Petunia non olet!

Heute also dann doch noch drei dieser bezaubernden, üppigen, duftenden Nachtschattenschnuckeln fürs Fensterbrett erstanden, ohne die der Sommer nur halb so schön ist, obwohl ich letzte Woche schon in mehreren Blumenläden davon in Kenntnis gesetzt worden war, daß es dafür heuer schon zu spät ist. Aber meine Lieblingsblumenfrau, die letzte Woche nicht da war, hatte dann doch noch ein paar Exemplare. Meine Blumenfrau und ich, wir haben ein durchaus inniges Verhältnis. Ich versuche immer, beim Zahlen aufzurunden und ihr ein bißchen Trinkgeld zu geben, während sie sich von mir nie den ausgewiesenen (ohnehin schon niedrigen) Preis bezahlen läßt. Heute hat sie aus 9 Euro 7,50 gemacht und ließ auch nicht mit sich handeln, als ich ihr 8 Euro in Münzen aushändigte und meinte “das paßt schon”, im vollen Bewußtsein, daß das, was sie da verlangt, ohnehin mehr symbolischer Natur ist, weil Glück nicht käuflich und so.

Ihre Antwort (wobei sie mich streng über den Rand ihrer Brille anschaute): “Nein, also wenn schon, denn schon!”

Was mich jetzt schon wieder ein bißchen in die Bredouille bringt. Einer Friseurin, die mir einmal kunstfertigst zu einem echt umwerfenden Schopf verhalf, habe ich einst als Ausdruck meines Wohlwollens einen fetten Blumenstrauß vorbeigebracht, bloß - was schenkt man einer Blumenfrau? Schokolade? Was, wenn sie so drauf ist wie ich und gar keine mag? Ein Glas Senfgurken?

In mir drängt es nach Ausgleich. Zumal ich auf dem Weg zum Blumenladen zwei Euro gefunden habe, die ich an mich nahm. Schätze, ich muß am Abend mindestens einen Augustin kaufen, damit das Weltgefüge nicht durcheinanderkommt.

3 Kommentare zu “Petunia non olet!”


  1. 1 Ad

    dafür nimmt sie von mir immer trinkgeld und ich gebe nicht wenig. kosmisch gesehen, wäre das dann also wieder ausgeglichen. aber eh, schenk ihr was. vielleicht einen haarbüschel? wenn du einer friseurin blumen gegeben hast… ;-)

  2. 2 Michael

    Ach Du lieber Augustin! Wird schon alles richtig sein so.

  3. 3 dieJulia

    :-)
    Kosmisch gesehen geht sich eigentlich eh immer alles aus…

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