Archiv für July 2007

lamento (einfach nicht ernst nehmen)

… ich könnte es so machen wie ursula in hundert jahre einsamkeit, als die schlaflosigkeit macondo heimsucht und sie mit der herstellung von… was war das noch einmal? marzipantierchen? … egal, sagen wir einfach, mit der herstellung von marzipantierchen beginnt. wirklich. ich könnte mein backrohr reparieren lassen und köstlichkeiten backen, in der nacht, weil ich ohnehin nicht schlafen kann. das geht jetzt seit ein paar wochen so. ich bin müde. tagsüber bin ich manchmal so müde, daß ich auf der stelle einschlafen könnte, ich habe vor lauter müdigkeit tiefe augenringe und ein verschwollenes, bleiches käsegesicht, aber nachts, wenn ich mich ausstrecke und das licht ausschalte, kommt mit der dunkelheit die angst. bilder im kopf, immer haben die mit krankenhäusern und blaulichtern zu tun und mit telefonen, die klingeln, mit schlechten nachrichten und mit einem unbeschreiblichen grauen, das um mich herumschleicht. mein nachbar schläft auch nicht, nachts. wenn ich irgendwann um halb vier das letzte mal aufs klo gehe, sehe ich seine hellerleuchtete wohnung gegenüber, und das tröstet mich. und wenn ich dreieinhalb, vier stunden später aufstehe, gerädert und mit brennenden, tränenden augen, gerade zu dem zeitpunkt, an dem echte erholung einsetzen würde, bin ich manchmal ein bißchen neidisch, weil seine vorhänge zugezogen sind und er sich offenbar im gegensatz zu mir am vormittag ausschlafen kann. ich bin so scheiß müde. ich könnte mein backrohr reparieren lassen und köstlichkeiten backen, in der nacht, oder wieder einmal hundert jahre einsamkeit lesen, bücher schreiben, mir einen nachtjob suchen und tagsüber schlafen, urlaub machen, irgendwo hinfahren, wo ich noch nicht war und wo mich die schlaflosigkeit nicht findet, und dann schlafen, schlafen, schlafen …

Vade retro, Dingsbums

So, die Exorzisten sind fertig, der Spuk ist vorbei. Hier wieder normaler Spielbetrieb.

Kimmo Pohjonen | Optikus

Ein entfesselter Experimentalakkordeon-Satyr.
Brodelnde Klangsaturnalien.
So klingt die Farbe Rot.
Und wer glaubt, daß Ziehharmonikas ins Bierzelt gehören, hat sich geschnitten.

A schene Leich!

http://derstandard.at/?id=2945165

Ich hab ja beim erstenmal “Totes Lama verblüfft die Wissenschaft” gelesen. Wie man sich täuschen kann. Schräg.

Queens Of The Ice Age*

Es gibt vermutlich nur einen Menschen in diesem Universum (und angrenzenden Paralleluniversen), der mich und meinen in alle Richtungen diffundierenden Geschmack so gut kennt, daß er mir ein Päckchen schickt, in dem sich “Ice Age 2″ und “Era Vulgaris” finden.

Danke für das, Baby!!!

[*(c) Herr Ad.]
[Ich habe übrigens die Theorie aufgestellt, daß Herr Homme Serienmörder geworden wäre, wenn er nicht Musik machen würde.]

Seekühe und Tümmler

Ach ja. Schwimmen war ich gestern zum ersten Mal in diesem Jahr.

Delphin.jpg

Erdäpfelsauce: so und nicht anders!

Im Internet kann man ja heutzutage praktischerweise alles finden, aber zum Thema Erdäpfelsauce stößt man, wie ich vorhin im Zuge meiner Recherchen feststellen mußte, ausschließlich auf nackenfellsträubenden Humbug, der nichts, aber absolut nichts mit dieser paradiesischen altösterreichischen Köstlichkeit zu tun hat.

Und weil ich zufällig gerade mit der Herstellung dieses kulinarischen Kleinods zugange bin, enthülle ich auch gleich das Geheimnis der ca. schönsten Sauce der Welt.

dieZutaten:

1 kg Erdäpfel (=Kartoffeln), idealerweise mehlig
1 große Zwiebel
etwas Butter
ca. 1l Rindsuppe oder Wasser/Suppenwürfel (+/- … je nach gewünschter Konsistenz)
etwas Butter (oder meinethalben zur Not auch Öl)
4-5 Lorbeerblätter
1 gehäufter Eßlöffel Majoran
2-3 Eßlöffel (Wein- oder Apfel-) Essig, Hauptsache weiß
Salz
Pfeffer (aus der Mühle)
getrocknete Steinpilze (lasse ich weg, weil ich abgesehen von Mu-Err keine Pilze mag.)

so geht’s:

Zwiebel fein hacken, Erdäpfel schälen und in kleine Würfel schneiden. Die Zwiebel in etwas Butter anschwitzen; wenn sie glasig sind, die Erdäpfel dazugeben, bei mittlerer Hitze anbraten und - Stammleser wissen das ja - immer schön engagiert umrühren, bis man merkt, daß sich am Boden des Topfes ein leichter Belag bildet. Das ist der ideale Zeitpunkt, um die Sache mit Wasser oder Suppe abzulöschen. Dann kommen Essig, Salz, Pfeffer, Majoran und Lorbeerblatt dazu. Aufkochen lassen, Deckel drauf und warten, zwischendurch immer wieder einmal umrühren und eventuell angießen. Ich für meinen Teil mag sie generell recht “suppig”, aber das ist Geschmackssache.

Nach etwa einer dreiviertel Stunde/Stunde sollte eine sämige Sauce entstanden sein (man kann natürlich mit dem Kartoffelstampfer nachhelfen, sofern man ein solches Küchengerät besitzt), die man eventuell noch einmal abschmeckt.

Der gelernte Österreicher serviert Erdäpfelsauce übrigens zu gekochtem Rindfleisch und reicht Schwarzbrot dazu, mir reicht sie als Hauptmahlzeit.

Extras:
die Herstellung dieses bodenständigen Traums von einer Sauce ist kinderleicht wie alle schönen Dinge im Leben, und der Geschmack ist - aufgrund der magischen Kombination von Essig, Majoran und Lorbeerblatt - ein Erlebnis, das sensible Naturen vor Glück durchaus ein bißchen zum Weinen bringen kann.
Empfohlener Soundtrack: Attwenger, Willi Resetarits aka (Prof. Dr. Kurt) Ostbahn oder Blood, Sweat & Tears (live).

Erdäpfelsauce