Werbebotschaften

Es fällt mir offengestanden schwer, die bizarre Puppe mit dem verzweifelten Gesichtsausdruck, die da so dramatisch über dem Eingang des Südbahnhofs kollabiert, mit besonders verlockenden Angeboten der ÖBB in Verbindung zu bringen.

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Das mutige Werk einer Bürgerinitiative gegen den geplanten Abriß und Umbau des Bahnhofs? Eine PR-Kampagne für eine neuartige Religion? Welchem grausamen Gott huldigt dieses androgyne Geschöpf mit den roten Lippen? Ist es ein Märtyrer?

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Aber schließlich brachte ich das seltsame Ding dann doch mit dem Plakat dahinter in Zusammenhang. (“ÖBB – Du am Zug.”) Naja, liebe Werber… verstehen Sie mich nicht falsch, aber… was genau wollen Sie dem Betrachter damit eigentlich sagen? Daß die verzagte Puppe besser mit dem Zug gefahren wäre? Daß Bahnfahren auch wieder nicht so teuer ist, daß man sich deshalb gleich vor den Zug werfen muß? Ich werde es wohl nie erfahren.

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18 Kommentare zu “Werbebotschaften”


  1. 1 Ad

    ist das ein vergewaltigungsopfer?

  2. 2 dieJulia

    Ich glaube, in Werbeagenturen wird einfach zuviel gekokst.

  3. 3 Ad

    das ist wie ein unfall – schrecklich, aber ich kann nicht wegschauen. fehlt bloß, daß der zug auf dem plakat im hintergrund, in einen tunnel fährt. so als assoziation zu einem gangbang film, mit dem letzten mohikaner als starlet…

  4. 4 Matthias

    Das bezieht sich auf den neuen ÖBB-Spot mit einem Indianer(?) der lauschenderweise sein Ohr an den Boden legt. Siehe http://www.oebb.at/vip8/pv/de/Pressecorner/Presseinformationen/07-06-11_Mit_dem_OeBB-Sommerticket_zum_Fixpreis/index.jsp

  5. 5 Ad

    matthias: schon klar, nur… wird das jetzt durch auflärung besser oder noch schlechter? nichts gegen proximity, aber das “how-oh”, will sich mir immer noch nicht wirklich erschließen. ich bin aber womöglich auch nicht wirklich die zielgruppe, wie auch immer diese aussehen soll. hough!

  6. 6 eigenart

    “Du am Zug”?!?!?
    Mann, würde ich für sowas Prügel kassieren…

    Aber als moderne Agentur bzw. modernes ÖPNV-Unternehmen sollte man jederzeit das “Ohr an der Schiene haben”, damit man den “Anschluss nicht verpasst”…. Eieieieieiei….

    ÖBB – total abgefahren!

  7. 7 Etosha

    Der Mundhaltung nach könnte man fast vermuten, die Puppe hätte optische Anleihen bei… naja, anderen Aufblaspuppen.

  8. 8 dieJulia

    @ e!genart: der dazugehörende Spot macht es übrigens auch nicht besser. Mann, was hab ich gestern Tränen gelacht – vor allem über die fast schon dadaistische Botschaft, die da lautet: “How oh!”

    Daß das “Hau ab” auf Dialekt bedeuten soll, konnte ich gottseidank nachlesen. Selber wär ich da nämlich nie im Leben draufgekommen. ÖBB – da fährt der Zug drüber.

    @ Etosha. Ganz genau. Eine bizarre, androgyne Aufblaspuppe, der offenbar gerade schlimmes widerfährt. Tja.

  9. 9 eigenart

    Ich bedauere beinahe, dass ich am Mittwoch in Frankfurt bei einer Tagung mit dem Titel “Der Marktrahmen für den SPNV und ÖPNV in Europa” zwar Beiträge zu den Märkten in Skandinavien, den Niederlanden, der Schweiz, Tschechien und Polen sowie Großbritannien hören werde, jedoch nicht zu Österreich… das wäre bestimmt spaßig geworden… jetzt muss ich auf die Schweizer hoffen… ach nee, die sind auf dem Gebiet ja Weltklasse… Mist!

  10. 10 dieJulia

    Ja, schade – Sie hätten das bestimmt in, äh, vollen Zügen genossen. Harhar.

  11. 11 eigenart

    Oh je, ich warte ja immer noch auf den Tag, an dem ich endlich nem Kunden den “Ihre tägliche Linie”-Claim unterjubeln kann…

  12. 12 dieJulia

    Ach, wissen Sie, manchmal denk ich mir ja schon – Atzmanstorferin, hättest was Gescheites gelernt. Weil lustig isses in Ihrer Branche, glaub ich, schon, wenn man ein durchgeknalltes Hirn hat. Seufz.

  13. 13 eigenart

    Hey, wollen Sie damit etwa sagen…?!?! Naja, Sie ham ja Recht…

  14. 14 dieJulia

    … nehmen Sie’s BITTE als Kompliment! Nieder mit der Pathologie der Normalität – und hej: Ihr Name ist ja Programm auch. Und so. ;)

  15. 15 Pathologe

    Hey, hey, hey! Das mit der Pathologie nehmen Sie jetzt aber mal…

    Wobei ich mir meine Assoziationen zwecks “a tergo”, Tunnelfahrten und Prostatauntersuchungen schwer nur verkneifen kann.

  16. 16 Diabolino

    Soweit es die Erregung der Blog-Öffentlichkeit betrifft, hat die ÖBB-Rothaut ihr Plansoll auf dieser Seite jedenfalls erfüllt. Das ist die Botschaft!

  17. 17 dieJulia

    Herr Pathologe, Schnickschnack. Gar nix nehm ich zurück. ;) Und ich kann mir ja nur schwer verkneifen festzustellen, daß die Kreatur m.E. irgendwie was Masochistisches hat. Oder zumindest Opfer eines haltlosen Sadisten zu sein scheint.

    Und, lieber Gankerl, echt? Die haben das nur aufgestellt, damit ich was zum Bloggen habe? Lässig! ;)

  18. 18 Diabolino

    Nicht nur du, sondern die gesamte Blogosphäre! Und in der Wortwolke von Technorati ist “ÖBB” dann das Fetteste: “Inflatable doll / Lover ungrateful / I blew up your body / But you blew my mind.”

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