachten mit einem solchen Prachtstück aus feinstem Email bedachte!) zum Kochen und lasse es ein Stündlein oder zwei sanft vor sich hin wallen, bis das Henderlfleisch von selbst vom Knochen fällt. Das mitgelieferte Leberl läßt man gegen Ende von Phase 1 nur 15 Minuten oder so mitköcheln.

In der Zwischenzeit bereite man die Knödelmasse vor:

1 trockene Semmel vom Vortag, in kleine Würfel geschnitten (oder entsprechende Menge Knödelbrot)
ca. 1- 1 1/2 Tassen Semmelbrösel
1 großzügige Scheibe Butter (ca. fingerdick)
1 Ei
1/2-1 Tasse Wasser (bei Bedarf mehr)
bissi Salz
wieder ca. 1 Handvoll Petersilie

Making-of 9 Making-of 10 Making-of 11

(ich mach das immer ein bißchen grobianisch – ich verrühre in einer Schüssel die Butter mit dem Ei (von wegen “schaumig rühren”) und vermische das dann mit Wasser, Knödelbrot, Semmelbröseln und der Petersilie. Wichtig ist eigentlich nur, daß die Masse nicht zu weich und nicht zu hart ist, also nicht bröselt, aber auch nicht mehr an den Fingern klebt, wenn man sie durchknetet; das kann man aber ganz leicht durch die weitere Zugabe von Wasser bzw. Semmelbrösel steuern).

Making-of 12 Making-of 13 Making-of 14 Making-of 15
Making-of 16 Making-of 17 Making-of 18 Making-of 19

Wenn das Henderl schon gar arg im Zerfall begriffen ist und somit seine Bereitschaft zur Vollendung signalisiert, richte man sich ein großes Schneidbrett, ein scharfes Messer, einen zweiten großen Topf und ein sehr feines Sieb sowie Butter und Mehl her, hebe das Henderl und das Gemüse auf das Brett, bereite ein wenig Mehlschwitze zu, im Volksmund auch – wenig einladend – Einbrenn genannt (Butter zergehen lassen, Mehl dazu, anschwitzen) und seihe die Suppe durch das Sieb drauf, wobei man immer schön engagiert mit einem Schneebesen umzurühren hat, um die Bildung von sog. Boverln (= Klümpchen) zu unter- und das Süppchen per se zu binden. Das läßt man dann so ca. eine halbe Stunde dahinköcheln. Währenddessen mache man sich daran, Karotten, Sellerie und Fleisch zu zerkleinern, wobei man allerhöchste Sorgfalt in Sachen Haut-, Fett- und Knochenentfernung walten lassen muß; es gibt kaum etwas Abstoßenderes als so einen Hühnerknorpel oder irgendein nicht näher definiertes Schlumperzeug, auf den/das man beim Essen beißt… Das kleingeschnittene Fleisch und Gemüse wie auch die Tiefkühlerbsen läßt man in der Suppe noch ein bißchen mitziehen, ganz zum Schluß kommt die Petersilie dazu.

Währenddessen hat man in einem weiteren Topf Salzwasser zum Kochen gebracht (Köche sind multitaskingfähig!) und aus der Knödelmasse sehr kleine Knöderln geformt, die man eine Viertelstunde mehr ziehen als kochen läßt und als Suppeneinlage serviert.

dieHühnersuppe

Guten Appetit!
[Empfohlener Soundtrack: Hubert von Goisern/S'Nix]

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