[vertretungsweise, aldiweil die werteste gerade suppe kocht.]
Autoren-Archiv für Ad
manchmal, aber nur manchmal, muß ich mir eine klassische kalorienbombe geben. wissen sie, sowas, wo alleine schon beim gedanken daran, die digestion eine zweite filiale eröffnen möchte. manchmal muß es eben ein selbstgemachter cheesburger sein, wobei wir schon beim thema wären. wie immer ohne mengenangaben, bei mir wurden es zwei, sollten sie 77 gäste erwarten, nehmen sie besser das ganz große auto zum einkaufen.
zutaten:
hamburger-sesambrötchen (die großen)
hackfleisch (ich nehme rind, sie müßen mich nicht imitieren)
zwiebeln
eier
knoblauch (in diesem falle wenig)
frische petersilie
cheddar käse
tomaten
grüne gurke
kopfsalat (muß aber nicht sein, habe ich selten, nur dann, wenn ich welchen habe…)
zwiebeln (große)
mayonnaise (nicht die ausbalancierte fettarme!)
ketchup (wer mag, ich nicht)
helferlein:
gutes olivenöl
schwarzer pfeffer
salz
paprikapulver
mineralwasser
so:
bei der zubereitung eines solch ur-amerikanischen und jahrhunderte alten rezeptes, empfehle ich als soundtrack etwas folklorisches, von damals, zum beispiel the bosshoss. dazu ein bier. als erstes kneten wir das fleisch zusammen mit diversen zutaten: kleingehackte zwiebel/knoblauch/petersilie, ei, dazu einen schuß kohlensäurehaltiges wasser (verwende ich statt des aufgeweichten brötchens, habe ich als tipp von einem sternekoch aus einer fernen galaxis bekommen), eine menge pfeffer und eine menge salz, eine gute prise paprikapulver. ich persönlich knete mit den händen, weil das am besten und am schnellsten geht, zudem muß ich immer über leute lachen, die sich kindisch davor ekeln diese masse anzufassen und sich dann halb die arme brechen, weil sie das ganze mit irgendwelchen holzlöffeln versuchen. vorsicht ist allerdings ebenfalls beim nackten händekneten angesagt - ringe und uhr ausziehen! es ist schon ekelhaft, wenn sich so ein hackfleischklumpen in etwas eingraviertem festsetzt.
abgeschmeckt und damit zufrieden, formen wir das fleischgemisch in größere und flache exemplare, die anschließend im heißen olivenöl landen und cirka so lange gebraten werden, bis sie durch und fertig sind. in der zwischenzeit kann man auch wunderbar eine ganze platte zutaten vorbereiten: gurke und tomaten in scheiben schneiden, die großen zwiebeln in ringe, salatblätter auswählen und waschen. etwa fünf miunten bevor alles fertig ist, stecke ich persönlich noch gerne das durchgeschnittene brötchen bei cirka 100° umluft, in den ofen.
eigentlich wars das schon. ich belege meist von unten nach oben, falls sie das andersrum können, so müßen sie mir das unbedingt mal vorführen. brötchenboden, ordentlich mayo, ein blatt salat, zwiebeln, fleisch, käse, gurken, tomaten, nochmal mayo, brötchendeckel, ein weiteres bier, zahnstocher.
in diesem sinne - wie möchten sie ihr fleisch? durch, medium oder halb bewusstlos?
da ich in den letzten wochen fünf kilo abgenommen habe, aus bekannten und unbekannten gründen, und zudem sehr ungern für mich alleine koche, mußte das heute trotzdem endlich mal wieder sein, so ein wenig sauerei in der küche veranstalten. was mengenangaben angeht, so müßen sie sich selbst gedanken machen, ich beschreibe etwa zwei portionen.
zutaten:
3 x paprika (rot, gelb, grün - wie an einer ampel)
3 x zucchini (sie können auch weniger nehmen, ich liebe allerdings dieses gurkenkürbis)
1 x putenfilet (sie können auch mehr nehmen, ich bin allerdings nicht gerade DAS fleischfressende monster)
1 x couscous (250 g)
2 x knoblauchzehen (ich nehme drei…)
1 x zwiebel, nach möglichkeit eine große (ich nehme zwei…)
1 x rote chilischote (falls sie ein jammerlappen sind, nehmen sie halt eine halbe)
helferlein:
gutes olivenöl
schwarzer pfeffer
portugisisches meersalz
tomatenmark
basilikum
zitrone
so:
musik aufdrehen (blackmail), kochschürze umbinden und gemüse schälen, das werde ich ihnen allerdings wohl nicht beschreiben müßen, weil wenn… dann sollten sie viellecht doch besser bei ihrer fertigpizza bleiben…
olivenöl erhitzen, darin kleingeschnittene zwiebel anbruzeln, fleisch hinzufügen (in kleine stücke zersägt), bis es durch ist, dann die hitze reduzieren, paprika hinzufügen, zusammen mit in öl und salz zermörstem knoblauch.
in der zwischenzeit couscous zubereiten. den couscous mit gesalzenem, warmen wasser anfeuchten. rühren sie ihn gut um und lassen sie ihn unter einem deckel quellen.
während er sich aufbläht, können wir zucchini und die chilischote zu den übrigen zutaten beigeben, noch einmal die hitze erhöhen, salzen, (ordentlich) pfeffern, ein wenig tomatenmark untermischen, nebst etwas basilikum. ein schuß zitrone (nicht ins auge spritzen!) kommt ganz zum schluß.
essen.
idiotensicher, schnell, gesund und verdammt lecker. den rest des couscous rühre ich meist zusammen mit dem rest der zutaten in einen topf, weil man das wunderbar am nächsten tag aufwärmen kann, wobei das ganze dann noch viel besser mit würze durchgezogen ist.
wir sehen uns in der hölle!
als ich gestern so zwischen lauter quaselnden und lachenden menschen saß, passierte etwas merkwürdiges mit mir. ich war fremd unter bekannten. und ich meine, wen kann man schon besser kennen, als seine eigenen eltern?!
vielleicht war ich aber nicht fremd, sondern einfach nur abwesend? oh ja! aber sowas von. in vielen augenblicken verließ mein kopf meinen körper, um wie ein vogel in den süden zu fliegen. dort gibt es einen bestimmten ort, dort ist es wärmer. es war unhöflich bis peinlich, doch ich war vollkommen gelähmt. gänzlich nicht anwesend…
bei einem meiner vielen zigarettenausflüge, wurde ich vom gestgeber besucht, der sagte “was ist los ad?“, wobei mir automatisch eine riesige träne aus einem meiner augen schoß, die zu einem fluß mutieren könnte, und ich konnte bloß entgegnen “nichts, mein kopf ist bloß woanders…“, worauf er seine hand auf meine schulter legte und nur grinsend sagte “nein ad, dein herz ist woanders!“, um mich anschließend stehen zu lassen…
ja, recht hatte er. ganz gleich ob kopf oder herz. die sinne drehen am rad, die mühle der gefühle erzeugt ein endprodukt der feinstkörnigkeit. das spektrum der empfindungen macht keinen halt vor verpflichtungen, peinliches auftreten vor bekannten personen wird plötzlich und einfach in kauf genommen. poinè, na und?
doch wissen sie, was am ende bleibt? kein schamgefühl, sondern freude. und zwar darüber, daß man nach vielen enttäuschungen trotzdem noch in der lage ist, dinge zu empfinden, die kosmisch sind und umgeben von gänzlicher und warmer akzeptanz.
nicht versaut, nicht stumpf, nicht kalt oder berechnet, nein, eher ein personifizierter heizungskörper der gerade entlüftet wurde.
und was bleibt am ende der erkenntnis?
eine mentale haupthimmelsrichtung…
freud war eine gefühlsschlampe. er hat tatsächlich sehnsucht mit trieben der konservativen natur vergliechen. dabei sind gewisse dinge manchmal nicht wirklich definierbar, nicht alles kann man beschreiben, oder auf den punkt bringen, nein, manche dinge kann man bloß fühlen und nicht denken.
geht mir zumindest so. wissen sie, wenn ich nun aus einer gefühlslaune heraus mit einer chromaxt ihren arm abtrennen würde, dann können sie sich dieses horrorszenario vielleicht bildlich vorstellen, doch den gefühlten schmerz kaum…
so rühre ich also in der suppe des buchstabierens und kann ihnen nicht annähernd beschreiben, welche orkane mich augenblicklich mental heimsuchen. tiefdruckgebiete reichen sich die hände mit tropischer hitze, ein süßer hirntod folgt dem anderen, das herz pumpt um die wette, während die emotionen wie geisteskranke und tollwütige eichhörnchen randalieren.
kommen sie auf den punkt herr ad! werden sie jetzt brüllen, während ich mir geistig verloren die birne kratze, doch ich entgegne bloß mit ich bin nicht herr ad! ich bin der, der neben ihm steht und mein name ist begierde!
unsere generation hat eine meise. wir erzeugen ein großes wir-gefühl, allerdings jeder für sich alleine, suchen und wühlen in den tiefsten löchern des lebens nach antworten, doch wenn wir diese bekommen, verwerfen wir sie, weil sie uns zu einfach erscheinen. eine komplikation des simplicissimus, als eine versaute beilage des trockenen lebensmenüs, inklusive zäher gedanken.
dabei ist das ein aberwitz unseres daseins, weil ebendieses darunter leidet, indem wir hektisch jeden zentimeter des lebens hinterfragen, während dieses uns bloß ungeachtet altern läßt…
leute! hömma! das ist ganz einfach, das herz der lebewesen ist der grundstock ihres lebens, nicht das gehirn! (an dieser stelle dürfen sie sich ebenfalls als ein “lebewesen” verstanden fühlen). wenn liebe die stärkste zuneigung sein soll, die ein mensch empfinden kann, dann belassen wir es einfach dabei und hinterfragen keine lepidopteria.
das leben ist zwar etwas komplexes, sollte allerdings nicht als eine metapher enden…
ihr Ad