Archiv für October 2007

Andrzej Dragan

Der junge Mann (29) ist Quantenphysiker und begnadeter Fotograf. “Um ehrlich zu sein, ich mag es nicht, zu fotografieren” vertraut er der Zeitschrift “Photographie” an, und es klingt kein bißchen kokett. Seine Bilder sind unheimlich, haben einen ganz eigenartigen Schmelz und ziehen einen sofort in ihren Bann. David Lynch faßte es so zusammen: “They are all beautiful”.

Wer sich in die dunklen, surrealistischen und alptraumhaften Welten des Andrzej Dragan wagen möchte, begebe sich auf seine Seite.

Na gut…

… ich muß ja zugeben, daß das mit dem Pensch eine Schnapsidee war. Ich kannte das schon als Kind und konnte mich schrecklich drüber abhauen, wenn mein bester Vater der Welt damit beim Einkaufen die Leute aufzog. Aber früher war alles besser. Und aus Holz. Man hatte so einen besten Vater der Welt und eine beste Mutter der Welt, die einem Bücher vorlas, und man hatte das Sprachbastelbuch (kennt das noch wer?) und heckte andauernd solche Dinger aus, versuchte sich an penschähnlichen Konstrukten und freute sich wie ein Schneekönig, wenn sich die Leute den Kopf zerbrachen.

Heute kann man das ja alles mit einer kleinen Handbewegung googeln, das hab ich wieder einmal nicht bedacht.

Natürlich ist ein Pensch das Mittelstück eines Lampenschirms. Aus diesem Grund ergeht der Gewinn hiermit an Fireball - bitte um Bekanntgabe der Adresse, dann kommt die DVD nach Luxemburg geflogen! Sehr schön fand ich übrigens die nicht gegoogelten Definitionen (BifBof, knurps, Auge, Pathologe, e!genart, Björn und Hi:nz)… das nächste Gewinnspiel kommt bestimmt. Und wird nicht so einfach sein. Quasi ungugelbar. ;)

Gewinnspiel!

Da bei so einer Zusammenlegung von Haushalten plötzlich Gegenstände auftauchen können, die man dann doppelt hat, aber nur einmal braucht, wird - nur hier! nur heute! - an dieser Stelle eine DVD vergeben. Und zwar The Bourne Identity (der erste Teil der Bourne-Trilogie). Sprachen Englisch u. Deutsch, interessantes Special: Anfang und Ende der ursprünglich geplanten Fassung, die so nie zu sehen waren (in den Hauptfilm integrierbar), weitere Features: Making-Of der Verfolgungsjagd durch Paris, einer Kampfszene, aufwendiges Making-Of der Audiospur für eine bestimmte Sequenz, Interview mit einem CIA-Agenten, etc.

Die Gewinnfrage - zu beantworten in den Kommentaren - ist daher natürlich dementsprechend schwierig und lautet:

Was ist ein Pensch?*

Ausgenommen von diesem Gewinnspiel sind Popvatern (falls du zufällig mitliest) und Ad. Die DVD wird dem Gewinner auf dem Postweg übermittelt. Rechtsweg? Völlig ausgeschlossen! Der Gewinn kann weder in bar noch in Bier abgelöst werden. Einsendeschluß ist Sonntag, der 28. Oktober 2007, 23:59h. Möge der Bessere gewinnen. Oder die. Haut rein!

*sollte die richtige Antwort nicht gefunden werden, was einigermaßen wahrscheinlich ist, zählt der kreativste Versuch. Hähä.

Notiz an mich: auch mal einen Ärzteroman schreiben

Prüfend schaute Dr. Mabuse abwechselnd auf die Mappe, die er in seinen Händen hielt, dann auf das Krankenbett, an dessen Seite er stand. Ein leichtes Stirnrunzeln konnte er nicht vermeiden und seine blutunterlaufenenen Augen unter den Brillengläsern drückten Besorgnis aus.
Krankenschwester Herbert schaute bewundernd zu Mabuse. Ihr fettiges Haar bewegte sich leicht durch ihre Kopfbewegung, doch auch ihr war die Sorge von Dr. Mabuse nicht entgangen. Seit vorgestern war Krankenschwester Herbert nun schon die Assistentin von Dr. Mabuse, hatte ihn durch viele schwere Operationen begleitet und ihm zur Seite gestanden.
Zahllose Kämpfe um die Leben ihrer Patienten hatten sie schon gewonnen, zahllose Krankheiten besiegt- doch wann würde er ihr stilles Verlangen erhören?

Selber? Klick!

Blattgold

Herbst_Blatt.jpg

[zum Vergrößern bitte Bild klicken.]

Null. Es ist soweit.

Ein Wahlwiener mehr.
Ein Single-Haushalt weniger.

:-)

[Wenn Sie das lesen können, befinde ich mich gerade am Flughafen Wien-Schwechat. Kostbare Fracht abholen…]

[Null]

der Technische Direktor…

… ach du meine Güte! ;-)

Übergang

Die Stunden füllen sich wie mit Wasser, durch das ich treibe.
Immer wenn ich glaube, das Warten nicht mehr aushalten zu können, halte ich mir vor Augen, daß ich nichts anderes tun muß als

nichts.

Mit wechselndem Erfolg.

Auf der Welt wird gerade gelacht, geweint, gevögelt, gelitten, geküßt, geliebt, geschlafen, gewacht, gehaßt, gelebt, gestorben.
Sechs Milliarden Menschen tun das Tag für Tag. Unbedeutend. Alles. Solange es einen nicht selbst betrifft.
Ich gebe Plattitüden von mir, die ich, und das ist das Schlimme daran, in diesem Moment ernst meine. Das Essentielle ist, daran gibt es nun einmal nichts zu rütteln, erschreckend schlicht. Für Außenstehende möglicherweise peinlich. Ich bin aber mitteilsam und allein in einer essentiellen Situation. In meinen Fingerspitzen pocht das Blut, mein Herz spür ich bis zum Hals schlagen, mein Magen ist mit Helium gefüllt, und im Kopf herrscht erbarmungsloser Ausnahmezustand. Die Herrschaften aus dem Großhirn haben ein Schild “vorübergehend geschlossen” an die Tür gehängt und tanzen hemmungslos um den Mandelkern, im limbischen System sind ziemlich viele Schrauben locker, aber keiner geht, um nachzusehen. Große Sause, und das hat nix mit dem Dedolor zu tun, das der Arzt verordnet hat.

Van Gennep, Anthropologe, hat von Übergängen im Leben eines Individuums gesprochen und nannte die rituellen Verrichtungen, die zur Absicherung vor allem des ungeschützten, weil undefinierten Zwischenzustandes zwischen den beiden Positionen (Anfang und Ende des Übergangs) dienen, “Übergangsriten” (rites de passage).
Ich stecke gerade in sowas. Zwischendrin. Nicht mehr da und noch nicht dort. Eine Seite, die darauf wartet, umgeblättert zu werden und dabei vor Energie vibriert.
So ein Übergangsritus wär jetzt nicht schlecht. Sieben vorindustrielle Jungfrauen, die meine Füße waschen, Räucherstäbchen schwenken, was Exotisches singen und mein Gesicht mit bunten Göttern bemalen. Oder sowas auf die Art. Keine Sorge, ich bin nicht durchgeknallt oder plötzlich auf dem Esotrip. Da gaukeln nur ein paar Luftballons mit Inselwissen aus dem Ethnologiestudium eines vergangenen Lebens in den Nachthimmel.

Ich rufe mich zur Ordnung. Werde gleich meine Nase wieder in dieses Buch stecken, dem noch ein Eintrag zu widmen sein wird, um meine randalierenden Nerven in den Griff zu kriegen. Morgen um diese Zeit ist alles anders. In einem größeren Umfang anders als normal-einfach-so-anders. Ganz anders. Ein neues Kapitel.

Ich bin aufgeregt. Der Countdown ist fast zu Ende. Auf zwei folgt

[eins]

Lesen, leben

Im Schilf ist vielleicht gerade ein Mord passiert (die Wahrheit versteckt sich auf den folgenden Seiten). Der empfohlene Topfenwickel hat eine Kindheitserinnerung ausgelöst (die eine Hälfte hab ich aufs Bein gestrichen, vom Rest hab ich genascht). Die Wäsche auf dem Ständer träumt sich trockeneren Zeiten entgegen. Neunhundert Kilometer weiter ist jemand zu Bett gegangen. Eine Seite des Badezimmerschränkchens ist leer. Die Zeit hält den Atem an und ist selbst gespannt über den Fortgang der Dinge. Ich klopfe ihr auf die Finger. Und lächle dabei ein bißchen. Und wende mich wieder meinem Buch zu.

In der Ruhe liegt die Dings. Oder so. Seiten, so kurz vorm Umblättern, vibrieren vor Energie. Da waren’s nur noch

[zwei]

Die deutsche Kochschau…

Stermann & Grissemann. Klick den Link, Trailer startet.

[Ich erwäge inzwischen ja die Einführung einer Kategorie “Empfehlungen”. Ach… wo ich es schon erwäge… es gibt jetzt eine neue Kategorie… :) Und ja, ich weiß - im Moment is hier nicht sonderlich viel los, und auch anderswo halten sich meine Beiträge in Kommentarform in Grenzen. Das liegt, der gewitzte Leser, die kluge Leserin hat das sicher schon voll durchschaut, vor allem an diesem seltsamen Countdown hier… und dann ist auch noch mein Bein kaputter als angenommen, und außerdem lese ich gerade Juli Zehs neuen Roman, über den bald einmal was gesagt werden wird hier im Blog. Link ist aber kein Verlegenheits-Posting, sondern echt klickenswert!]

[drei]