31 Tage – 31 Bücher/Tag 7

Tag 7 – Ein Buch, das dich an jemanden erinnert

Komischerweise ist diese Frage für mich am schwierigsten von allen zu beantworten und diejenige, auf die ich keine spontane Antwort geben kann. Bücher erinnern mich eigentlich an niemanden. Eine Geschichte zwischen zwei Buchdeckeln ist immer wie ein Stück Neuland, das man betritt, und mit dem man Seite für Seite immer vertrauter wird. Sicher ist es so, daß es punktuell immer wieder (Ab-)Sätze gibt, bei denen man aufspringen und jauchzen will “jajajajaja! Genau so ist das! Genauso fühlt sich das bei mir auch an!”. Und wie schon kürzlich erwähnt, ist es bei mir auch so, daß ich Spuren von mir selber in Büchern wiederfinde, wenn ich sie zum wiederholten Male lese (und damit meine ich jetzt nicht den Kaffeerand einer schmutzigen Tasse oder den schokoladigen Fingerabdruck). Aber daß mich ein Buch an eine bestimmte Person erinnert – nein, so ist das nicht. Es ist viel komplexer. Vielleicht ist das auch so, weil man Bücher, anders als Filme oder Theaterstücke oder Städte (oder Songs!), schließlich nur allein betreten kann. Daß man in ihnen für die Zeit des Lesens allein ist mit den handelnden Personen – kein gemeinsames “Aaaaaach” oder “wo-ho!” wie beim Filmgucken, kein “hast du das rote Auto gesehen, daß da grad durchs Bild fuhr?”. Lesen passiert ja nicht in einem streng bemessenen Zeitrahmen – also selbst wenn zwei etwa gleich schnelle Leser mit einem ähnlichen Geschmack ein und dasselbe Buch zugleich und ohne Pause lesen würden, würden sie doch nicht an genau denselben Stellen hängen bleiben und sich etwa gegenseitig zurufen “Wahnsinn, die Frau in dem roten Kleid!” (Oder vielleicht etwa doch? Wäre einmal ein interessantes Experiment…).

Jedenfalls denke ich bei Büchern ganz schlicht und einfach immer nur an ihren Inhalt, nicht an einen real existierenden Menschen. Wenn ich in meinem Hirn irgendwann auf eine Ausnahme stoßen sollte, werde ich aber sofort Bescheid geben.

3 Kommentare zu “31 Tage – 31 Bücher/Tag 7”


  1. 1 la-mamma

    ach, wie schön, sie haben sich des bücherstöckchens erbarmt. da bastel ich mir umgehend eine weihnachtswunschliste aus ihren einträgen. also vielleicht nicht gerade aus diesem. aber ich hab ja schon “nachgelesen”;-)

  2. 2 la-mamma

    ps: mich würd ja eher bei gleichem leseverhalten interessieren, ob der oder die andere auch an den selben stellen so laut und peinlich auflachen muss wie ich …

  3. 3 dieJulia

    Mhm, das mit dem Laut-Auflachen kenne ich nur zu gut… ich hab oft echt Angst, den Mann zu wecken, wenn ich im Bett sagmermal Tom Robbins nasche… :)

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