Archiv für May 2008

Zwitschern und Blöken

Mit der Einteilung hapert’s noch ein bißchen; momentan treibe ich mich in Sachen Loghorroe eher auf Twitter als auf dem eigenen Blog herum und versuche mit nachgerade stoischer Haltung, mich als barock veranlagte Schachtelsatzarchitektin an diese Maximalhundertvierzigzeichensache zu gewöhnen. Aber ich sag ja immer - alles cool, Medienkomplementarität statt -substitution. Und am Wochenende gibt’s wieder Evilminton und Draußenkinderfreuden in Very Bad Goisern, und dann kann mir dieses ganze virtuelle Dings sowieso den Buckel runterrutschen. So für zwei, drei Tage. Hugh.

Stadtspaziergang (7)

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Noch nix vor am Wochenende?

Besprechen Sie mit einem Ologen Ihrer Wahl die Semipermeabilität oszillierender Entitäten in Ihrem Badezimmer.
Schreiben Sie was Heiteres zur Manifestation megalomanischer Identitätskonstrukte.
Reformulieren Sie, einfach so als Fingerübung, Ihre reflexive Haltung zur Dienstleistungskunst im öffentlichen Raum.
Denken Sie ruhig mal ein bißchen über eine radikale Neubewertung taxonomischer Teilaspekte des Holzhackens nach.
Skizzieren Sie einen knackigen Gegenentwurf zur Macht der Beliebigkeit markanter Massenspektakel.
Verfassen Sie einen flotten Zweizeiler über Entindividualisierung und Identitätsexhibitionismus.
Räsonieren Sie über die Sinnhaftigkeit der Dekontextualisierung von Kaffeekannen.
Oder besuchen Sie meinethalben den Chor der schreienden Männer.

Aber machen Sie mir bitte dieses Mal keine Fisematenten!

Fadesse deluxe

An Fenstertagen zu “arbeiten” ist wie ein Zwölftonmusikkonzertbesuch. Keine Sau da, und das Buffet ist unter jeder Kritik.

Sternstunden mit Frau Julia!

Der Aszendent im fünften Stock hängt heute echt total schief - Neptun steht im Nachbarhaus und mault, weil er eine Auseinandersetzung mit Mars hatte. Saturn ist das wurscht, er zählt wie üblich seine Ringe und hat nicht vor, seine Umlaufbahn zu verlassen. Uranus ist in Opposition gegangen und bereitet eine parlamentarische Anfrage vor, Venus hat Hochkonjunktur, denkt aber noch nach, was das zu bedeuten hat, und Merkur hat die Nase voll. Er verkauft jetzt Versicherungen. Machen Sie deshalb heute um Himmels Willen keine riskanten Geldgeschäfte, Bergwanderungen oder Eintopfgerichte. Es ist hingegen sehr okay, wenn Sie Spaziergänge unternehmen oder was in Richtung Quantenphysik oder Belletristik lesen. Von experimenteller Lyrik sollten Sie heute allerdings genauso die Finger lassen wie von Vanilleeis. Speziell Septembergeborene mit Hang zur Kleptomanie können heute aufatmen und Erdbeeren essen, aber keine spanischen. Aprilgeborene sollten ein Schaumbad nehmen oder, wenn das nicht geht, Zimmerpflanzen umtopfen, nicht aber Hemden bügeln. Überhaupt ist heute generell ein guter Tag, um das Auto wieder einmal vollzutanken, den Schreibtisch aufzuräumen und das Waschbecken zu putzen. Vorsicht ist bei der Begegnung mit streunenden Katzen geboten: Sie fressen Ihnen jetzt die Haare vom Kopf. Falls es regnet, nehmen Sie unbedingt einen Schirm mit, Sie könnten sonst naß werden.

Und wo wir grad beim Agamemnon sind

Ach Fiffi, geh nie auf Tau - riesen Probleme handelst du dir ein.

[Mein Hirn ist heute ein bißchen experimentell unterwegs/schräg drauf/völlig durchgeknallt, aber das legt sich wieder (hoffe ich). Wer den voll, äh, lustigen Schmäh errät, gewinnt eine rosarote Waschmaschine. Zum Selbstkostenpreis.]

Zwischendurch eine Gärtnerweisheit

Petunia non olet.

Der wirklich extrem grottenschlechte Schüttelreim:

Pecunia - Salär, auch wenn es mager, ähm -
non olet. Sagt der Agamemnon.

An den depressiven Cousin

Du wirst bei diesem feinen Wetter
doch nicht schon wieder weinen, Vetter…
Du glaubst, es geht dir immer schlecht?
Da geht es vielen schlimmer, echt!
Anstatt so düster dreinzuschauen
Wird’s Zeit, dich in den Sonnenschein zu trauen!
Nun, da schon bald die Sommersonne wendet
Das Leben dir nur Sommerwonne sendet.
Ich rate dir: leb lustbetont
Und schon wird, was du tust, belohnt!

Waaaaaaaaaaaaaaaaaah!

Pfui Teifi, ESL-Milch, nicht einmal baden möcht ich in dem Gschlader, dem grauslichen! Und warum mich das so aufregt? Weil’s bei meinem Spar neuerdings von der noch halbwegs billigen Eigenmarkenmilch (89 Cent) nur mehr die “länger frisch”-Variante gibt. Eine ultrahochgedingste, totgekochte Brühe, die alles andere als frisch schmeckt, sondern bestenfalls noch wie in Wasser aufgelöster Kaffeeweißer. Ja sind die denn noch zu retten? Milch, teuer wie noch nie, und dann nur noch in der Konservenvariante, egal wie wortreich die auf den spießigen Etiketten behübscht wird? Sich an einem so wunderbaren, großartigen, geschmacksknospenverwöhnenden, rahmig-feinen Geschenk der Natur derart brutal zu vergehen, das grenzt an menschenverachtenden Wahnsinn, jawoll! Ich werde sowas von zornig werde ich da! Milchtotkocher, elendige!

Ich kauf mir eine Kuh und zieh nach Gramatneusiedl. Leckt’s mich doch am Arsch, ihr Einzelhandelslogistikgscheidhosen! Widerstand!