Archiv für November 2007

Grant, aber nicht Hugh oder Cary.

Ich habe schlechte Laune.
Ich habe nicht nur schlechte Laune, ich habe unterirdische, schlimme, bösartige, sägeblattscharfe, hohntriefende, temporär irreperable Menschenfresserlaune. Totschlaglaune. Mordlaune. Kaputtschlaglaune. Ich bin gereizt wie eine Sandviper. Ein unterernährter Kettenhund, dem man einen Knochen knapp außerhalb der Kettenreichweite hingelegt hat. Ein… erinnert sich wer an 28 Days Later? Genau. Genau so.
Das fing schon gestern an, als ich mir mit einem nicht ganz einwandfreien Kieler Heringssalat den Magen verdarb, in der Folge dauernd beim Solitär verlor und dann auch noch bei CIV II die antiken Weltwunder nicht lückenlos selber bauen konnte und von den Japanern überfallen wurde.
Das setzte sich heute früh fort, als ich eine Straßenbahngarnitur direkt aus der Hölle erwischte. Fünf Meter vor mir ein Zombie, der seine Gehörgänge coram publico mit Techno atomisierte, hinter mir ein aufgeregter Asiate, der laut schnatternd anscheinend seinen gesamten Bekanntenkreis durchtelefonierte, und auf meinen Zehen bzw. halb auf meinem Schoß drei - der Wiener kennt dafür das Wort Wappler - total körperdistanzresistente Mitpassagiere, die einen “irrsinnig intellektuellen” Diskurs über künstlerisch wertvolle Clubbings führten und wahrscheinlich Publizistikstudentlein im ersten Semester waren. Oder sowas in der Art. Kurz bevor ich die Beherrschung verlor und mich in eine fremde Kehle verbeißen konnte, hatte ich - mit Verspätung, war klar - den Westbahnhof erreicht, wo ich mir meine Tagesverpflegung zu kaufen pflege. Stellte mich also brav beim Bäcker meines Vertrauens an und mußte miterleben, wie so ein blondes Hausfrauchen mit nagetiergleich zitternder Nase, blonden Härchen auf Oberlippe und Kinn und leichtem Schweißfilm auf den fettig glänzenden Hängebäckchen irgendeinen depperten Kuchen verlangte, die herangetragenen Exemplare aus mir nicht bekannten Gründen aber jedesmal entrüstet als “nicht frisch” abqualifizierte und dem Tod durch Erwürgen nur entging, weil ich es schon verdammt eilig hatte und aus Gründen der drohenden Unterzuckerung ad hoc beschloß, den Supermarkt meines Vertrauens in Büronähe aufzusuchen. Als kurzer, aber trügerischer Lichtblick erwies sich die Fahrkartenkontrolle in der U-Bahn, doch wurde zu meiner großen Enttäuschung kein Schwarzfahrer erwischt. Und im Supermarkt stand ich dann als letzte hinter einer langen Schlange aus Großeinkäufern, die sich allesamt nicht gewillt zeigten, mich vorzulassen.

Als ich den Supermarkt schließlich verließ, traute sich selbst der Regen nicht mehr in meine Nähe. Er verdampfte einen halben Meter über meinem Kopf. Wenn der Tag so weitergeht, liegt Wien in ein paar Stunden in Schutt und Asche, fürchte ich. Blöderweise ist er aber noch lange nicht vorbei. Beten Sie besser.

[Geht aber nicht nur mir so. Gerade durfte ich die geharnischte Mail eines Kollegen auf eventuelle Böcke kontrollieren. Ich glaub, da ist heut’ was im Wasser. Oder so.]
[Schau schau. Ich könnte das jetzt mit Tags versehen, eine Möglichkeit, die mir das upgedatete WordPress neuerdings bietet. Bravo Burschen, da seid’s ihr ja wirklich gaaaaanz früh draufgekommen, das so richtig deppensicher zu machen und ins Feld für neue Postings zu integrieren. Blitzgneißer.]

Erkenntnis

Daß du schon lange nicht mehr beim Friseur warst, merkst du, wenn du dir einen Termin bei deinem “Stammfriseur” ausmachen willst und nachfragen mußt, ob Yvonne/Denise/Chantal, die dir das letzte Mal die Haare geschnitten hat, überhaupt noch hier arbeitet.

Trotz Betriebs ungestörter Umbau…

… nicht wundern, wenn’s hier ein bißchen rumpelt. Der Technische Direktor tut Tischerlrücken. :)