Vorhin beim Pfahnarpft.
Dr. L: Und, Frau Julia, wie sind Sie eigentlich auf mich gekommen?
dJ: Telefonbuch, Anhängerin der Grätzl-Philosophie und Intuition. Gut, ein bißchen war auch Ihr Name schuld.
Dr. L (lacht): Ja, das hab ich schon ein paarmal gehört.
dJ (nicht ohne Hintergedanken): Sie haben gar keine Homepage… ist selten heute!
Dr. L: Stimmt, hab ich keine.
dJ (im Geiste schon eine kleine Akquisition vorbereitend: der Mann gehört in die professionellen Hände vom Technischen Direktor und derJulia!): Und warum?
Dr. L: Ja, wissen Sie… ich hab 250 bis 300 neue Patienten im Jahr.
dJ: Das ist toll! Und woher kommen die?
Dr. L: 90 Prozent Mundpropaganda. 10 Prozent Telefonbuch.
dJ: Keine Homepage… kein Inserat im Herold…
Dr. L (freundlich): Ja wissen Sie, das ist was für die jungen Kollegen, das seh ich schon ein, daß die auf sich aufmerksam machen müssen. Aber ich? Für mich muß meine Arbeit sprechen.
dJ (verblüfft): Das war jetzt gerade eine vertrauensbildende Maßnahme…
Und er hat mich wahrlich nicht enttäuscht. Ein freundliches “Machma ein kleines Spritzerl, Frau Julia?” kam ganz ohne mein Zutun, und in der folgenden Stunde hat er nicht nur in liebevollster Kleinarbeit drei kleine Füllungen gemacht, sondern, wofür man in allen Praxen, die ich kenne, an die 100 Euro zahlt (Mundhygiene bei der Assistentin), Zahnstein und Verfärbungen entfernt, sodaß mein Gebiß jetzt absolut hollywoodtauglich ist. In anderen Worten: ich wurde in einer ganz normalen Kassenpraxis behandelt wie eine Privatpatientin.
Gäbe es mehr von dieser Sorte und weniger von der High-Tech-Hochglanz-Wunderordinationsfraktion mit viel Blabla und nicht viel dahinter außer Massenabfertigung, Kronen, die wieder rausfallen und Füllungen, die überstehen oder nicht halten, ich hätte wohl gar nicht erst angefangen zu paniken. Nächster Kontrolltermin am 8. April 2008, 14:00h ist schon ausgemacht. Und das heißt was. Zahnarzt bin ich nämlich in den letzten 12 Jahren bis dato noch keinem treu geblieben…
ausgerechnet am 8-ten april?
;)
Na ja, ich hoffe nicht dass du dir Karies anfrisst, um ein paar Webseiten machen zu dürfen. ;-)
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(Spaß wirklich, ganz ernst: Spaß) ;-)
Neinnein. :) Ich bin keine Masochistin und von Natur aus nicht so der Haudrauf… und bei Zahnärzten sowieso, und also… also, wenn man’s gut macht, kommt die Arbeit zu einem. Immer. Mundpropaganda rulez! :-))
Ich fahr’ nach Wien zum Zahnarzt!
Mich würde ja interessieren, welcher Name da die Präferenz ausgelöst hat. Dr. Lustig? Dr. Lude? Dr. Lovejoy?
Mundpropaganda passt da ja hervorragend!
eloran: Nur zu! Stadtführung inklusive. :-)
Patrick: Naja… wenn Sie die Wahl zwischen (unter anderem) Jäger, Hirsch, Klampfer, Toth (!!) und Lachner hätten, wie würden Sie sich da entscheiden…?
e!genart: … hähä, yap!
Jepp, kann ich nachvollziehen, ich halte meinem Zahnklempner jetzt schon über 4 Jahre die Treue. Vorher war das ein einziges Bäumchenwechsledichspiel … :)
Ha! Lachner!
Da Lach ich aber! Ist das oben die Abkürzung? 250-300 neue Patienten im Jahr??? Wie soll das gehen? Ich bin eher Silver-Surfer aber mit Homepage! Also 30 Patienten am Tag, mehr geht nicht, mal 220 Arbeitstage im Jahr durch 2, weil mehr als 90 % der Patienten kommen alle 6 Monate, sind 3300 Patienten jährlich. In 10 Jahren hat er 3000 Neupatienten und nochmal 4000 “Altpatienten” sind 7000 Patienten im Jahr ohne weitere Neue. Kein Zahnarzt kann so ein Pensum bewältigen! Also, Blödsinn, oder mehr als 50% kommen nicht wieder. Der wußte nur: Er will keine Homepage!
Wenn er fachlich toll war, umso besser, aber bitte nicht gleich alles glauben, nur weil man “weiß” trägt.
Viele Grüße
Michael
Oh, lieber Herr Michael Pfahnarpft,
mir war schon klar, daß es bei der Anzahl an Neupatienten sehr viele geben muß, die exakt einmal Neupatient waren (so wie ich in den vergangenen 12 Jahren, als ich aufgrund purer Panik, schlechter Erfahrungen und dank meines Daseins in einer kleinen Großstadt mit vielen Zahnärzten hemmungsloses Zahnärzte-Hopping betrieb). Und ich glaub auch nicht alles, was mir Leute in “weiß” sagen… Mag auch sein, daß er mit den Zahlen ein bißchen geschummelt hat. :-)
Aber erstens kam ich als Angestellte zu ihm, nicht als homepageerstellungswütige Freelancerin, zweitens sei es mir gegönnt, daß ich nach all den Jahren des Suchens endlich einen richtig guten Arzt gefunden habe, der sich Zeit nimmt, mir auf Augenhöhe begegnet und alles ausstrahlt, was ich mir als Patientin von einem Arzt wünsche, und drittens würde ich mir bzw. vielen Leidgenossen sogar wünschen, daß Doc L. sich im Internet präsentieren würde, um leichter gefunden zu werden.
Leider ist es halt so, daß ich selber schon auf die eine oder andere professionell beworbene “Wohlfühlpraxis” reingefallen bin, wo ich zwar, weil großzügig betäubt, keine Schmerzen erleiden mußte, wohl aber, so zwischen Tür und Angel und teils durch Assistentinnen, die mal eben die Füllung machten, abgefertigt, mit dem Ergebnis weder optisch noch funktionell glücklich war. Sie werden verstehen, daß man da irgendwie mißtrauisch wird und permanent fürchtet, in den Sein/Schein-Konflikt zu geraten. Also – nix für ungut!
Einigen wir uns vielleicht auf folgendes: eine Internetpräsenz ist selbstverständlich kein Indiz für mangelnde Qualität, und keine Internet-Präsenz macht klarerweise noch lange keinen guten Arzt aus – aber der, den ich da gefunden hab’, ist ein Goldstück. Möge er lange leben und arbeiten und am besten noch meine Kinder versorgen! :-)
Liebe Grüße!
Julia
Hallo Julia!
Darauf können wir uns jederzeit einigen! :-)
Ich glaube ich habe es auch ein wenig übertrieben, es ist schön wenn Du dich gut aufgehoben fühlst. Vertrauen kann man sich nicht mit einer Website verdienen.
Viele Grüße und einen schönen Abend
Michael
Lieber Michael,
Danke für diesen Kommentar!
Ach, und was ich noch sagen wollte… Pfahnarpft sollte, und wer mich kennt, weiß das, glaub ich, keine Verunglimpfung eines ganzen Berufsstandes, sondern die lautmalerische Umschreibung einer gefühllosen Oberlippe darstellen.
Liebe Grüße aus Wien und ebenfalls einen schönen Abend!
Julia