Archiv für die Kategorie 'Tamara Tagebuch'

Der geschüttelte Wienerliedsänger auf Abwegen

Die Bar, in der ich immer sing,
Befindet sich in Simmering;
Während ich in Sievering
nur heute ‘Old Man River’ sing.

Lesestoff KW 41/08-1/09

Marlen Haushofer: Eine Handvoll Leben (zweites Mal, 9/10)
Ray Bradbury: Fahrenheit 451 (ca. fünftes Mal, 9/10)
Tom Robbins: Buntspecht (6/10)
Louise Erdrich: Die Rübenkönigin (7/10)
Rosa Montero: Zittern (4/10)
Barbara Neely: Night Girl (0/10)
Hilary Mantel: Der riesige O’ Brian (7/10)
Tore Renberg: Das Wunder im Erdbeerfeld (zweites Mal, 6/10)
John Irving: Owen Meany (zweites Mal, 6/10)
H.C. Artmann: How much, Schatzi? (9/10)
T.C. Boyle: Talk Talk (7/10)
Haruki Murakami: Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt (9/10)
Victoria Thérame: Paris erobern (zweites Mal, 9/10)
Arnon Grünberg: Der Vogel ist krank (7/10)

Der einleuchtende Schüttelreim

Wenn ich vom Hemd den Kragen mampf
dann krieg ich einen Magenkrampf.

Achsoja!

Meinen Lesern, den regelmäßigen und den seltenen, den nie und den viel kommentierenden, den lauten und den leisen, den jungen und den alten:

Guten Rutsch - und möge 2009 phantastisch werden! :)

Gluecksschwein.jpg

Aus Lust und Laune: Altjahresstöckchen-Dings

Zugenommen oder abgenommen? Weder-noch.
Haare länger oder kürzer? Länger.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Ophtalmologisch gesehen (…) keins von beiden, glaub ich mal.
Mehr ausgegeben oder weniger? Weniger.
Der hirnrissigste Plan? Gab es keinen. Höchstens Planlosigkeit, aber es wird.
Die gefährlichste Unternehmung? Tun, dann denken. Ist nicht immer so gut.
Der beste Sex? Mhm.
Die teuerste Anschaffung? Auf nächstes Jahr verschoben.
Das leckerste Essen? Schafkäse, gefüllte Weinblätter, Paradeiser, Paprika, Oliven, Tarama, Tsatsiki und frisches Fladenbrot vom Naschmarkt an einem Sommernachmittag.
Das beeindruckenste Buch? Puh. Als Vielleserin… Murakamis “Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt” hat mich als Neuzugang sehrstens angesprochen.
Der ergreifendste Film? Die Fälscher. Ich war aber auch nicht wirklich viel im Kino.
Die beste CD? Unmöglich zu beantworten.
Das schönste Konzert? Konzerttechnisch war das nicht mein fettestes Jahr, aber hej - 2009, ich komme!
Die meiste Zeit verbracht mit…? Lesen, Lachen, Lieben, Leben.
Die schönste Zeit verbracht mit…? Meinem Liebsten.
Vorherrschendes Gefühl 2008? Alles kann, alles darf, nichts muß. Dankbarkeit.
2008 zum ersten Mal getan? Vanillekipferln gebacken.
2008 nach langer Zeit wieder getan? Civilization und Federball gespielt.
3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen? Kassenzahnarzt- und andere Wartezimmer, phasenweise Schlaflosigkeit.
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Was immer auch passiert, wir packen das.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Bedingungslosigkeit.
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Vertrauen, Liebe natürlich, Sicherheit.
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat? “Wir packen das”.
Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe? Hmmm. “Der Kaffee ist fertig”? :)
2008 war mit 1 Wort…? Übergangslastig.

via f

Die wirklich drängende Frage im ausklingenden Jahr (und außerdem ein Schüttelreim)

Will’s Esther zu Silvester?

Haarige Schüttelreime

Ungepflecht nach Ware haschen?
Lieber vorher Haare waschen!

Aus Übersee kam heiße Ware
(die Wunderkur für weiße Haare)…

… und manche sieht man gar hehlen
Mit dubiosen Haargelen!

Schmerz verspürt der Vorfahr, herben,
erwischt er dich beim Haar-Färben…

Fürs Föhnen gilt: spar Hitze -
das freut die zarte Haarspitze!

und noch ein Klassiker von Popvatern:

Nach Übersee, als Handelsware,
Verschickte man Herrn Wandls Haare.

Für Unentschlossene: das ultimative Weihnachtslied (zum Mitsingen)

(via kreativbetrunken.soup.io)

Das musikalische RückSchau-Stöckchen 2008

b@ss vom KonFerenzRaum hat mich - schon vor ein paar Tagen - mit einem musikalischen RückSchau-Stöckchen bedacht, das ich doch nur zu gerne an mich nehme:

Es wird langsam wieder Zeit, sich Gedanken darüber zu machen, welche Musikalienveröffentlichungen im ausklingenden Jahr besonderer Erwähnung bedürfen, welche Tonträger uns am meisten beeindruckt haben. Dabei wollen wir aber auch nicht die Veröffentlichungen ausschließen, die vielleicht schon etwas älter sind, aber erst jetzt oder aber erneut die Trommelfelle erfreut haben.

2008 war nicht gerade das fetteste CD-Erstehungs-Jahr in meiner Vita, aber um ein paar Neuveröffentlichungen bin ich dann doch nicht herumgekommen. YouTube und myspace sei dank auch nicht um ein paar Entdeckungen, die darüber hinaus das Herz erwärmen und den Popo in Schwingungen versetzen, hier aber den Rahmen sprengen würden. Meine Nennungen erfolgen unter besonderer Berücksichtigung der österreichischen Kleinode dieses Jahres.

Als erstes muß man da THE SLOW CLUB - house of sleep nennen. Schon der Vorgänger (This is the Slow Club), Hansi Langs Interpretationen von Standards aus dem Great American Songbook, wunderschön arrangiert von Thomas Rabitsch und zart elektrisiert von Sofa Surfer Wolfgang Schlögl, zählt zu meinen absoluten alltime Lieblingsplatten. Auf house of sleep ist dieses Dream Team wieder zusammengekommen, um dieses Mal ausschließlich Eigenkompositionen zu vertonen. Hansi Lang, der im August 2008 im Studio einen Schlaganfall erlitt, an dem er kurze Zeit später verstarb, hat eine große Lücke hinterlassen. Und mit diesem Album, an dem er mit Schlögl und Rabitsch zwei Jahre gearbeitet hat, ein Juwel von einem Abschiedsgeschenk.

Probehören: das versponnen-melancholische The Talk of The Sun

Und wo wir gerade bei Thomas Rabitsch sind - der hat tief in die forensische Trickkiste gegriffen und eine atemberaubende Rekonstruktion eines Konzerts von Falco mit 80-Mann-Orchester aus dem Jahr 1994 vorgelegt: Falco - Symphonic erschien zwar pünktlich zum zehnten Todestag des Falken, hat aber mit Leichenfledderei nicht im geringsten zu tun. Ein gutgelaunter Falco, eine großartige Band (mit dem international äußerst erfolgreichen Österreichexport Thomas Lang am Schlagzeug), Falcos Musik definitiv gerecht werdende Arrangements (Dirigent Raoul Herget): ein bondesker, bombastischer Augen- (DVD) und Ohrenschmaus (CD).
Probehören: Nachtflug/Rock me Amadeus als YouTube-Direktlink

Österreicher, Teil 3: Madita, die zarte Schöne mit der eindringlichen Stimme, die mich schon 2002 auf „Gran Riserva“ von DZihan & Kamien aufhorchen ließ und 2005 mit ihrem selbstbetitelten Debütalbum meine Ohren im stillen Sturm eroberte, meldete sich 2008 mit “too” zurück, das auf eine Art fröhlicher ausgefallen ist als ihr Erstlingswerk. Besonders angetan haben es mir die Bigband-Nummern (Bläserarrangements: niemand geringerer als Heinrich von Kalnein), zum Beispiel das durchgeknallt-laszive “You”, das unmittelbar an die wunderbare MM erinnert; das ungemein seelenvolle “Karma” bringt mich direkt zum Schmelzen, und wer beim versponnen-jazzigen “fragile” nicht Wange an Wange mit seinem Lieblingsmenschen ganz langsam barfuß in den Sonnenaufgang tanzen will, dem ist bei Gott nicht zu helfen.
www.madita.com

Was haben Madita, Tyler und Hubert von Goisern gemeinsam? Antwort: Alex Pohn, Drums. Was mich nämlich ohne Umschweife auf HvGs neuestes Album bringt: S’Nix. Ein fröhlich-urtümliches Kompendium des umtriebigen Goiserers (der einst bei meinem Vater Trompetenunterricht nahm) - nach mehreren Jahren der ruhigeren Gangart rauh, rockig, laut, schräg, quasi ein bißchen so “Hubert und wie er das Alpenland sah”. Interessant dabei die Riege der etablierten Voll(blut)profis, die er da angeheuert hat: neben Alex Pohn sorgen David Lackner, Severin Trogbacher und Helmut Schartlmüller für ein äußerst solides musikalisches Rückgrat. Auch wenn “S’Nix” nicht meine definitive HvG-Lieblingsplatte werden wird (die hat er im Jahr 2000 mit der kaum zu übertreffenden “fön” herausgebracht), zählt sie zu den erwähnenswerten Neuerscheinungen des Jahres 2008, nämlich schon allein für “Rotz & Wasser”, eine auch für Nichtfußballauskenner wie mich total umwerfende und witzige Hommage an Heribert Meisels Radioreportage des Fußball-WM-Viertelfinalspiels Österreich gegen die Schweiz (1954), oder für “Siagst as”, bei dem in Zeitlupe zwei Welten (Hubert von Goisern und Xavier Naidoo) kollidieren.
Hubert von Goisern

Österreich, Teil 5: Der phantastische Hot Pants Road Club, derzeit unterwegs mit dem “Grand Funk Orchestra” (16 Mann hoch!), hat mich als langjährigen Fan bereits 2007 mit “saint here” wieder einmal aus den Socken gehauen; 2008 wurde dieses Album als Doppel-CD saint here & remixed - das Original und Remixes davon (Albin Janoska, MAdoppelT, i-wolf und viele mehr) - erneut herausgebracht.
Freunde von Groove und Funk sehen und hören sich bitteschön auf http://www.myspace.com/hotpantsroadclub um.

Weiters schwer beeindruckt haben mich dieses Jahr

Beady Belle, eine meiner absoluten Lieblingsbands, mit “Belvedere” (darauf zu hören: die deklarierten Beady Belle-Fans India Arie und Jamie Cullum!), auf der ein überraschender Richtungswechsel vom perfekt austarierten, schmerzhaft schönen Elektro-Jazz hin zu vergleichsweise leichtfüßig bluesig-lässigen Folk-Klängen zu vernehmen ist.
http://www.myspace.com/beadymusic

The Roots: Rising Down (YouTube ist voll mit den Roots. Selber suchen!)

und

eine meiner vergleichsweise neu entdeckten Lieblingsbands härterer Gangart aus Deutschland, Blackmail, mit tempo tempo, das zwar nicht ganz an meinen Favoriten “Friend or Foe” heranreicht, sich aber bei jedem Mal Hören tiefer ins Stammhirn gräbt.
http://www.blackmail.de/

Das ganze noch einmal in chronologischer Reihenfolge:

Falco - Symphonic (DVD), Sony BMG, 1. Februar 2008.
Madita - too, gran depot/Couch Records, 28. März 2008.
blackmail - tempo tempo, City Slang/Universal, 28. März 2008.
Beady Belle - Belvedere, Emarcy Rec (Universal), 25. April 2008.
The Roots - Rising Down, Def Jam/Universal, 25. April 2008.
Hubert von Goisern - s’Nix, lawine/Sony BMG, 23. Mai 2008.
Hot Pants Road Club - saint here & remixed, fm music/Hoanzl, 24. Oktober 2008.
The Slow Club - house of sleep, serious entertainment, 7. November 2008.

Der kulinarische Schüttelreim zur Jagdsaison

Einen Hirschen will er kochen…
sind denn Rotwildkillerwochen?