Es gibt da ja so eine neumodische Diät, die den Verzehr von Kohlehydraten gleichstellt mit dem Ertränken junger Kätzchen. Anhänger dieser Ernährungsform holen den Exorzisten, wenn sie “Schwarzbrot” und “Kartoffeln” hören. Ihr vermutlich trostloses Dasein mögen sie in Ruhe fristen - ich veröffentliche hier heute ein Rezept, bei dem sich solche Zeitgenossen vermutlich in Agonie winden.
Gedscho, gemma.
dieZutaten:
Erdäpfel (=Kartoffeln)
Sauerrahm
Zwiebel
eventuell etwas Butter
Salz
Pfeffer
Schnittlauch
So geht’s:
Die knierzigen Erdapferln zärtlich wallend in Salzwasser kochen und auskühlen lassen, schälen. Zwieberl fein hacken (jetzt kommt ultimative Trick von Julitschka: stellst du gehackte Zwiebel - eventuell mit etwas Butter - kurz in die Mikrowelle [70W/1min], dann ist weniger scharf und macht nix Sodbrennen!). Jetzt die Erdäpfel dazugeben und mit einer Gabel schön engagiert zermantschkern (=zerdrücken), dabei entsprechende Menge Sauerrahm, Salz, Pfeffer und Schnittlauch einarbeiten, bis die gewünschte Konsistenz (=streichfähig) erreicht ist. Klar können Sie die ganze Geschichte auch mit dem Pürierstab bearbeiten, aber ich finde es viel aufregender, wenn man die Zutaten mit freiem Auge noch erkennen kann. Kurz durchziehen lassen. Fertig.
Extras:
Ich mag das ganze am liebsten auf leicht getoastetem und noch ein bißchen warmem Schwarzbrot, es geht aber sicher jede Variante vom eleganten Mohnflesserl bis hin zum rustikalen Kornspitz.
Empfohlener Soundtrack: Hubert von Goisern | Trad.

mmmhhhhhhh! voll geil sind noch geröstete zwiebeln DRAUF, nicht drin! (orig. innviertel…)
… natürlich ZUSÄTZLICH zum drinnigen zwiebel!
Aber da hat ja schon eine(r) reingebissen. War dieser komische Rheinländer aus der Schneeifel etwa in der Nähe?
bazi: also, ich dachte eigentlich immer, es würde ganz gut um deine geografischen kenntnisse stehen, doch nun muß ich mich wundern - was hat den bitte rheinland mit der schneeeifel (drei “e” bitte!) zu tun? das ist, als ob man in garmisch ein flensburger bestellen würde…
Oder in K*** ein Alt, bzw. in Düsseldorf ein K**sch. Für mich ist das alles Rheinland, ich bin ein Weltbürger ohne lokalbaziotrische Vorurteile. Und auskennen tu ich mich sowieso nur auf dem Wasser. In Wien z.B. war ich noch nie. Ich weiß nur, das liegt irgendwo im ehemaligen Ostblock.
Also, du hast da nicht reingebissen. Dann war das wohl die Bedienungsanleitung von der Julia selber …
Das mit den gerösteten Zwiebeln, liebe Katze, das werd ich einmal ausprobieren müssen, des klingt fei narrisch guat!
Hej, und Opa - bist du mit dem falschen Fuß aufgestanden? Ich für meinen Teil kenne jedenfalls keinen komischen Rheinländer. Ach ja, und vom Brot hab ich selber abgebissen. Die unversehrte Variante war mir viel zu langweilig.
liebGruß von irgendwo aus dem ehemaligen Ostblock,
dieJulia
Als ich gerade die Headline gelesen habe dachte ich erst, dass es hier um experimentelles Kochen geht. Aber weit gefehlt. Zwar ist die Stulle schon angebissen, aber lecker ist das bestimmt und vorallem schnell mal gemacht, sofern man bereits abgekochte Erdäpfel hat. Wobei ich mir geröstete Zwiebeln auch besser dazu vorstellen könnte.
Sehr geehrter Herr Aushilfskoch,
das ist auch ein österreichisches Blog. Klar, daß Ihnen da so manches vermutlich spanisch vorkommt - was ich von experimenteller Küche halte, sag ich hier aber besser nicht. Oder nur eins: als in meinem Leib- und Magenmagazin jüngst eine ganze Serie über diese stylishen in Stickstoff gegarten Schäumchen und Häppchen kam, verfinsterte sich mein Gemüt. Ich hab das irgendwie zu tief in mir, daß man mit Essen nicht spielt.
Geröstete Zwiebel oder nicht ist übrigens keine Glaubensfrage! :)