Erinnert sich eigentlich noch wer an Roachford? Dieses unsagbar… irgendwo zwischen so versteckt, nett, unauffällig und für immer hängenbleibend angesiedelte “Lay your love on me”? Ich habe so einen speziellen Bezug dazu. Eine Küche war’s, nicht meine. Jemand stand unter einer Dusche und ich vor einem Radio, das ich lauter und lauter und lauter drehte, dieser sanfte, dahinblubbernde, sich ins gospelhafte steigernde Sound griff mir plötzlich ans Herz, wurde privat, privatest, subkutan, die Situation wurde insulär, ich wußte plötzlich mit jeder Faser, daß da draußen etwas wartet, etwas Großes, und ein blauer Teppich auf einem Holzboden, die Sonnenstrahlen, mag sein, daß es Sommer war oder schon fast Herbst; etwas in mir starb, etwas in mir vergoß ein paar Tränen, etwas sehr großes erhob sich in mir und lächelte weise. Kitsch, das ist Kitsch, heute höre ich die Nummer zum ersten Mal seit so vielen Jahren wieder, in meinem Lieblingslokal, bachen, wie man auf Österreichisch sagen würde, wenn man meint: uninnovativ (was für ein Unwort), tranig, gestrig. Und trotzdem werde ich aufmerksam, spielt das limbische System verrückt und freut sich wie ein ganzer wurliger Montessori-Kindergarten. Siehst du, sagt es mit einer Verve, die mich halb vom Sessel haut, siehst du, jetzt bist du genau da, wo du damals etwas geortet hast, das du nicht kanntest und nie erträumt hättest, indes: du hattest eine Ahnung davon. Eine Wimper. Einen Wunsch. Jetzt bist du da. Tatsächlich da. Daheim. Angekommen. Dort, wo dich niemand mehr vertreiben kann.
Anstatt spontan mitteilsam zu werden freue ich mich nach innen. Nehme meinen Weg zur U-Bahn und von dort nach Hause. Per pedes. Drei Bier: genug, um mich aus dem Orbit zu hauen. Gründlich. Sitze hier vor meinem Rechner und kann es irgendwie gerade nicht verarbeiten und schreibe es trotzdem auf, schreibe es in eine real existierende Öffentlichkeit, auch wenn es wirr scheinen mag oder komisch oder einfach nur nichtssagend. Liebe Tamara Tagebuch… Ich werde den unmittelbaren Drang verspüren, das hier zu löschen, nach ein paar Stunden Schlaf. Kenn mich ja.
Trotzdem. Ich kann nicht anders gerade.
Anhören? YouTube. Herzschlag-Beat. Prince-Anwandlungen. Einfach nur schön. Open your heart and I’ll play you a song. So kitschig. So schön. So… daheim. MannMannMann.
hätte ich jedesmal etwas gelöscht, wenn ich den drang danach verspührte, wäre mein blog frei von einträgen… :)
Manchmal ist weniger Hintergrundwissen mehr. Hmm.
Ach weißt du, Baby… Man sollte das Bloggen jedenfalls nicht zu ernst nehmen, sonst kommt man irgendwann an einen Punkt, wo man nur mehr schreibt und löscht. Und das wird dann irgendwann befremdlich bis peinlich.
Ey, und Käserich? Wenn einem die Zusatzinformationen fehlen, die du mir vorhin am Telefon erzählt hast, könnte man deinen Kommentar recht schroff auffassen. Ts.
Hat die Löschambitionen dann ja überlebt. Gut so!