Archiv für September 2008

felix austria

de klakariadn
dan si darauf konzentrian
des eigene dans feian
und des aundare negian
diese gaunzn patriotn
nationale idiotn
bitte saz so guad und stöts eich
in a schwimmbod aufn bodn
und pinkelz bis zum hois
eich olle gegnseitig au
und daun tauchz nu amoi unta
und daun nemz an schluck davau
und spuckz eich au damit solaung
bis dass eich schlecht is von der kacke
und wählen sie die nummer bitte
neben ihrer landesflagge

(attwenger: kaklakariada)

Der grausame Schüttelreim, Kategorie: “Geräteturnen” (das Spannreck)

Das Kind kriegt einen Speckrand
Weshalb man es aufs Reck spannt.

Prädikat “besonders wertvoll”

Verkleidet als Blogosphärenstöckchen kommt sie also aus mehreren Richtungen daher, die schöne, große, schrecklich einengende Frage nach sieben Lieblingsblogs. Ich will mich an dieser Stelle nicht mit unnötigem Rahmenkram aufhalten, klebe also ganz schnell das im Kleingedruckten vorgeschriebene Logo hinein und beginne mit dem großen Outing, dem enthusiastischen Bekennerschreiben, der begeisterten Laudatio, dem unverhohlenen Empfehlungsschreiben.

iloveurblog.jpg

(überhaupt und sowieso) kreativbetrunken
Virtuell begegnet bin ich Herrn Ad erstmals 2005. Neugierig geworden durch einen Kommentar bei Wortgott Poodle (der leider nicht mehr unter den Bloggenden weilt) oder Opa Edi, so genau weiß ich es nicht mehr, wühlte ich mich durch seine - damals - garstig-absurden Verbalattacken vom Rand des Abgrunds, in denen es literweise Fremdblut, kiloweise Leichenteile und massenweise existenzialistisch anmutenden Schwarzhumor vom Schlag eines Pino Cacucci oder Charles Bukowski gab. Da schrieb einer auf Teufel komm raus mit der durchgeknallten Fabulierlust eines aus völliger Anonymität heraus agierenden Vogelfreien, daß mir Hören und Sehen verging. Ich war nachhaltig begeistert, aber es dauerte einige Zeit (in der ich meiner damaligen Lieblingskollegin fast täglich die neuesten kreativbetrunken-Episoden vorlas), bis ich es überhaupt wagte, einen Kommentar auf seiner Seite zu hinterlassen. Und dann ging alles ganz schnell. Er schrieb mir eine (zu diesem Zeitpunkt noch erstaunlich) liebenswürdige Mail. Ich antwortete mit einem Palindrom. Und vor knapp einem Jahr ist er, eine Landesgrenze hinter sich lassend, zu mir gezogen. Momentan ist sein Blog recht niedlich. Aber täuschen Sie sich nicht: Die abstürzende Friedenstaube trägt ihr Pflaster nicht umsonst. (Und werfen Sie einen tiefen Blick in die verlassenen Hallen des ehemaligen Standorts. Dort läßt sich mancher Schatz heben!)

*

e!genart
e!genart ist eins der ganz wenigen Blogs, die ich mehrmals täglich ansteuere, und obwohl ich den Kerl persönlich nie kennengelernt habe, würde ich ihn sofort als Zwillingsbruder wollen. e!genart ist gute Laune auf erstaunlichem Niveau, niemals abfällig, begnadetes Wortspielkind, flitzeschnell im Kalauern, Versteher schwieriger Austriazismen und Kenner alter ORF-Kleinodien, Finder von komischen Kuriositäten, nie um einen preisverdächtigen Sager verlegen, mit prächtigem Musikgeschmack gesegnet - und bei alledem noch ein absolut phantastischer Fotograf, wie sich immer wieder zwischendurch und insbesondere auf seiner unbedingt extra erwähnenswerten Bildergalerie zeigt.

Frischer Fisch von vorgestern
Ein großartiges Abenteuerland, ein wunderliches Spiegelkabinett, Phantasia. Markus Quint ist für mich schon lange eine unvergleichliche Institution; sein Blog ein unfaßbarer Platz, ganz sicher nicht von dieser Welt, an dem die Gedanken frei galoppieren und wie junge Hunde miteinander um die Wette rennen dürfen. Er schreibt unerhörte Dinge, die sich jeder Kategorisierung entziehen, ermöglicht das Unmögliche, denkt das Undenkbare und wirkt oft tagelang nach. Nicht umsonst heißt eine seiner oft präsenten Figuren Escher.

gnogongo
gnogongo liebe ich, weil sein Betreiber in aller Stille, aber mit einer kaum vorstellbaren Kontinuität und unglaublichen Frequenz den Alltag in seiner Stadt Düsseldorf kartographiert bzw. - oft in Pixeln, oft in Worten - auf unprätentiöse Art und Weise, präzise, aber niemals trocken, festhält und damit zu einem erstaunlichen Chronisten von Straßenzügen und Vierteln, Menschen, meteorologischen Zuständen und so viel mehr wird. Als kundiger Gärtner und Botaniker schenkt dieser scheinbar ewig herumstromernde Spaziergänger, bei dem ich immer versucht bin, ihn mir mit Strohhut vorzustellen, dem Internet außerdem detaillierte und höchst informative Bestandsaufnahmen der städtischen Flora sowie fundiertes Wissen über Bioinvasoren, Klimawandel - und die plötzliche Freude beim Anblick einer unvermuteten Pflanze im städtischen Monochrom.

ker0zene
Urkomische Geschichten von Tankstellenschichten und dem kuriosen Alltag als DAU-Betreuer, von Zeit zu Zeit ganz leise die Skizzen zutiefst privater Momente, wunderschöne Bilder. ker0zene lese ich so gern, weil er eine ausgeprägte Beobachtungsgabe mit Sinn für die kleinen Details hat, weil er sich über Leute lustig macht, ohne je verletzend zu werden, weil er wortgewandt und mit viel fotografischem Feingespür diese kleinen, verschrobenen, liebenswerten Seiten an Menschen entdeckt, ohne sie bloßzustellen, weil man bei seinen Anekdoten herzlich lachen und leise lächeln kann; weil man einfach das Gefühl hat, daß hier ein grundintelligenter, witziger und höchst mögenswerter Mensch schreibt und abbildet.

b.l.u.b.
Ich hab sie nicht verlinkt (sie ist es in so vielen Blogs, daß ich kein extra Lesezeichen brauche und immer einen Weg zu ihr finde) und noch nie bei ihr kommentiert, aber ich lese sie seit Jahren mit Hochgenuß, weil sie so schön gaga ist und eine prächtige Begabung für schräge Beobachtungen hat, die mit ganz wenigen Worten auskommen und fast immer aufs Zwerchfell zielen.

Rationalstürmer
Der Stürmer. Wie ein aufs Blut gepeinigter Wolf verbeißt er sich in die Leiber politischer Figuren, mit alttestamentarischem Furor stürzt er sich in Abgründe, in die zu folgen sich bisweilen schon fast lebensbedrohend schmerzhaft angefühlt hat, mit der gigantischen Kraft einer zornigen Großkatze teilt er Prankenhiebe aus, wie ein Unwetter apokalyptischen Ausmaßes marschiert er gnadenlos durch die Villenviertel der Saturierten und legt in Schutt und Asche, was nicht feuerfest ist. Daneben experimentiert er aber auch mit Gummibärchen oder macht sich auf die Suche nach einer Wohnung.

pest krause
Herr Krause heißt nicht nur so, er ist es auch. Über pest krause bin ich, obwohl ich ihn erst vor vergleichsweise kurzer Zeit entdeckt habe, so voll der Begeisterung, daß es für einen Außenstehenden schnell nach Schleimerei aussehen könnte, würde ich eine wortreiche Empfehlung für sein Blog abgeben. Ein wunderlicher, wunderbarer, unermüdlicher, liebenswerter, vergnügter Mann mit Musikgeschmack, Kamera und Hund. Unbedingt nix wie hin, lesen, schauen, lieben!

[Edit] An die Verlinkten: ich erwarte an dieser Stelle definitiv keine Gefälligkeitsgegenverlinkungsorgien oder sowas (Liebeserklärungen macht man ja schließlich nicht, weil man was dafür will!) und entschuldige mich außerdem für die seltsam verstümmelten Trackbacks, die ich möglicherweise auf Ihrer Seite hinterlasse. Als nicht allzu tief in der Materie verwurzeltes und technisch gesehen weitgehend support-loses Blogkind ist es mir leider nicht vergönnt, den Fehler selbst zu erkennen und zu beheben.

Fischers Fritz fischt frische, äh, Freaks

Nasenfisch? Nashornfisch? Freakfisch? Puzzlefisch!

freakfisch

[Klick macht Bild groß]

Für Popvatern!

(aber nicht nur. Alle anderen dürfen sich das auch ansehen.)

Helge Schneider: Das Hühnerlied (zum Mitsingen)

(Direktlink)

Neulich im Zoo

warten auf

[Groß? Klick!]

Fisolen im Rinderwahn

Neuerdings genieße ich, so zwischen zwei Jobs und mit meinem - laut Eigenbekunden meinen Kochkünsten aufs äußerste zugetanen - wunderbaren Mann an meiner Seite, ja durchaus die häuslichen Seiten des Lebens. Kein Witz. Mir taugt das echt! Sollten sich in mittlerer Zukunft einmal diverse Eigenbaukinder und Haustiere dazugesellen, wäre das ganz nach meinem Geschmack. Selig grinsend stünde ich dann - Leckereien um Leckereien fabrizierend - vor dem Herd, auf der Hüfte ein Neugeborenes und um die Beine mehrere Katzen, schwünge den Kochlöffel und summte mit Sarah Vaughan-gleichem Timbre Standards von Cole Porter und Co.,… äh, wo war ich? Ach ja. Genau. Bei den häuslichen Seiten des Lebens. Kochen, Freunde der Sonne. Kochen!

Jetzt hat ja der Sommer quasi über Nacht seine Sachen gepackt und ist abgerauscht wie eine beleidigte Diva. Stürmisch und mirnix dirnix. Weg war er. Und was tut der kluge Mensch bei Nieselregen und Temperaturen unter jeder Kritik? Richtig. Er kocht Suppe. Und zwar nicht irgendeine Suppe, sondern die klassische. Vom Rind.

[Rindsuppe]

Kauf ein schönes Stück (ca. 500 g) Rindfleisch zum Sieden. Muß nicht gleich Tafelspitz sein, Hauptsache man kann dir glaubhaft die Tatsache vermitteln, daß der gehörnte Lieferant nicht mit Hormonen vollgepumpt oder zum Schlachten durch halb Europa gekarrt wurde. Halbiere eine Zwiebel, laß die Schale dran, lege sie mit der Unterseite in den Topf, den du als deinen Suppentopf erkoren hast (oder auf die Herdplatte), und laß sie bei ordentlicher Hitze schön braun werden. Schäle fünf Karotten, putze einen halben Sellerie und eine Petersilwurzel. Stelle jetzt das Fleisch und das Gemüse mit kaltem Wasser, einigen Pfefferkörnern, Liebstöckel oder einem Sträußchen grüner Petersilie und einem Teelöffel Salz zu. Warte, bis das ganze zu kochen anfängt, reduziere sofort die Hitze und laß es ca. anderthalb Stunden dahinsimmern (nicht zudecken, nicht kochen, sonst wird die Suppe trüb), bis das Fleisch gar ist. Schmecke dein Süppchen, wenn nötig, mit ein bißchen Suppenpulver ab. Auch ein Plachutta hat einmal klein angefangen. Serviere es - samt mitgekochtem Gemüse und Fleisch - mit einer Einlage deines Vertrauens (Backerbsen, Suppennudeln, Grießknödel, Leberknödel, Fleischstrudel, Schöberl, Fritatten - alles kann, alles darf, nichts muß), streu Schnittlauch drüber, löffle und lächle.

Wenn dir während des Garvorganges langweilig ist, kannst du dich übrigens an dieser Stelle perfekt mit der Erzeugung von Apfelkompott beschäftigen. Vielleicht fällt dir ja zwei Stunden nach dem Verzehr der Rindsuppe ein, daß du wahnsinnigen Gusto auf Kaiserschmarren hast. Aber das ist eine andere Geschichte…

… anderntags hast du nun also ein gehöriges Stück Rindfleisch, was dir viele schöne Möglichkeiten eröffnet. Zum Beispiel die Erzeugung von Rindfleischsalat, die hier aber nicht erörtert wird. Nein, wenn’s draußen ein Sauwetter hat, braucht der Mensch was Warmes im Bauch. Zum Beispiel Rindfleisch mit Erdäpfeln und Fisolengemüse. Auch so eine österreichische Hausmannsg’schicht. Die wie folgt geht:

[Fisolengemüse/Rahmfisolen]

Zerlaß ein bißchen Butter, gib bei mäßiger Hitze einen Eßlöffel Mehl dazu (= Roux = Einbrenn), paß höllisch auf, daß dir die Pampe nicht anbrennt, und lösche sie daher rasch mit Suppe ab, um sie alsdann mit dem Schneebesen erst zu einer cremigen Creme und dann, unter Beigabe von mehr und mehr Flüssigkeit, zu leicht sauciger Konsistenz ohne Boverln (= Klümpchen) zu rühren. Soweit alles klar? Prima! Weil jetzt ist alles ein Kinderspiel. Gib die Fisolen dazu (eine Tiefkühlpackung = 1 kg), schau, daß sie gut mit Flüssigkeit bedeckt sind, rühr gut um, Deckel drauf, köcheln lassen. Nach ca. 20 Minuten, wenn die Fisolen weichgekocht sind, kommt noch ein bissel Sauerrahm, Petersilie und Salz nach Bedarf dazu, und fertig sind die Rahmfisolen. In der Zwischenzeit koch (heurige) Kartoffeln, wärm das Rindfleisch und richte das ganze sodann auf einem Teller an.

Mahlzeit!

Wiener Foto-Lovestory - Rindfleisch mit Fisolen

[Klick für richtig groß!

Der maritime Schüttelreim

Siehst du dort drüben den Minkwal?
Wink mal!

Lesestoff KW 34-37

T.C. Boyle: Der Samurai von Savannah (zweites Mal, 7/10)
Peter Høeg: Der Plan von der Abschaffung des Dunkels (erstes Mal, 8/10)
T.C. Boyle: Wassermusik (drittes? Mal, 8/10)

und jetzt? Hat hier jemand eigentlich lesetechnische Empfehlungen? Lieblingsbücher, die ich noch nicht kenne? Bin hungrig und habe (noch) ziemlich viel Zeit, Lust und Muße!

Der biologisch invasive Schüttelreim

Die Ausbreitung der Taschenratten
schreit fürwahr nach raschen Taten!

[solche fallen mir übrigens in letzter Zeit häufig kurz vorm Einschlafen ein. Jetz aber gute Nacht.]