Weil unlängst so ein Gugelhupfer mit dem Suchbegriff “Gedicht: Die Katze mit dem schiefen Gesicht” hier (mehr gestrandet als) gelandet ist und wohl nicht fündig wurde, reich ich es halt nach. Das Gedicht.
Die Katze mit dem schiefen Gesicht
Hat vorne eine Nase
Zwei Ohren, Schnurrbart, alles da-
So frontansicht…lich ist sie mit Sicherheit kein Hase
Jetzt schnurrt sie wohlig
Und schielt aus Augen, die des Reimes wegen kohlig,
Auf Schrödingers Apparatur
“Mach doch mal was mit Hochfrequenzmassenspektrometrie”
Denkt sie. “Es ist ja nur -
In diese Kiste steig ich nicht. Egal, was Schrödinger sich da verspricht.
Im Leben ist nicht alles Symmetrie.
Oder auch Überlagerung und solches Zeug.
Als wär sowas ein Quantensprung.”
Die Katze mit dem schiefen Gesicht
Putzt sich genüßlich eine Pfote
Und schnurrt.
Das ist fürwahr ein komisches Gedicht.
Mittag ist’s schon. Ich eß jetzt meine Brote.
Niemals stimmten Form und Inhalt so perfekt überein.
Ja-haaa, gell?
Ich bin froh, daß Sie das mit geübtem Blick so-fort durchschaut haben!
Schließlich liegt nicht viel zwischen einem schiefen Gesicht und einem schiefen Gedicht.
Auf der Tastatur weniger als 1 Zentimeter.
Sie sind mit dem Gesicht in die Tastatur gefallen? Oh Gott, das tut mir leid - soweit wollte ich mit meiner Experimental-… äh… Lyrik auch wieder nicht gehen. Geht’s wieder?
Jaja, geht schon.
Während meiner Magisterarbeit bin ich mal auf der Tastatur eingeschlafen. Als ich aufwachte, hatte das Dokument über 700 Seiten.
War aber nichts Brauchbares dabei.
Womit Sie eindrucksvoll bewiesen hätten, daß die Katholen mit ihrem “Den Seinen gibt’s der Herr im Schlaf” auf dem falschen Dampfer sind. Zumindest ist, ich ahne das schon lange, nix Brauchbares dabei.
Vielleicht lag’s auch nur daran, dass ich nicht katholisch bin …
Für bigott, selbstgerecht, lustfeindlich, unliberal, intolerant, abergläubisch, fanatisch, missionarisch, frauenfeindlich und vernagelt hätte ich Sie auch nie gehalten… (ich schon. Noch. Römkath unter Anführungszeichen. Also aufm Papier. Aus purem Mangel an Behördenwegsantrieb.)
Ein toller Dialog. Fast schon einen eigenen Blogeintrag wert ;-)
@eigenart
Mit Ihrem, wie ich hoffe, nunmehr nicht mehr allzu schiefem Gesicht auf der Tastatur, wiederlegten Sie, neben Ihrer vermuteten Konfession, ohne Ihnen mit Folgendem zu nahe treten zu wollen, auch das Infinite Monkey Theorem, das zu widerlegen für gewöhnlich zumindest eines Affen bedürfte, jedoch, um es nochmals zu konstatieren, ohne Sie mit einem Primaten verglichen haben zu wollen.
@dieJulia
Form und Inhalt sind tatsächlich deckungsgleich. Sehr schönes schiefes Bild. Der eine oder andere Reim erinnerte mich an Morgensterns ‘Böhmisches Dorf’, wenn auch jenes nicht schief war.
Sie:
“Jetzt schnurrt sie wohlig
[...], die des Reimes wegen kohlig,”
Morgenstern:
“Auch v. Korf (der nur des Reimes wegen
ihn begleitet) ist um Rat verlegen.”
Ich sehe eine große lyrische Zukunft für Sie voraus.
Mit besten Grüßen aus dem Licht!
Das Gedicht mit der schiefen Katz
ist wirklich ein schönes, liebe Frau Atz
Wie gern hätt ich aus Ihrem Munde
ein ähnliches vom “Krummen Hunde”
also mich erinnert´s an robert gernhardt - und das soll natürlich auch ein kompliment sein!
Werteste la-mamma,
ich hab jetzt eine ganze Weile gebraucht, bis ich Sie gefunden hab - der Link tut’s nämlich nicht, und ich hab mich schon beim letzten Mal gefragt, ob Sie nimmer bloggen oder so, was nämlich schade wär…
(oh, und: DAS ist ein so schönes wie unverdientes Kompliment! Das heb ich mir auf! Danke!)