Nachmittags in der Schreibfabrik:
dJ (sentimental): Wie es dem Wulnikowski* jetzt wohl geht?
Kollegin K (empört): Maaa! Du bist voll arg! Dir ist eh klar, daß der Ärmste jetzt dafür sorgt, daß es in ein paar Wiener Wohnungen mit Anschluß an die Fernwärme wärmer wird?!
dJ (verklärt): Nein, schau, du mußt das so sehen: ich habe ihm nur bei der Transformation in eine andere, in eine bessere Existenz geholfen. Wiedergeburt und so! Ich bin stolz auf mich und habe dadurch sicher einen Wahnsinnsbatzen Karmapunkte gesammelt!
KK: (mit sphinxischem Lächeln auf den Apfel schauend, den sie gerade ißt): So wie ich mit meinem Apfel…
dJ: Äh, weißt du… ähm ja. So ähnlich.
(Den Rest der Unterhaltung, wiewohl sie an diesem Punkt erst richtig interessant wurde, gebe ich jetzt aber angesichts der Tatsache, daß hier vielleicht minderjährige, herzinsuffiziente und katholische Menschen mitlesen und ich schließlich auch so etwas wie einen Restruf (?) zu verlieren habe, nicht wieder, obwohl wir selten so genial waren wie an diesem Nachmittag. Rektoskopal war noch einer der vornehmsten Begriffe, mit denen wir uns, irr gackernd, bewarfen.)
*die mit Abstand allerhäßlichste Büropflanze der Welt, vor ein paar Wochen unter anhaltendem Protest von Kollegin K., die ihn zwar auch nicht auf ihre Seite des Schreibtisches stellen wollte, mir aber deshalb mit nachhaltigem Liebesentzug drohte, von mir, ähm, entsorgt. Ruhe in Frieden, Wulnikowski! Warst ein Freund.
sie eukaryontenquälerin!
Von Quälen, liebster Herr Ad, kann überhaupt keine Rede sein.
Hätten Sie Wulnikowski in seinen letzten Tagen sehen können, Sie hätten zugeben müssen, daß er zuletzt eher an einen versteinerten Prokaryoten erinnerte und nicht mehr auf den ersten Blick an eine Zimmerpflanze.
Es war einfach an der Zeit für ihn zu gehen.
Einen wunderschönes GUTEN MORGEN von den sonnigen gefilden des gülden funkelnden azurblauen weissen see. Hurra Hurra der lenz ist da. Gestern habe ich den ersten minirock mit ansehnlichem inhalt in den straßen erspäht. Es gibt serotonin satt für alle. Miesepeter in die tundra gejagt, stäbchen schnitzen. Ob ich nachher meinen großen linken zeh in den see tauche? sonnige grüße an alle menschenkinder.
mein Freund der Baum ist tot…
Immer noch so schön bei Ihnen, Herr Ritter? :-)
Und transformiert, Oliver. Nicht tot. Ich bin doch keine Pflanzenmörderin! ;-)
(BTW - schön, von dir zu lesen! Wie geht’s dir denn immer? Magst wieder einmal telefonieren?)
Die häßlichste Pflanze der Welt steht bei mir zuhause. Sie hat auch einen Namen: Kurt Cubain, begründet darin, dass er immer abgefuckt aussieht, die Blätter kraftlos hängen lasst, mit seiner depressiven Art auch die anderen Pflanzen ansteckt und weder Blüten noch sonst was trägt.
Vielleicht hat er sich auch schon umgebracht… bin mir da aber net so ganz sicher, da er immer schon so aussah…
Verdammt. Hättest du das früher gesagt, ich hätte dir Wulnikowski geschenkt. Deiner Beschreibung nach hätten sie richtig gut zusammengepaßt, die beiden.
bei allem was heilig ist. bereits an eine kreuzung einer pflanze mit kurt cobain auch nur zu DENKEN ist eigentlich versündigung gegen die natur…
warum heißt eigentlich der wulnikowski wulnikowski?
Ach, komm! Irgendwie ist mir (Mendel?) noch dumpf in Erinnerung, daß, wenn man eine, ähm, rote Erbse mit einer weißen kreuzt, nicht immer eine rosarote… oder wie war das? ähm… nein, vergiß es. Ich glaube, du hast recht.
Und warum Wulnikowski so heißt, äh, hieß? Das habe ich da einmal erwähnt. Verantwortlich ist jedenfalls der Ole. Der hat den Wulnikowski nämlich erfunden.
hi, bin gerade um den see geschlichen und hab dann meine badestelle beäugt. bald gehts wieder jeden morgen hinein.
es ist nicht schön hier, nein, es ist lasterhaft schön.