Du sollst nicht zu den Buchen kacken,
Wir wollen lieber Kuchen backen.
Archiv für April 2009
Irgend so ein sehr schlauer alter Chinese (?) hat doch einmal sowas von wegen “Setz dich an den Fluß und warte, bis dein Feind vorübertreibt” gesagt. Das geht nämlich auch prima mit Fotografieren: Setz dich an den Hochstrahlbrunnen und warte, bis dir Leute durchs Bild rennen. Total meditativ! Echt! Vielleicht mach ich da einmal eine Serie draus, wenn ich groß bin.
[Größer? Klick!]
Ein Misanthroph ist Paul, der Rappe: zur Bäurin sagt er: “Halt die Klappe!”
Ottokar, der Truthahn, fährt selten mit der U-Bahn.
Trudpert, dieses Höllenhuhn, hat ja freitags stets zu tun.
Ochsen, die nach Kühen stieren, haben schreckliche Manieren.
Dort drüben liegt das Kalb im Gras und ißt zum Frühstück Ananas.
Es haben ja die meisten Kühe beim Ananaszerteilen Mühe.
Gemüse ißt der Ziegenbock nur frisch geschmort und aus dem Wok.
Berti, unser Kettenhund, fraß Chili und ist hint’ jetzt wund.
Adelheid, die Teufelskatze, fährt die Route Kittsee-Mattsee.
Eduard, der Weinbergschneck, lauert drüben hinterm Eck.
Am Nachmittag sieht man die Hasen gewöhnlich lesend auf dem Rasen.
Susanne, die gefleckte Ziege, flätzt mit dem iPod auf der Liege.
Im Stall philosphiert das Schwein sehr kunstvoll über Sein und Schein.
Abends spricht im Stall das Rind: “Ruhe jetzt, der Film beginnt!”
Müde ist Karl-Heinz, das Schaf, zur Kuh sagt es: “Gib Ruh und schlaf!”
Die Volkskundler unter Ihnen werden angesichts des vorliegenden Bildmaterials vor Neid erblassen, denn es ist mir kürzlich gelungen, folgende sensationelle Aufnahmen eines sehr seltenen, jahrtausende alten Brauchs aus dem inneralpinen Raum, der Goiserer Passionsspiele, zu machen.
Es handelt sich hierbei um einen sowohl von christlichen (Bischofsmütze!) als auch pantheistischen (Rasenmäher und Schneefräse!) Einflüssen geprägten Frühlingsritus, der von den an sich scheuen Ureinwohnern praktiziert wird, um die Götter milde zu stimmen und das Ende des vergangenen Winters bzw. der Fastenzeit zu feiern. Hauptakteure der Goiserer Passionsspiele sind ein Nikolaus und ein Schornstein. Während der ausgelassenen Feierlichkeiten wird unter anderem “O Tannenbaum” als Dixieland-Version vorgetragen, als Instrumente kommen dabei eine Trompete und ein Akkordeon sowie die menschliche Stimme zum Einsatz. Als Höhepunkt des Festes darf der abschließende Rasenmäher- und Schneefräsen-Korso betrachtet werden; er symbolisiert vermutlich die Gegensätze der Jahreszeiten und steht, wie man an den Maskierungen von Nikolaus (Untoter) und Schornstein (Stan Laurel) erkennen kann, in enger Verbindung sowohl mit Lach-Yoga als auch mit dem westafrikanischen Voodoo-Kult.
Siehe auch: Gerhard Polt: Nikolausi – Osterhasi (YouTube-Direktlink)
[Fotos zum Vergrößern bitte anklicken]
