Notizbloggen

Das Wetter legt sich ganz schön ins Zeug, um dem Liebsten ordentlich was zu bieten, legt eine mollige Daunendecke über die Stadt und wirft den Nordwindgenerator an, um über Nacht malerische Schneeverwehungen zu produzieren. Und um ehrlich zu sein, finde selbst ich das weiße Zeug hübsch. Die tanzenden Flocken und die unförmigen Passanten, die sich mit zierlichen Schrittchen vorsichtig über verschneite Gehwege manövrieren, alle Hektik schaumgebremst und Atemdenkblasen in der rauchigen Winterluft.

Es empfiehlt sich angesichts solcher Wetterlagen, sich Filme wie Shining, Der Tanz der Vampire oder Fargo anzusehen. Shining hatten wir gestern. Sehr gruselig, vor allem die Inneneinrichtung. Beim Einschlafen dann laut über die Gründung einer Black Metal-Band nachgedacht und noch ein bißchen Ich fresse alle Schweine tot gesungen.

Überhaupt Singen - es dürfen, sobald ich den Technischen Direktor plugintechnisch um den Finger gewickelt habe, Podcasts in diesem Theater erwartet werden. Um über das derzeitige Niederfrequenzbloggen hinwegzutrösten, und um die Welt zu erobern. Mindestens.

Und wenn mein Zuhauserechner heute früh nicht von einer seltsamen “Kein Datenträger”-Attacke heimgesucht worden wäre (ich tippe auf Virusgrippe), gäbe es an dieser Stelle auch ein paar Bilder vom malerisch verschneiten Wien. Muß das halt warten.

8 Kommentare zu “Notizbloggen”


  1. 1 zeze

    Ich sage nur Eichhörnchenfeeling: hibbelig UND winterschläfrig zur selben Zeit.
    Über Black-Metal-Bands schweige ich hier lieber.

  2. 2 dieJulia

    (über Black-Metal-Bands schweige ich eigentlich grundsätzlich auch lieber… (-:)

  3. 3 Ad

    über black-metal-bands darf nicht geschwiegen werden! die spielen doch nur…

  4. 4 chronovisor

    Soso… plugintechnisch um den Finger gewickelt… plug in and have fun… tztztz… oooops - und weg.

  5. 5 la-mamma

    und ich jetzt in deiner ganzen gehört gehört liste keine black-metal-band gefunden;-(

  6. 6 dieJulia

    Das mit der Black-Metal-Band, liebe la-mamma, war so: der Liebste hat so einen Katalog mit diversem Zubehör für den gelernten Fan zugeschickt bekommen, und so sehe ich jedesmal, wenn ich auf dem Klo sitze, die Anzeige für einen Tonträger mit dem absolut unübertrefflichen Namen

    Delikatessen vs. Rohstoffe.

    Das inspiriert mich halt ungemein, und so singe ich vergnügt Zeilen wie

    Hirn mit Ei
    Ist mir selten einerlei
    Mit einem zarten Bries
    Da machst bei mir an Riß’
    Der Strudel von der Lunge
    Zergeht mir auf der Zunge-
    Der Pansen, der Pansen
    der treibt mich in den Wahnsinn

    und als Refrain

    Ich fresse alle Schweine tot (4x)

    vor mich hin. Ansonsten bin ich aber eher anderen Genres verbunden, um es einmal vorsichtig auszudrücken. :)

  7. 7 zeze

    Gedanke 1:
    O-hoho, das gemahnt mich an finstre Zeiten, die bis eben im gnädig weichzeichnenden Nebel des Vergessens begraben lagen. (Huuu… »The Haze of Oblivion« klingt selbst wie ein Metal-Titel.)
    Also soviel vorweg: Wir waren jung, hatten Instrumente und zuviel Zeit. Bei einer Freundin wurde gegrillt, und als eine noch völlig unberührte bleiche Bratwurst durch ein Mißgeschick vom Grill fiel, nahmen wir dies zum Anlaß, das arme Ding rituell zu schänden (wir ritzten blasphemische Runen und anspielungsreiche Stabreime in den zarten Saitling) und es anschließend im Garten zu vergraben.
    Das muß unsere juvenile Phantasie beflügelt haben; denn wir erfanden an jenem denkwürdigen Abend Bratan nebst dem dazugehörigen Kult. Ich schrieb dem Niedersten zu Ehren sogleich einen Hymnus, der umgehend in Moll vertont und Dem-Da-Unten dargebracht wurde.
    […]
    Gedanke 2:
    Am Samstag stand in der Schlange an der Kasse neben mir ein Typ in braunem Cordanzug und mit einer Frisur der Hamburger Schule. Als der Cordanzug sich zu mir drehte, erspähte ich an seinem Revers einen Anstecker (ich glaube, man sagt dazu heute Button) mit der Aufschrift »Mothers against Death Metal«. Warum da nicht Black Metal stand, ist mir unverständlich.
    […]
    Gedanke 3:
    Besser, als seinen Frust mit (Wasauchimmerfür) Metal abzureagieren ist, »4′33« von John Cage in den Player zu legen und auf Repeat zu drücken. (Zur Not funktioniert das auch mit der Coverversion von Type O Negative »The Misinterpretation of Silence and its Disastrous Consequences«.)

  8. 8 Opa

    Großartige Pläne :-)

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