Ich bin ja, wie mein Bester Vater der Welt, bekennender Suppenliebhaber. Und was kann es an einem grauen, kalten Tag, wenn man in der Nacht zuvor vielleicht noch dazu schlecht geträumt hat, Sinnvolleres geben, als sich mit der Zubereitung einer schönen scharfen Suppe zu beschäftigen, die ein bißchen Zeit erfordert und deren Duft allein schon die bösen Geister vertreibt? Das Grundrezept zu diesem genialen Süppchen stammt übrigens aus meinem heißgeliebten Burgenland.
dieZutaten:
1 halber Krautkopf
1 große Zwiebel
2 EL Olivenöl
1 EL Zucker
1 gehäufter EL Paprikapulver
Tomatenmark bzw. passierte Tomaten (ich nehme ziemlich viel von letzterem)
Tabasco, wer’s scharf mag (ich mag es scharf…)
1 ½ l Rindsuppe bzw. Wasser und die entsprechende Menge Suppenwürfel
Lorbeerblätter
Salz
Pfeffer
¼ l Sauerrahm
Petersilie
So geht’s:
Die Zwiebel in feine Würfel und das Kraut in feine Streifen schneiden. Anschließend Zwiebel im Öl anschwitzen, bis sie glasig sind, dann den Zucker rein und immer schön engagiert umrühren, während er karamelisiert. Jetzt das Kraut zugeben und (niemals aufhören mit dem Rühren!) mitrösten (naja, rösten… Hilfsausdruck. Dünsten kommt aber auch nicht ganz hin.)
Wenn das Kraut ein bißchen eingegangen ist (verlassen Sie sich da ganz auf Ihre Intuition, gell?), das Paprikapulver beigeben (Vorsicht: nur kurz durchrühren, sonst wird es bitter!) und mit der Rindsuppe ablöschen. Ich hab natürlich nicht extra Rindsuppe gekocht und nehme Wasser und Suppenwürfel. Wenn vorrätig, kann man mit ¼ l Weißwein ablöschen und dann erst die entsprechende Suppenmenge zugeben.
Alsdann mit Lorbeerblättern (ich nehme so ca. 5-6), Tabasco, Tomatenmark/passierten Tomaten, Salz und kräftig Pfeffer würzen, Deckel drauf und ca. eine halbe Stunde+ köcheln lassen. Bis das Kraut halt den gewünschten Weichheitsgrad erreicht hat. Im Original kommen außerdem noch Wacholderbeeren und 25 dag (= 250 Gramm) feingewürfeltes Geselchtes (= Geräuchertes) dazu.
Ganz zum Schluß den Sauerrahm unterrühren (Topf von der Herdplatte nehmen, sonst flockt der Rahm aus) und mit Petersilie bestreuen.
Essen und freuen.
Extras:
Diese Suppe kann man wieder und wieder und wieder aufwärmen. Es lohnt sich also auch für Einpersonenhaushalte, die obige Menge zuzubereiten. Besonders wenn man so faul ist wie ich und nichts dagegen hat, ca. drei Tage Krautsuppe zu essen. ;)
Empfohlener Soundtrack: Fanfare Ciocarlia, Mardi Gras.BB oder William Shatner | Has Been. Oder überhaupt gleich Let the Sunshine in, gleich in welcher Version.
sie, suppe finde ich geil. ;-)
ich würd Ihnen ja gern eine ordentliche Schüssel rüberbeamen… :-)
das beamen geht wohl auch gleich durch die eigendynamik des krautkopfes, gell? ;-)
Ähm, so mit Rückstoßprinzip und so? ;)
Ich wollt’ auch grad fragen. Von sowas muss man doch ganz ungeheuer pupen, oder?
Das mit dem, nennen wir es doch beim Namen, Furzen, Trompetenkäfer zertreten, Schoaßln, Pupsen, Koffer niederstellen usw. usf. wird im Zusammenhang mit Krautsuppe eindeutig überschätzt.
Oder ich bin besonders resistent gegen Flatulenzauslöser. Kann natürlich auch sein.
Liebe Julia!
Sollte ich irgendwann mal in Wien sein, komme ich sie bestimmt besuchen. Allein schon, um mich bekochen zu lassen. Das klingt immer alles soooo lecker…
:-)
Geht klar!
Sehr gutes Rezept, leider war es mir erst jetzt möglich es nachzukochen. Vielen Dank, mögen viel mehr an Rezepten folgen!
Sie haben, liebes Musenross, tatsächlich eins meiner Rezepte nachgekocht?
Das freut mich über alle Maßen!
Dankeschön! :-)