Ich wär ja nie auf die Idee gekommen, daß Minze neben ihrer Verwendung als unbedingt notwendiges Zubehör von gebratener Lammkeule zu etwas anderem taugt als Tee, Kaugummi, Lutschpastillen oder After Eight – bis die liebe Frau katze anläßlich einer Lieferung einer Kartusche feinsten Strukturacryls aus dem Hause Ramsauer dem Mann und mir kürzlich Pfefferminzsirup mit Goiserer Bergwasser kredenzte. Der Geschmack: minzig, zitronig, erfrischend – großartig!
Jetzt ist es zwar so, daß angesichts der klimatischen Frechheiten vor dem Fenster der Erzeugung von durstlöschenden Sommergetränken nicht unbedingt die höchste Priorität eingeräumt werden muß, aber wenn man die Augen schließt, akustisch mit Buena Vista Social Club für ein bißchen Sommerfeeling sorgt und sich ganz stark auf die Erinnerung konzentriert, daß es früher tatsächlich einmal ganz ohne Heizung über 20 Grad haben konnte. Draußen! (Weißt du noch, damals, als man im Supermarkt noch Sonnencreme kaufen konnte… ja, genau – in dem Regal, wo jetzt die Cremes für die Schwimmhäute zwischen den Fingern und die Kiemenpflegesets stehen! Und auf dem Balkon hatten wir statt Seegurken und Wasserlinsen Petunien und Tomaten!) – dann kann man, wenn der fahle Schnee von den Bergen grinst und im ewigen Regen ertrinkende Vögel matt piepsen, auch gleich Pfefferminzsirup erzeugen, statt übers Wetter zu jammern.
Für 3 Liter Pfefferminzsirup braucht man:
ca. 3 l Wasser
2-3 Zitronen (mitsamt der [unbehandelten] Schale in Scheiben geschnitten)
1-2 EL Zitronensäure
2-3 kg Zucker
eine erkleckliche Menge frischer Pfefferminze, idealerweise direkt aus dem Garten (dicksten Dank an dieser Stelle, liebe katze, für die duftende Fracht!)
Das ganze setzt man kalt an und läßt es zugedeckt ca. 24 Stunden (manche Rezepte tendieren zu einigen Tagen) an einem kühlen Ort ziehen. Dann hat man zwei Möglichkeiten: entweder man rührt die Sache so lange und engagiert um und um, bis man einen Tennisarm entwickelt und der gesamte Zucker davon überzeugt ist, daß er sich gefälligst aufzulösen hat, oder (und ich wählte aus Gründen das Oder) man bringt die aromatische Suppe unter ständigem Rühren langsam zum Kochen (erscheint mir persönlich simpler und haltbarkeitsfreundlicher). Egal, wie man sich entschieden hat: hat der Sirup die gewünschte Konsistenz erreicht, seiht man ihn durch ein Tuch ab, füllt ihn nach allen Regeln der Einkochkunst in Flaschen und freut sich anschließend über ein absolut wunderbares Geschmackserlebnis, das sogar über Dauerregen und Schneefall in mittleren Lagen hinwegtrösten kann. Zumindest ein bißchen.

… der duftet ja bis in die schattseite umi! VERLANGT willi jetzt KATZENMINZEßßß MIAU1
sorry, tippfehler wg. fast-nix-sehens…
Seltsamerweise fühlt sich der Willi seit kurzem zu Pringles hingezogen. Die Sour Cream-Variante, um genau zu sein. Da muß man immer schön aufpassen, daß das rosaschnäuzige Wesen beim gemeinsamen Dr. House-Schauen nicht unbeobachtet zugreift – weil: gesund ist das sicher nicht für so einen Katz. Vielleicht tun die da ja Katzenminze rein, getarnt als E 309?
Ach so, und mach dir keine Gedanken wegen allfälliger Tippfehler. Um diese Tageszeit vretipp chi mchi acuh städni22^°#. :)
ich bin zur zeit auf dem schokoladenminztrip – direkt vom balkon gezupft und beim stundenlangen telefonieren mit der schwester gekaut, hat die auch einen sehr schönen abgang …
…ich glaube das muss ich auch mla probieren. Klingt mehr als interessant.
Guck, noch ne Katze die surfen und bloggen kann..
Liebe Frau Julia,
das klingt ja schon ganz gut, aber packen Sie doch bitte einfach mal eine von den Flaschen in die Post. Flaschenpost. Ich rezensiere das dann auch öffentlich. Versprochen.
Sommerliche Grüße,
Ihr Peppermint Scheibster
Off Topic: ich hoffe, dass Sie heute mit dem Herrn des Hauses einen extra Pfefferminzsirup auf dessen Gesundheit und neues Lebensjahr trinken, Frau Julia.