Wo ungehobelt gesägt wird, fallen Späne, aber kein Kind wird so heiß im Bad ausgeschüttet wie es gekocht wird - und das ist halt die Kehrseite der Bredouille. Und trotzdem sage ich immer: jeder ist seines Glückes Schuster, und das Eisen muß man sieden, solange es noch weiß ist.
Das Leben ist, wie wir wissen, wie eine Lawine: Mal rauf, mal runter. Trotzdem sollte man die Finte nicht ins Korn schießen, wenn einem der Hafer einen Sprung in die Schüssel sticht. Es gibt immer einen Tunnel am Ende des Lichts! Und wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Wicht daher, der dir zeigt, daß der Bartel so lange zum Brunnen geht, bis der Most dem Krug die Krone ausschlägt.
Aber wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Schweinen werfen. Seh’ ich ein.
Da geht einem ja die Hundschnur in der Pfanne hoch!
Aber, aber! Wer wird denn gleich ein Häufel an die Wand malen… man soll halt sein Licht nicht neben den Sessel stellen!
Die Kehrseite der Bredouille fide ich geradezu charmoyant.
Ich glaub ihr wollt mich über den Tisch haun…
*stellt seinen Chef unters Lichtel & freut sich wie ein Zaunkönig*
Fein, Redensunarten verwurschten! Da mach ich gern mit. Aber die eigentliche »Spezialogin« auf diesem Gebiet ist ja meine kleine Schwester.
Die läßt sich so leicht nichts auf den Bären binden. Als gescheutes Kind läßt sie nichts anbrennen und schießt, wenn es sein muß, mit Kanonen die Tauben (oder waren es gar die hochhängenden Trauben?) vom Dach.
Die zwei poetischsten Sätze, die sie mir und der Welt bis jetzt versehentlich geschenkt hat, waren jedoch die folgenden:
»Sie hatte fuchsgrüne Augen« (einfach nur schön!) und als Lebensmaxime: »Du mußt nur über den Schatten deines inneren Schweinehundes springen.«
Was aber hat nun der o.g. Chef mit alledem zu tun? Ganz einfach: Auch er ist auf seine Weise begnadet; denn er fordert (die Werbebranche ist eben hart und gute Ideen sind rar) allen Ernstes von mir, »das Pferd täglich neu zu erfinden«.
Was Gottvati wohl davon hielte?
Zum Abschluß noch ein Anekdote, die zeigen soll, daß selbst eine korrekt formulierte Redewendung im entsprechenden Kontext »falsch« sein kann. Besagter Chef seufzte angesichts eines in letzter Sekunde eingehaltenen Termins für einen Videospot (»Holiday on Ice« mit Katarina Witt) nämlich: »Gott sei Dank! Die Kuh ist vom Eis.«
Womit wir wieder beim Wetter wären …
Da denkt man sich noch, Julia, denkt man sich, mit diesen ollen Kamelen lockst du doch keinen Bären aus dem Ofenrohr, aber dann hat man glatt wieder einmal in einen Bienenstock gestochen, wie’s aussieht. Schöne Redewendungen sind halt ein echter Dauerbrand, da fährt kein Zug dran vorbei!
(”Du mußt nur über den Schatten deines inneren Schweinehundes springen” ist in der Tat ganz, ganz groß, liebes zeze. Kompliment an die Frau Schwester!)
morgenstund hat schleim im mund - eine lebensweisheit für alle rauchenden mitleser.
Genau. Und in meiner Familie raunt man sich zu gegebenem Anlaß gern mit verschwörerischem Kennerblick zu: Spinne am Abend bringt Glück und Gabend.
Echt jetz. :)
wer anderen eine grube gräbt,
soll nicht mit steinen werfen.
.
hübscher text aber auch.
.
und wer im glashaus sitz,
fallt selbst hinein.
.
oder so.
Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er in eine Grube fällt.
Liebe deinen Nächsten, solang er noch warm ist.
Wer selbst im Glashaus sitzt soll öffnen, wenn es klingelt.
Schmiede das Eisen, wie Dich selbst.
Morgenrot, sterben ist der schönste Tod.
Kein Feuer, keine Kohle kann brennen so heiss
als wie heimliche Liebe von der niemand nichts weiss.
Und das in Zeiten von On-line.
Drum prüfe, wer sich ewig bindet
ob er auch noch nach Hause findet . . .
usw. Grüsse Pop
Es gibt immer ein Loch am Ende des Tunnels.