Archiv für Juli 2007

Richtig argen Haß…

… kriege ich bei Mitmenschen, die mit ihrer dämlichen Karre bei laufendem Motor minutenlang unter meinem Fenster stehen und ca. alle 15-20 Sekunden die Hupe betätigen, um – wem auch immer – ihre Anwesenheit zu signalisieren. Ähnlich wahnsinnig machen mich die Hallo! … Haaalllooooo-Schreier, die in dieser Jahreszeit nicht selten dabei anzutreffen sind, wie sie mit dem Kopf im Genick auf der Straße stehen und offensichtlich versuchen, den Kumpel oder die Angebetete ans Fenster zu locken.

Als ob anrufen oder klingeln keine Option wäre. Vollpfosten! Die Hölle, Herr Sartre, da ham Sie schon ganz recht gehabt, das sind die anderen. Vor allem dann, wenn sie Krach machen. Und das können die richtig wirklich gut, diese …Vollpfosten! Hör jetzt auf zu hupen, du VOLLPFOSTEN, sonst komm ich gleich runter und beiß dir den Kopf ab!!

Wächter der Wahrheit, Surfer des Sandwurms

und heute rufst du alle Superhelden, alle großen Meister
alle Highlander, alle Krieger
alle guten Geister
alle Superfreaks und Auserwählten
und mich ins Hier:
du hast Millionen Legionen hinter dir…

[Musik beginnt ab ca. 5:55]

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Du hast Millionen Legionen hinter dir…
… hit it!

Notiz an mich: auch mal einen Bestseller schreiben

Die unerträgliche Feuchtigkeit des Seins (Entwicklungsroman über die amourösen Verwicklungen des Betreibers einer Hallenbad-Cafeteria)
Fräulein Smillas Getier am See (Novelle über die Betreiberin einer Fischzucht)
Die vierte Wand (Häuselbauer-Bibel)
Schafes Bruder (Milieustudie; Schauplatz Lüneburger Heide)
Die Frakturen (Ärzteroman)
Veronika beschließt zu erben (praktische Lebenshilfe mit handfesten Steuertips)
Irgendwo saß ich und heulte rum (verkauft sich sicher wie die Hölle)
Krieg um Frieda (Historischer Familienroman mit einer unüberschaubaren Anzahl an Figuren und Handlungssträngen, den jeder zuhause stehen und keiner gelesen hat.)

(Ich bin heute blöd und hätte gern, daß mir wer ein paar leichte Hiebe auf den Hinterkopf gibt. Hähä.)

Wiener Expressionismus. Oder so.

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[zum Vergrößern bitte Bild klicken | Navigation innerhalb der Lightbox.]

Denkste

Summertime… and the livin’ is easy. Wer sich das ausgedacht hat, war ein großer Poet. Jetz echt.

[Jill Scott vs. George Benson (live)]

[Glenn Gould spielt Bach (Partita Nr. 6). Angeblich hat er bei manchen Studioaufnahmen eine Gasmaske getragen. Wegen des Mitsummens.]

[Und, wenn die Nostalgie aber grad voll zuschlägt, Frank Sinatra. Stardust. 1943. Da war mein Papa gerade mal eins. Wahnsinn, das.]

Aus der Reihe: Dinge, die ich in diesem Leben nicht kennenlernen möchte

Würchwitzer Milbenkäse (“Im Verlaufe des von außen nach innen ablaufenden Reifungsprozesses färbt sich das Äußere des Käses nach etwa vier Wochen gelb, bis es nach drei Monaten in ein rötliches Braun und nach einem Jahr schließlich in eine schwärzliche Färbung übergeht. Die Milben werden beim Verzehr des Käses mitgegessen.”)

Gerade noch hungrig, jetzt nicht mehr. Mehr über den “lebendigsten Käse der Welt” auf milbenkaese.de. Mahlzeit. ;)

Insomnia

Suppenkoma
Suppenoma
Suppenamok

Nüsse, für den Kuchen, kannst du nehmen, aber Mohn, Otto, nie!
Nimm niemals Mohn, oh Toni!

Gestern hab ich es getan, ich hab die seit einiger Zeit herumliegen, auf dem Küchentisch, die Schlaftabletten, nur für den Fall, daß nichts mehr geht, irgendein Zeug, das sie an Menschen verfüttern, die sie sedieren wollen, mit dem Zusatz forte, damit die Vigilanz adagio wird; ich hab’s also getan, um 3:16h, hellwach war ich da und kribbelig, die Augen so weit offen wie die Fenster, eine halbe, dachte ich, würde reichen, um einen unternehmungslustigen Elefanten umzuhauen. Sie schmeckte bitter.
Rückenlage, Licht aus, die Gedanken jagen wie junge Hunde über Stoppelfelder, das Hirn macht Party, Special Guest: die Zukunft. Ich sehe sie tanzen, enthemmt, fühle mich wie ein Voyeur in meinem eigenen Seelengebäude, möchte nur, daß das alles Ruhe gibt, die Gäste nach Hause gehen, den Abwasch auf morgen verschieben, schlafen.
Ich warte auf die Wirkung des Elefantenniederstreckungsmittels, und tatsächlich, die Beine werden schwer, die Hände greifen nach Riesenluftballons, die Atemfrequenz verlangsamt sich, die Augendeckel klappen herunter, den Gedanken entgleitet das Denken.
Und deshalb Widerstand, das Bewußtsein ist ein Biest, es wehrt sich mit Zähnen und Klauen. Befeuert das Herz, das umso wilder pocht, sich aufbäumt, den Rest aufweckt, Adrenalinschübe gegen den Bewußtseinsverlust, Augenlider werden in aller Eile hochgezogen wie Markisen, rasseln gleich wieder herunter, jetzt macht sich noch viel tiefere Angst breit als die gewöhnliche. Angst vor Kontrollverlust. Der Körper so schwer, als würde er von Riesenhand in ein überdimensionales Samtkissen gedrückt, das Hirn alle Register ziehend, um ihn wach zu halten. Ein Titanenkampf, dem ich nur sehr ungern beiwohne, wie ich feststellen muß.
Die Zeitungsausträger machen ihren Job, ich kenne das ja. Haustür auf, Stille, Haustür zu, klack, Fahrrad. Die Gasse rauf. Eine stöckelt die Gasse hinunter und lacht, eine Frühaufsteherin unter den Krähen macht metallisch trippelnd Gymnastik auf dem Dach gegenüber, eine Amsel beginnt zu zwitschern, eine zweite, ein ganzer Chor, schwarzberockt und total bei der Sache, dissonant, weil der Dirigent noch schläft. Ein Auto. Noch eins. In meinem Zimmer ist es monochrom, ich genieße das. Ich lebe. Da drüben über dem Dach wird es dunkelblau, ein Radio schaltet sich ein, eine weitere Tür fällt ins Schloß.
Irgendwann um fünf Uhr früh beschließe ich, das chemische Dreckszeug in den Mistkübel zu verfrachten, für immer, es nützt halt nichts, die Pharmakeule ausgerechnet gegen den zickigen Morpheus zu schwingen. Vor den Fenstern wandelt sich das Dunkelblau in einen kitschigen Türkiston, das Hirn beruhigt sich langsam, die Hände finden eine Position unter dem Nabel, parken wie auf Kommando auf warmer Haut, Schalter werden umgelegt, der Letzte macht das Licht aus. Klack. Klack. Klack. Stille.
Die Augendeckel klappen herunter, dauerhaft jetzt. Alltagsgeräusche wandeln sich in Schlaflieder. Weißt du, wieviel Sternlein stehen. Draußen ist es tröstlich hell. Menschengeräusche. Ich bin nicht allein. Es gibt kein Monster in der Wohnung. Danke, Stadt. Wenn in drei Stunden mein Telefon läutet, werde ich abheben. Selig und wach.

Ich werde es tunlichst unterlassen, den Schlaf herbeizuzwingen mit unlauteren Methoden. Künftig werde ich mir einfach wieder ein Buch schnappen, lesen, Tee trinken. Abwarten. Mich nicht wehren. Wenn ich nicht schlafe, schlafe ich halt nicht. Ist alles halb so wild.

Wiener Gebietskrankenhasser

Sehr geehrte Wiener Gebietskrankenkasse!*

Sie haben mich eingeladen, am 2. August 2007 in einer Dienststelle meiner Wahl vorzusprechen und dieses Schreiben, die Krankenstandsbestätigung sowie allenfalls in meinem Besitz befindliche ärztliche Befunde beizubringen.

Einmal abgesehen davon, daß es Ihnen zu wünschen wäre, jemand würde Ihnen ein weniger entsetzliches Deutsch beibringen, werde ich natürlich nirgendwo vorsprechen, obwohl ich zugeben muß, daß ich seinerzeit in meiner juvenilen Phantasterei durchaus heimlich mit dem Gedanken liebäugelte, dereinst Schauspielerin zu werden und zu einem Vorsprechen an einer Schauspielschule zu gehen. Folgerichtig wurde aus mir (nach der Ausbildung zum Tourismuskaufmann, einem nicht beendeten Hochschulstudium und einem Intermezzo als Sängerin) übrigens Verlagslektorin, das aber nur nebenbei. Die Krankenstandsbestätigung befindet sich nunmehr seit Montag, 23.07.2007, im Besitz meines Arbeitgebers, der letzte Tag meiner Arbeitsunfähigkeit war Freitag, der 20.07.2007, womit, wie aus Ihrem Schreiben hervorgeht**, die Einladung (vom 23.07.2007) verfällt. Schade eigentlich, denn die Bronchitis, die ich noch immer mit mir herumtrage, hätte ihrem Kontrollarzt sicher gefallen. Macht so lustige Geräusche beim Atmen. Aber wissen Sie, als mein Hausarzt mich am vergangenen Freitag fragte, ob ich noch zuhause bleiben möchte, verneinte ich das, weil meine Arbeit in meiner Abwesenheit nicht weniger wird. Sie schreiben weiter: „Sind Sie bitte nicht ungehalten, wenn wir einen solchen Umstand** noch nicht berücksichtigen konnten, weil wir zu diesem Zeitpunkt keine Kenntnis davon haben konnten.“ Folgendes: Erstens heißt das „Seien Sie nicht ungehalten“, und zweitens bin ich es.

Verstehen Sie mich nicht falsch. Eine ehemalige Kollegin, die durchschnittlich alle zwei Monate für zwei Wochen zuhause blieb, um unter dem Vorwand eher ominös erscheinender Erkrankungen, die mehr Befindlichkeiten waren, ihren Astralleib zu schonen, während sie eigentlich nur keine Lust auf ihre Arbeit hatte, ging mir (und irgendwann auch meinem Chef) schwerst auf den Keks. Ebenso hatte ich kein Verständnis für das Benehmen einer Bekannten, die sich mit Vorliebe die Nächte um die Ohren schlug und sich aufgrund permanenter Tagesmüdigkeit ebenfalls öfter daran gehindert sah, ihren Arbeitsplatz aufzusuchen, weil sie tagsüber ihre Räusche ausschlief, um dann abends weiterzufeiern. Kontrollärztliche Untersuchungen hielten diese Damen für eine Erscheinung aus dem Reich der Fabelwesen. Bekanntschaft haben sie mit einer solchen – in der Zeit, als ich sie kannte – jedenfalls nie gemacht. Wissen Sie, bei meinem Krankenstandsaufkommen (2004: 2 Tage Krankenhaus, in Folge 3 Tage bettlägrig, 2005: 3 Tage Entgeltanspruch, 2006: 2 Tage Entgeltanspruch) brauchen Sie mich nicht gleich mit irgendeinem in grauenhaftem Amtsdeutsch verbrochenen Wisch abmahnen, weil ich mir die Ungeheuerlichkeit anmaße, im Hochsommer eine Woche mit grippalem Infekt und Fieber im Bett zu verbringen. Der volkswirtschaftliche Schaden durch meine Existenz wird sich wohl in engen Grenzen halten.

So. Und jetzt würde ich nicht ungern sagen: Bohren Sie sich von mir aus ein Loch ins Knie und schütten Sie Salz rein, aber das tue ich natürlich ebensowenig, wie ich an dieser Stelle das Götz-Zitat anbringen werde, von dem Sie vielleicht schon einmal gehört haben. Stattdessen verbleibe ich als wohlerzogenes Mitglied unserer gut kontrollierten Gesellschaft

Mit (wenn auch eher mäßig bis nicht) freundlichen Grüßen,
Nummer xxxx15081975

PS: Die Satzstellung in Ihrem Formular da ist extrem übel.
PPS: Aber immerhin schreiben Sie nicht Grüsse und Strasse.

*eine Ansprechperson war natürlich nicht angegeben.
** „Wurde bereits durch Ihren behandelnden Arzt der letzte Tag der Arbeitsunfähigkeit mit dem Tag der Einladung oder früher bestätigt, erübrigt sich diese Einladung und die Benachrichtigung der von Ihnen gewählten Dienststelle.“

Statistik

Ich bin übrigens (die meines Wissens einzige) Expertin für suppenkoma narkolepsie.

misc.

Arschlochverhalten ist nicht nur die Wortspende des Tages, sondern umso merkwürdiger, wenn man es an jemandem feststellen kann, den man bis dato einfach nicht so kennengelernt hat. Unappetitlich irgendwie. Man wird seine Schlüsse ziehen.

DM hat ja durchaus interessante Eigenmarken. Daß sich hinter der Produktlinie SauBär allerdings Kinderpflege verbirgt, hat mich dann schon irgendwie… gewundert. Ich assoziierte damit ja wieder einmal was ganz anderes. Aber ich bin halt irgendwie ein Landkind.

DM, die zweite: erwarb ich heute also ein Pinzette, weil meine alte das Augenbraueninschachhalten in letzter Zeit schon eher zum autoaggressiven Akt mutieren ließ. Und hej – das Teil hat 15 Jahre Garantie! Wo, frage ich Sie, verehrter Leser, bezauberndste Leserin, kann man heutzutage ein Ding erstehen, auf das einem 15 Jahre Garantie gewährt wird? Um 4,95-!? Ich hoffe, daß die Rechnung so lange hält. Falls mal was sein sollte mit der guten Pinzette…

Viertens: Postalisches. Eine gar nette Karte mit Genesungswünschen aus D. hab ich bekommen, von einem ständigen Weblogleser. Dankeschön für das!