Archiv für die Kategorie 'Tamara Tagebuch'

Aus traditionellen Gründen (ganz kann man sich dem ganzen ja selbst als Outlaw nicht entziehen): das große Jahresrückdings 2008

dieJulia…

…hat 2008 ca. mindestens viermal ernsthaft erwogen, zum Friseur zu gehen (was insofern eine sensationelle Verbesserung gegenüber 2007 darstellt, als der Gedanke somit immerhin eine gewisse Kontur erlangt hat, womit sich für gewitzte Analysten die zarte Tendenz zu einem tatsächlichen Friseurbesuch im Jahr 2009 abzeichnet. Oder 2010. Vielleicht.).

…hat am 10. Dezember 2008 in Anwesenheit ihres geliebten Mannes mit ihrem Salat gesprochen, wie sie ihrem Twitterarchiv entnehmen kann.

…wurde im Sommer 2008 von ihrem geliebten Mann mit einem Buch unter der Dusche erwischt. Daß er trotzdem an ihrer Seite blieb und nach eigenem Bekunden auch künftig bleiben möchte, erfüllt sie mit nachgerade grenzenloser Dankbarkeit.

…brauchte auch 2008 keine Klobrille zum Lesen.

…hatte 2008, an einem Samstag um halb Zwei, eine Arienerscheinung (Anita Cerquetti!).

…hält es für angemessen, Ihnen mitzuteilen, daß sie den Kühlschrank schon wieder nicht abgetaut hat. Vermutlich ist da drin schon die totale Evolution im Gange. Da es sich um eine stratifizierte Gesellschaft mit ausgeprägtem Kastensystem handelt (wie man sie etwa auch in Polynesien findet), haben die Unberührbaren vielleicht gerade beschlossen, eine Revolte gegen den Adelsstand anzuzetteln, und es herrscht eine Art Bürgerkrieg zwischen den ersten beiden Etagen. Sie gehen mit den Resten einer zweckentfremdeten Thunfischdose aufeinander los, die sie zu primitiven Armbrüsten umgebaut haben; es sind auf beiden Seiten Tote zu beklagen. Eine konspirative Vereinigung der klügsten Köpfe aus der obersten Etage ist damit beschäftigt, Pläne für eine atomare Waffe fertigzustellen, zu deren Rohmaterial sie die Überreste einer Tube mit Estragonsenf erkoren haben. Nur die friedlichen Bewohner des Gemüsefaches, die auf der Leiter der Evolution noch nicht ganz so weit gekommen sind, kümmern sich um den Fortbestand der agrarischen Tätigkeiten und züchten neben Schweinen, Ziegen und Rindern auch Runkelrüben und Getreide im fruchtbaren Umfeld einer Pappschale mit mittlerweile vollständig biologisch abgebautem Suppengemüse. [Als mich unlängst eine armierte Wurfkeule aus dem Tiefkühlfach traf, dessen männliche Population gerade versuchte, ein Mammut zu erlegen, das in eine sorgfältig getarnte Trichterfalle gegangen war, während die Frauen (die in ihren Fellanoraks richtig putzig aussahen) sich inzwischen anschickten, das Feuer zu erfinden, faßte ich den Entschluß, das mit dem Abtauen nächstes Jahr dann doch zu erledigen. Andererseits: falls der dritten Etage die Ingangsetzung der atomaren Kettenreaktion gelingen sollte, würde im Kühlschrank der atomare Winter Einzug halten, und ich könnte ihn bis auf weiteres als Tiefkühltruhe verwenden, was auch nicht schlecht wäre. Ich werde Sie auf dem laufenden halten.]

…hat sich 2008 ein Paar phantastische Draußenschuhe gekauft. (Ich meine - bitte! Viermal fast zum Friseur gegangen und ein Paar Schuhe gekauft! Tussialarm beinahe!)

…hat sich 2008 täglich mindestens zweimal akribischst die Zähne geputzt, gezahnseidet und all das. Was ihr allerdings nicht den zweimaligen Horrorgang zur Dentalsadistin from Hell und des Todes ersparte. Sekundärkaries, knickknacksiewissenschon.

…hat 2008 (mangels Gelegenheit) keinen Briefträger verbellt, keine Bank überfallen, nicht im Lotto gewonnen und nicht gepöbelt, war also mit einem Wort wirsch, gehobelt und gezogen, wie sich das für eine anständige, äh, junge Dame gehört.

…war 2008 kein einziges Mal krank.

…hat 2008 die Fenster geputzt!

…hat somit einen qualitativ und quanitativ sehr ansprechenden Eintrag verfaßt, für den sie Literatur- und Nobelpreise, gedeckte Schecks oder hochwertige Sachpreise gern entgegen nimmt. (Bezüglich der eventuellen Aufstellung von Statuen, Monumenten u.ä. kann über die im Impressum angegebene eMail-Adresse Kontakt aufgenommen werden, Kontonummer auf Anfrage, von Kranz- und Blumenspenden bitten wir abzusehen)

…und selbst so?

Syllepsie im Hallenbad

Schmeiß dein Zeug ma ins Kästchen und dich zu uns ins Wasser, nä!

Der botanische Schüttelreim (Gärtnerehepaars Racheschwur)

Blattlauspack und Engerlinge
Dulden wir nicht länger, Inge!

Der ophtalmologische Schüttelreim

Ich glaub, ich hab mir das Auge verletzt -
genauer gesagt: mit Lauge verätzt.

Der journalistische Schüttelreim

Schon in Druck

Die G’schicht ist Satz für Satz verhaut
Anders gesagt: er hat’s versaut.
Da hilft, wie er dem Boß gesteht,
Jetzt nicht mal mehr ein Stoßgebet.

hausemphelung

Haben Sie auch diese Vertipper, die Ihnen gern immer wieder passieren?
Bei mir sind es, eher unspektakulär, Woflgnag, udn, vro und die Leibe (wobei ja zum Beispiel Liebes- und Leibesmagnetismus nicht zwangsläufig nichts miteinander zu tun haben müssen, aber das ist wahrlich eine andere Geschichte).
Jedenfalls gibt es, und das sind dann irgendwie die Chefs unter den Vertippern, auch ganz wundervolle Wortneuschöpfungen, wie

bratungsgespräch
augenhölle
scheinbeine
freudschaft
oder
schaftablette

und die werden von monochrom (”in unprätetiönser reihenfolge”) gesammelt:
orto - die schoensten vertipper einer angenommenen deutschen sprach- und wertegesellschaft. Viel Spaß!

So für zwischendurch

“Legen Sie sich
unter einen Baum,
als ob Sie
heruntergefallen
wären.”

- Erwin Wurm

Videowochen bei derJulia

Ein reizender Film über… hm. Tennis, Zähneputzen und Tangotanzen mit Auto.

(via nom nom nom)

Große Fragen der Menschheit:

Können Katzen Klavier spielen?
Antwort: Sehen Sie selbst…

H.C. Artmann: Alanech fia dii

… vertont.

Sabina Hank & Band feat. Willi Resetarits (live)

(Direktlink)