das kleine, gemeine Cervikalsyndrom

Darf ich mal kurz ein bißchen lamentieren?

Ich bin im Grunde eher nicht so die wehleidige Heulsuse, und Nackenverspannungen kenne ich, wie wir alle, auch nur zu gut, aber die letzten Tage waren schon echt brutal. Stellen Sie sich vor, Sie hätten einen eitrigen Zahn im Nacken und Schmerzen, die bis in die (phasenweise tauben) Fingerspitzen ausstrahlen und Sie dazu inspirieren, leise fluchend nach Gegenständen zu treten und in die Tischkante zu beißen.

Ein Schmerz, der irgendwo im Bereich Molto vivace liegt, in keiner Körperhaltung nachläßt und sich zum titanischen Allegro furioso steigert, sobald man auch nur die kleinste falsche Bewegung macht. Und irgendwann nach zwei Tagen war fast alles eine falsche Bewegung, vor allem nachts. Nach zwei so gut wie schlaflosen Nächten kam dann mit der Erkenntnis, daß die unangenehme Sinnesempfindung nicht von selbst nachlassen würde, auch die Einsicht, daß das doch des Guten zuviel ist, und ich suchte den Arzt meines Vertrauens auf.

Dieser, ein äußerst höflicher, zuvorkommender Prototyp von Hausarzt, stellte mich vor die Alternativen Tabletten oder Spritze, wobei ich als eher ungeduldige Natur selbstverständlich die Injektion irgendeines muskelentspannenden Zeugs direkt in die Orte des Geschehens wählte, verschrieb mir Tabletten, bestellte mich für Freitag zur neuerlichen Infiltration und machte mich in vergleichsweise kurzer Zeit zur ca. glücklichsten Person des Universums. Junge, Junge. Ein Hoch auf die Pharmaindustrie! Es ist verdammt schön, wenn der Schmerz nachläßt und sich auf ein erträgliches, leises Adagio reduziert. Nach einem tatsächlich weitgehend schmerzfreien Nickerchen auf der Couch fühle ich mich jetzt irgendwie gerade, als könnte ich Bäume ausreißen.

Und jetz is auch schon wieder Schluß mit Jammern.

8 Kommentare zu “das kleine, gemeine Cervikalsyndrom”


  1. 1 hi:nz

    Ich glaub da steht der Hexenschußsatellit gerade etwas schief! Neben Injektionen und Tiegerschmier (meine Variante) hilft sonst nur noch das Einbetonieren der Wirbelsäule. Selbtshilfegruppe?

  2. 2 Phil

    Ich bin zwar kein Arzt, habe aber eben mal die Sypmtpome zum Cervikalsyndrom mir durchgelesen und etwas gestutzt. Ich würde nämlich eher auf ein Bandscheibenproblem (Vorfall, Verschiebung,…) tippen, da die Schmerzen / Taubheit in den Fingern ein typisches Anzeichen ist. Je schlimmer der Schmerz, desto mehr die Schädigung im Wirbelbereich. (Habe nächsten Einjähriges, was meinen Bandscheibenvorfall aus dem letzten Sommer betrifft …)

  3. 3 dieJulia

    hi:nz - Tigerbalsam muß ich allein schon aus Rücksicht auf wenzel grundsätzlich ablehnen, aber andererseits machen diese Muskelentspannungsbomber schon irgendwie ganz schön groggy. Ich fühl mich besoffen.

    Jedenfalls eröffne ich hiermit das dieJulia-Hexenschußselbsthilfe-Forum, hihi. Bin dafür, den erwähnten Satelliten abzuschießen. ;)

    Phil: Naa, ich glaube, das ist was Harmloses. Fingerspitzen sind wieder voll sensibel! :)

  4. 4 Etosha

    Da bin ich ganz mitfühlend bei dir. Bei Schmerzen kenn ich mich leider sehr gut aus. Muskelentspannungsbomber machen bei mir Muskelzucken an den absurdesten Körperstellen - tagelang. Hoffe, davon bleibst du verschont.
    Falls du länger Schmerztabletten nehmen musst, denk dran, dir Magenschutz zu besorgen!

    Möge es bald vorbeigehen!

  5. 5 dieJulia

    Dankschön, Etosha!

    Muskelzucken an den absurdesten Körperstellen: huch, da bin ich ja gespannt! ;-) Bis auf ECHT unglaubliche Müdigkeit und einen beleidigten Verdauungstrakt kann ich aber bis dato keine Nebenwirkungen feststellen.

    Und Schmerzmittel nehm ich keine.

  6. 6 Etosha

    An absurden Körperstellen ist Fußsohle sehr interessant. Einzelne Arschbacke auch.

  7. 7 dieJulia

    Oh!
    Bislang übrigens immer noch nichts dergleichen. Im Gegenteil. Ich bin to-tal re-laxt. :)

  8. 8 Etosha

    Perfekt :)

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