Archiv für March 2008

Nacht des Schweigens

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Das “05″ (rechts vom Riesentor des Wiener Stephansdoms) war das Geheimsymbol des österreichischen Widerstands gegen das nationalsozialistische Schreckensregime 1938–1945 (mehr).

In der Nacht vom 12. auf den 13. März 2008 findet auf dem Wiener Heldenplatz – 70 Jahre nach dem Einmarsch der Wehrmacht und dem ‚Anschluss’ Österreichs an Hitler-Deutschland – die „Nacht des Schweigens“ statt.

Zum Gedenken an die mehr als 80.000 Opfer des NS-Regimes – ca. 65.000 Juden, politische Gegner, Roma und Sinti, Behinderte, Homosexuelle oder wegen ihres Glaubens Verfolgte – werden 80.000 Kerzen entzündet, um die ganze Nacht zu leuchten.

Die „Nacht des Schweigens“ will einen bewussten Kontrapunkt zum Jubel und der Hysterie des März 1938 setzen, der Österreich in den Untergang mit dem unvergleichlichen Verbrechen der Shoa, der Vernichtung politisch und geistig anders Denkender, des Volksgruppenmords und der so genannten Euthanasie geführt hat.

An all dem haben Österreicherinnen und Österreicher keine geringe Mitschuld getragen. Die Nacht ist dem würdevollen Gedenken der Opfer gewidmet. Sie ist aber auch ein Appell gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, für Zivilcourage und Mitmenschlichkeit. (Pressetext)

Link: Nacht des Schweigens

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Es lenzt!

Oh März! Oh Regen! Weiches Wasser, das aus dem Himmel fällt und sogar in den Beton-Canyons der Stadt nach Geheimnissen duftet, die halb so alt sind wie die Zeit, nach fetter, schwarzer Erde, nach dem schamlos exhibitionistischen Geburtsakt der Knospen, die sich überall aus grauem Winterholz kämpfen wie neugierige Tiere, mit schläfrigen Augen wie die von neugeborenen Kätzchen, halbgeschlossen und zart; überhaupt: das März-Tier! Wer nicht ganz blind und taub ist, spürt es als ein Ziehen, das seinen Brustkorb weitet und seinen Blick schärft - als wäre alles, was lebt, in einen kollektiven Fruchtbarkeitsritus verfallen, wo die galoppierenden Hufe des Frühlings Funken schlagen, wo sein rauher Atem, der noch nach Schnee riecht und trotzdem schon den winzigen Hauch einer Ahnung von Lindenblüte und der paradiesischen Großzügigkeit des Frühsommers in sich trägt, das Federvieh verwirrt und zu stringentem Gezwitscher animiert. Alle Jahre wieder kaum zu glauben. Ein armer Narr, wer heute einen Schirm mit sich herumträgt, anstatt sein Gesicht in diesen Wasser gewordenen Aufbruch zu halten!

Und an so einem Tag kann es passieren, daß du in der Straßenbahn stehst, Ameisen im Popo, und ganz unwillentlich lächeln mußt, ein auf den ersten Blick vielleicht nicht erkennbarer Archetypus von einem Lächeln, ein grundloses, vergnügtes nach-innen-lächeln, das dir selber nur auffällt, weil du im Epizentrum stehst und es sich wellenförmig auf die anderen Fahrgäste ausbreitet. Der narrische Kastanienbaum sogar im zerfurchten Antlitz der alten Dame da drüben. Und sieh dir andre an. Es ist in allen. Jajaja! Dochdoch. Man muß es ausdrücklich festhalten: Es lebe der Frühling!

Stadtspaziergang (4)

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Botanischer Garten Wien, 9. März 2008

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… humanum est!

Klar, wenn man derart institutionalisiert gegen die menschliche Natur vorgeht wie der Katholenverein, darf man sich nicht wundern, wenn sowas dabei rauskommt - und das ist angesichts der stets so diplomatisch unter den Teppich gekehrten Widerwärtigkeiten rund um die ganzen Groërs & Konsorten noch eine denkbar harmlose, wenn nicht gar schon wieder fast sympathieerweckende Konsequenz. Wer nicht genießt, liebe katholische Kirche, wird ungenießbar. Aber das werdet ihr sowieso nie kapieren, weil ihr fundamentalistische Betonschädel seid.

07. 03. 07

Come from way above...

Zwei Verrückte, eine unmögliche Situation und der Segen der Luftfahrt…

Theorise me
Then realise me
Take me from reality into a thing of dreams

Make me a believer..
Make me a believer

Ichthyo… äh… oh!

“Sag einmal, hat dir eigentlich noch niemand gesagt, daß Egozentrik sowas von out ist?”

(T’schuldigung für den. Aber Karl lauert halt bevorzugt in der tiefen Schublade… und Rainman ist total super. Echt!)

Aus der Reihe “gefährliche Selbstversuche” (4)

Wo die Katze mit dem schiefen Gesicht wohnt, kann der krumme Hund gar nicht weit sein, da hat Vatern völlig recht. Und so hab ich es also wieder getan. Einmal mehr in diesem Theater: Ab- bis jenseitige Spontanlyrik in H-moll.

Es war einmal ein krummer Hund
(der Zusatz “krumm”, der kam aufgrund
der ausgeprägten Klautendenz des Viehs
Das nicht einmal im Lenz von seiner Unart ließ)
- Es war also der krumme Hund
sehr müd von einer Reise
Die ihn geführt in den Burgund
Wo er, dafür gibt’s aber keinerlei Beweise,
Ein Ei aus einer Küche stahl.
Auch daß der Koch zum Messer griff
und ein allseits bekanntes Liedchen pfiff
Als er den Hund brutal entleibte
Ist ein Gerücht.
Mehr nicht.
Der Hund, es war ein Labrador,
war eigentlich ein Lieber.
Wenn man nicht grad ein Metzger war
Oder ein Koch aus dem Burgund
Da wurde schnell zum Dieb er.

Es war einmal ein krummer Hund
Der eigentlich viel eher bunt
und etwas kleptomanisch war.
Was nie aus Bosheit oder Gier geschah
Sondern aus Hunger und Fadesse
Gelegentlich vielleicht aus Streß.

Und die Moral von der Geschicht?
Glaubt, Kinder, bloß dem Volksmund nicht!