Brachiale Kung Fu-Pfanne!

derAd hat ja unlängst schon einmal vorgeführt, wie grobianisch kochen geht - da will ich ihm um nichts nachstehen und veröffentliche heute erneut ein Pfannengericht, diesmal in Richtung Asiatisches Kampfkochen.

dieZutaten:

(für ca. 2-3 Portionen)
ca. 200 Gramm Putenbrust (Vegetarier dürfen die selbstverständlich weglassen und dafür mehr Gemüse nehmen, ich bin da nicht so)
2 kleine Zwiebeln (oder eine große)

1 grüner Paprika
1 gelbe Rübe
2 Karotten
1/2 Stange Lauch
1 Handvoll Bohnen- und/oder Bambussprossen (was und wieviel davon Sie halt mögen)
1 Handvoll Zuckererbsen
ein paar Chinapilze (Sie wissen schon: die schwarzen, gummigen)

oder (für Faulpelze wie mich):
1 Packung Wok-Gemüse aus dem Tiefkühlfach

1 Giant Garlic (oder 2-3 Zehen normaler Knoblauch)
1 anständiges Stück frischer Ingwer
2-3 quasi gehäufte Teelöffel Sambal Oelek (mehr, nicht weniger, ist mehr. Scharf ist schön!)
2-3 Schuß Reisessig
2-3 beherzte Schuß Sojasauce
Salz
1 EL Chiliöl (oder Sesam- bzw. ganz neutrales Rapsöl. Bitte ausnahmsweise kein Olivenöl, das verträgt die erforderliche Hitze nicht so gut.)

Reis (oder Asianudeln, da dürfen Sie ganz kreativ sein)

ein Blick in Julias Küche mit einigen der Zutaten

Auf zur Tat! (so geht’s)

Wichtig! Ich repräsentiere normalerweise selbst eher so die multitaskingfähige Simultangemüseschneidenundkochen-Fraktion, aber in diesem Fall empfehle ich Ihnen ernsthaft, die Zutaten in die richtige Form zu bringen, bevor Sie mit dem Garvorgang beginnen - der nennt sich nämlich Pfannenrührenbraten, und da muß alles sehr schnell gehen, damit das Gemüse schön knackig bleibt. Vorerst ist also kontemplatives Gemüseschneiden angesagt, aber das trifft sich gut, denn in der Zwischenzeit müssen Sie eh den Reis (oder die Nudeln) zustellen. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und fabrizieren Sie hübsche, nicht zu dünne Streifen, stifteln Sie, was das Zeug hält, verarbeiten Sie den Paprika zu hübschen Rauten und erfreuen Sie sich an der Farben- und Formenvielfalt. Den Knoblauch und den Ingwer schneidet man in hauchdünne Scheibchen, nur Barbaren würden diese wundervollen Knollen in diesem Fall durch die Knoblauchpresse jagen, und die Zwiebeln werden in nicht zu kleine Stücke geschnitten. Das Fleisch wird zu feinen Streifen verarbeitet und leicht gesalzen.
So.
Wenn der Reis fertig gegart ist, stellt man alle Zutaten in Reichweite, nimmt eine große Pfanne (idealerweise natürlich einen Wok), und erhitzt darin ca. einen Eßlöffel Chiliöl. Das muß so richtig heiß werden. Heiß wie die Hölle!
Wenn das Öl leicht zu rauchen beginnt (Betonung auf leicht. Sie müssen nicht gleich die ganze Küche abfackeln…), kommt als erstes das Fleisch in die Pfanne und wird gut durchgebraten. Vorsicht an dieser Stelle, das heiße Fett tendiert in dieser Phase zum Spritzen, also wehleidige Naturen: Deckel drauf (oder in Deckung gehen). Anschließend Zwiebel und Knoblauch mitrösten, dann das Gemüse und den Ingwer zugeben und zum Schluß mit Reisessig, Sambal Oelek und Sojasauce würzen. Dabei immer schön engagiert rühren und bloß nicht die Hitze verringern - der Garvorgang wird dadurch so kurz wie möglich gehalten, die putzigen Vitamine können überleben, und das Gemüse bleibt appetitlich knackig.

Pfannenrührenbraten!

So, und jetzt können Sie sich wieder entspannen, Ihre Stäbchen (oder Ihre Gabel) auspacken und essen. Mahlzeit!

Mahlzeit!

Extras:
Voll Yin und Yang! Zuerst beruhigendes Gemüseschneiden und dann volle Action - das kann was! Wenn Sie, so wie ich, TK-Gemüse nehmen, geht’s wieder einmal ultraschnell (Sie sehen schon, das ist ein wichtiger Parameter für mich). Außerdem lecker, gesund und wahrscheinlich eher nicht unbedingt die Kalorienbombe (mir persönlich ist sowas wurscht, wenn ich Hunger habe, aber es könnte ja sein, daß figurbewußte Menschen dieses Blog lesen).
Empfohlener Soundtrack: Queens of the Stone Age oder Violinkonzerte von Johann Sebastian Bach.

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6 Kommentare zu “Brachiale Kung Fu-Pfanne!”


  1. 1 Kristof

    Ja! So geht lecker! Hjamm!

  2. 2 joppi

    “Schrei des tödlichen Windes” wird dem Gegner mit diesem Brachial-Knobi die Nase wegfaulen lassen.
    Jegliche Kampfkunst wird unnötig.

  3. 3 dieJulia

    Ach, deshalb ist mein Display so schwarz angelaufen…
    (Schrei des tödlichen Windes ist allerdings eine so dermaßen gottvolle Definition, daß es mich jetzt vor Lachen total zerlegt hat. Danke.)

  4. 4 joppi

    :-)) manchmal habe ich auch helle Momente, hehe, mußte auch lachen.
    danke ( artiger Hofknix )

  5. 5 Popvatern

    “Schrei des tödliche Windes” ist genial !
    Mom pflegte einmal bei einer deiner Kreationen den Ausdruck:
    “Tödliche Erinnerung” zu verwenden.
    Schaut aber lecker aus, muss ich sagen.
    Wie geht es Dir ? Aßest Du mit herzlichem Vergnügen ?

  6. 6 dieJulia

    Joppi: Herr Siebenschläfer, was heißt da “manchmal”? :-)

    Paps: Also naa, das mit Mutterns angeblicher Aussage von der “Tödlichen Erinnerung”, da übertreibst du jetzt aber. Oder? Welten brechen zusammen für mich! Und die Kung Fu-Pfanne mundete ganz ausgezeichnet - ich aß mit herzlichem Vergnügen, aber nicht, weil ich bemerkte, daß sie mir mißriet.

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