Kein Ereignis ist bekanntlich so schlimm wie die Furcht, die es vorausschickt, und so kommt es, daß ich mich - obwohl für normal durchaus ein halbwegs intelligenter Mensch - heute früh schon einmal vorsorglich angekotzt habe. Aus lauter Panik vor dem nachmittags zu absolvierenden Zahnarztkontrolltermin.
Durchfall, Schweißausbrüche, Magenschmerzen und ein Blutdruck jenseits von Gut und Böse: Das muß nicht sein!
Ich hatte vorhin die geniale Geschäftsidee, ein Kidnappingservice zu gründen, das den Zahnärzten (oder wovor man halt sonst so panikt) zuarbeitet. Lieferwagen, Tür auf, Sackerl übern Kopf, davongerast, rein in die Praxis, rauf auf den Stuhl, gedscho, gemma - keine Zeit, Angst zu haben. Kein Anlaß für nächtelanges Herumwälzen im Vorfeld, Adrenalinschübe bis zum Beinahe-Kollabieren, Herzrasen und Atemnot. Ein paar Jungs in schwarz, die einen in ein Auto bugsieren, Fahrt zur Praxis, ausladen, behandeln, rausgehen, paßt.
Weil beim Zahnarzt selber, da bin ich dann eh der total abgebrühte Vernunftsmensch, der sich im Angesicht des Unabwendbaren ohne Wimpernzucken in sein Schicksal fügt. Aber davor… die Stunden davor… örgs… ich glaub, ich muß schon wieder brechen…
Eine wirklich gute Idee. Mache ich sofort Gebrauch von.
… man könnte das auch noch eleganter machen. Ein Zettel im Postkasten, E-Mail bzw. SMS: “Treffen Sie mich heute zur angegebenen Zeit an der angegebenen Adresse. Kommen Sie allein. Keine Angst, Ihnen wird nichts geschehen.” ;-)
weiß nicht, da würden sich gleich auch die falschen leute diese geschäftsidee aneignen - faule katholiken würden prompt zur heiligen messen gebracht, unbegabte kinder ohne zukunft zur schule… eine systematische totalität, ohne sichtbare grenzen einer moral.
aber, was weiß ich schon… ;)
Tut mir leid, Schatz, aber im Moment empfinde ich definitiv keine Grenzen einer Moral. Bloß Panik. Vielleicht trifft mich ja im Wartezimmer der Schlag? Verdammt… das wär blöd. Dann wär die ganze Aufregung umsonst gewesen.
toll - und wer kocht mir kaffee, wenn dich der schlag trifft?
Oh.
Dann werde ich das jetzt wohl überleben müssen. ;)
ja, eh… :)
Oder einfach Wörter finden, die alles wovor man Angst hat, ersetzen… ^^
Zahnarzt -> Der Knuddel
Spritze -> Teddybär
Praxis -> Solarium
Dann würd’s ungefähr so heissen:
Ich geh heute ins Solarium, dort treff ich den Knuddel, der mit einen Teddybären gibt. :)
Hört sich doch schon ganz harmlos an ^^
Das isses ja! In Ö. sind sie so knausrig mit den Spritzen, äh, Knuddeln. Da muß man, den Bohrer schon halb im Gesicht, immer erst handfest intervenieren. Wär das nicht so, hätt ich auch kein Problem mit Zahnärzten - solang ich nix spür, is mir alles wurscht (deshalb sind mir Wurzelbehandlungen auch bei weitem lieber als “kleine” Füllungen).