aufwärts!

Auch wenn es eine Form des kollektiven Selbstbetrugs ist und die gelernten Nörgler alle Jahre wieder das tun, was sie am besten beherrschen, sich aufregen, daß ihre Funkuhren sich wieder einmal umgestellt haben und quengelnd “Abschaffen” fordern: ich liebe die Sommerzeit! Ich liebe die Lebensqualität durch den immer wieder so erstaunlichen wie bitter notwendigen Zugewinn dieser einen Stunde. Mehr Licht, nicht im erbsenzählerischen Sinn, und nach der beschwerlichen Umquerung dieses garstigen Eismeeres der dunklen Jahreszeit endlich Land in Sicht. Ein Aufschwung. Und wenn etwas abgeschafft gehört, dann kann es wohl doch nur die Normalzeit sein, und wenn die Hüter der Welt das nicht verstehen können, liegt es nur daran, daß sie so schrecklich normal und korrekt - und im Sinne eines dicken Bretts vor ihrem Hirn beschränkt - sind und hinter der unempfindlichen Kruste ihrer Gewohnheiten das Fühlen längst verlernt haben. Und das Freuen. Wenn sie zu sowas in der Art überhaupt je fähig waren. Für mich schön: der blühende Baum hinter dem Maschendrahtzaun. Andere hätten das Bild weggeschmissen, der Schatten wegen. Es ist alles andere als perfekt. Für mich symbolisiert es die Demarkationslinie zwischen dem vergangenen Winter und dem kommenden Sommer. Und schnurren könnt’ ich vor Behaglichkeit.

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6 Kommentare zu “aufwärts!”


  1. 1 Ebola

    Wiedermal ein wunderschönes Foto, Julia.
    Und gerade die Schatten, erheben es zur dieser Klasse.

  2. 2 Fireball

    Ich hab das mit dem Gewinnen nie so ganz verstanden, aber ich finde die Zeitumstellung einfach ein wenig nervig. Also bitte irgendeine Zeit abschaffen, und wenns unbedingt sein muss, können wir auch die “falsche” Zeit behalten. Wobei da ja der Winter noch dunkler sein wird.

  3. 3 dieJulia

    Danke, lieber Ebola! Es freut, wenn gemocht wird, was man macht. :-)
    Und Fireball - ja, ich versteh schon. Ab einem gewissen Alter wird halt alles ein bisserl beschwerlich, da ist man nicht mehr so flexibel, was Umstellungen anbelangt. ;-)

  4. 4 Pest Krause

    Argumentativ bin ich nicht so firm…und irgendwo haben Sie ja auch Recht. Und ich habe ja auch nix gegen die Sommerzeit an sich. Aber ich hasse es, wenn mein Körper nun wieder mindestens eine Woche braucht, um sich umzustellen. Da klappt das eben nicht, wenn am Morgen um sechs der Wecker klingelt, dass man sich noch mal fünf Minuten umdreht. No way. Da werden anderthalb Stunden draus. Und am Horizont dräut der abmahnende Arbeitgeber. Life’s a bitch. Und ich werde alt.

  5. 5 knurps

    Dickes Lob für das Foto und was dazu gesagt wurde.
    Ich gehöre eindeutig und bekennend zu den Gegners der Sommerzeit und das hat nichts mit mangelnder Anpassungsfähigkeit zu tun.
    Der Glaube, Alles sei machbar, ist einem Mangel an Erfahrung zuzuordnen.

  6. 6 knurps

    Wir müssen eine unterschiedliche Perspektive auf die MESZ haben. Wien liegt weit östlich der 0h-Linie, während Düsseldorf eine halbe Stunde westlich der 0h Linie zu finden ist. In Wien ist die MESZ somit nahezu eine Anpassung an die Ortszeit, während in Düsseldorf die Ortszeit um 1,5 Stunden verfehlt wird.

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