Der Lichtträger und Nessy erkundigten sich (der eine vor längerer, die andere vor kurzer Zeit) nach “unwichtigen Dingen/Gewohnheiten/Macken” von dJ, sechs an der Zahl. Nun denn. Weil es hier die Tage eh schon wieder ein bißchen flautös zugeht: Bitteschön.
[eins] Ich vertraue der reinigenden Kraft von handelsüblichen Geschirrspülern nur ungern (was ein Euphemismus ist, denn in Wahrheit gestehe ich ihnen allenfalls optische Effekte zu) und wasche daher meine Gläser und Tassen in der Firmenküche immer mit brühheißem Wasser aus, bevor ich sie benütze. In Restaurationsbetrieben bin ich dahingehend allerdings total entspannt. Sind ja auch Industriespüler, die da zugange sind. Und zu Hause spüle ich manuell.
[zwei] Ich mag es nicht, wenn mir fremde Menschen zu nahe kommen, wo genug Platz ist. Und es gibt sie, die Exemplare, die sich in einer fast leeren U-Bahn-Station nur einen knappen Meter von mir entfernt hinstellen, sodaß ich fauchend das Weite suche und mich unter anhaltendem Hervorschleudern tödlicher Blicke meinerseits in angemessenen drei Metern Abstand positioniere. Angesichts dieser Form des anscheinend in der Natur des Menschen liegenden Herden- und Fremdkuscheltriebes zweifle ich gelegentlich meine terrestrische Abstammung an. Und bin froh, daß ich kein Japaner geworden bin.
[drei] Ich hole meine Haustürschlüssel schon ca. 500 Meter vor meiner Wohnung aus der Tasche, obwohl mir die Sinnlosigkeit dieses Handelns völlig bewußt ist. Ich könnte ja ebenso gut direkt an der Haustür danach kramen, aber das käme mir vor wie Zeitverschwendung.
[vier] Ich bin eine leidenschaftliche und teilweise lautstarke Abmahnerin dummdreister Kraftfahrzeuglenker, die vor dem Zebrastreifen nicht anhalten, den ich mich gerade anschicke zu queren. Auch hier kommt das anhaltende Hervorschleudern tödlicher Blicke zur Anwendung; meist in Kombination mit hier nicht wiederzugebenden Flüchen eher derber Provenienz. “Schutzweg, du A****loch!” ist noch eine denkbar harmlose Variante, die mir da über die Lippen kommt.
[fünf] Ich bin praktizierende Immer- und Überall-Leserin. Während des Zähneputzens habe ich in den letzten Wochen zum Beispiel die nicht ganz dünnen Bücher “Pan Aroma” und “Middlesex” einfach so weggenascht. Man glaubt ja gar nicht, was man während langweiliger Verrichtungen an leckerem Lesestoff zu sich nehmen kann! Dafür habe ich mir aber das nächtliche Einschlaflesen im Bett abgewöhnt, weil es mich naturgemäß am Einschlafen hindert.
[sechs] Ich muß immer einen roten Gegenstand mit oder an mir tragen, sei es nun eine Tasche, Schuhe oder - ich bin ja ein praktisch denkender Mensch auch - mein Portemonnaie.
[Ad Stöckchen ist zu sagen: wer will, soll. Mein Wurfarm lahmt.]
Drei und Vier treffen ebenfalls auf mich zu, wobei drei vor allem Nachts vorkommt und ich bei vier meistens den Stinkefinger zeige - was hoffentlich im Rückspiegel zu sehen ist. Heute hat mich jemand fast überfahren (Ich war schon in der Mitte des Streifens), der hat allerdings ein “Entschuldiungszeichen” gewinkt, das hat dann ausnahmsweise mal gegolten.
Drei: Natürlich! Schon beim letzten Einkauf nehme ich ihn an der Kasse aus der Tasche, um ihn zur Hand zu haben und nicht kramen zu müssen. So eine Handtasche hat schließlich unendliche Weiten.
Sacrebleu, man kommt ja zu gar nix kommt man mehr, nicht einmal zum Eigenblogkommentieren!
Herr Fireball, Entschuldigungswinkzeichen lasse ich auch gelten. Wenn ich einen guten Tag habe.
Und Nessy - offengestanden ich auch. Manchmal schon, wenn ich das Büro verlasse. Wobei ich aber jetzt auch sagen muß, daß ich fast immer mit dem Rucksack unterwegs bin. Ich hab’s ein bissl mit der Halswirbelsäule und kann mich leider nicht auf wenige Sachen beschränken… und da ist die Schlüsselsuche dann natürlich sowieso immer ein bißchen. Hm. Abenteuerlich. :)
zu 1: Geschirrspülern vertraue ich, seitdem ich einmal einen während des Spülvorgangs öffnete und dadurch nicht wenig ins Schwitzen geriet.
zu 2: Am schlimmsten empfinde ich jene Menschen, die, wenn sie sich mit einem unterhalten, einem so nahe auf die Pelle rücken, dass man sich ständig die Spucke aus dem Gesicht wischen muss.
zu 3: Seit ich aufgehört habe zu rauchen, mache ich das schon 2 km vor meiner Haustür.
zu 4: Ich hasse jene Autofahrer. Nach meinem Dafürhalten gehört den allen die Fahrzeugerlaubnis abgenommen. Eine etwas relativierendere Frage in diesem Zusammenhang ist freilich, warum die Zebrastreifen Zebrastreifen sind? In der Natur könnten jene Streifen ja der Tarnung dienen, was in diesem Fall natürlich vieles erklären würde und man dann froh darüber sein müsste, dass nicht ständig Menschen auf Zebrastreifen überfahren werden.
zu 5: Am liebsten lese ich im Zug und auf der Parkbank, bei der Zahnhygiene gelingt mir das nicht. Neid!
zu 6: Ich nicht, aber wenn ich darüber nachdenke, wäre das vielleicht gar nicht so verkehrt…
Ad 5: ich habe meinen Liebsten schon ernsthaft gefragt, ob er mir eine Buchstüzenkonstruktion fürs Badezimmer baut! :)
Und mit 2 ham Sie natürlich völlig recht. Nur - über die spuckenden Kuschelmonster wollt’ ich gar nicht reden; die sind leider eine weitverbreitete Pest.