Archiv für February 2007

Glaubensbekenntnis

Letzte Fahrgästin im letzten Bus der Nacht, ich.
Und die Sofa Surfers.
Und dann der Regen. Ganz leicht. Wie Vogelfedern.

Monopolise me
Magnetise me
Take me for the fool for you that I am

Idolise me
Philosophise me
Change me from the innocent to the wisest of men

Make me a believer..
Make me a believer

Disorganise me
De-civilise me
Introduce me to the truth of what it really means

Desensitise me
Look in the eyes me
Speak to me in tongues that only you and I understand

Make me a believer..
Make me a believer

[Lyrics: sofa surfers/Believer]

Weiß

Die Realität ist in Watte gepackt. Ich bin nicht richtig da, sondern ein Geist in einer Nebelwelt, wo er sich nur zurechtfinden kann, wenn er die Augen schließt. Mein Körper findet traumwandlerisch seinen Weg durch eine erstarrte Wirklichkeit, jeden Moment erwarte ich, daß der Film gestoppt wird, die Farben sind seltsam unecht heute, die Eindrücke zweidimensional.

Der größte Teil von mir ist an einem Ort, an dem er den Kontrast von Weiß auf Weiß sehen und die absolute Stille hören kann. Gänsehaut überzieht meine Haut, ich kann ihr heißkaltes Glitzern spüren. Die Kuppel der Zeit wölbt sich wie ein ferner Himmel über mir, meine Beine tragen mich kaum, die Schwerkraft ist anders als sonst. Mit jedem Schritt wird der Widerstand größer, weil ich nicht befugt bin, dieses Gelände zu betreten, aber niemand wird mich hier vertreiben.

Als ich die weiße Sonne erreicht habe, ist meine Haut längst weggeschmolzen, sind meine Knochen längst zu Asche verbrannt, aber etwas in mir ist stärker, und dann breche ich ihren Willen wie eine Erdnuß, schäle sie und zerbeiße ihren Kern, der als weißes Licht in meinen Eingeweiden explodiert und mich mit einem letzten Kraftakt an den Rand der Wahrnehmung schleudert, wo ich mir eine neue Haut und neue Knochen wachsen lasse, um in die Wirklichkeit zurückzukriechen.

Nebel

[zum Vergrößern bitte Bild klicken]

WAAAAAAH!

NEIN! Nicht das weiße Höllenzeugs! Das geht überhaupt nicht! Überhaupt nicht!! Ich hasse es! Ich hasse es!
ICH HASSE ES!

Ich hasse echt, was ich sehen muß, wenn ich aus dem Fenster schaue! EKELHAFT, das! WAAAAAAH!

IMG_2010k.jpg

Widerwärtiges weißes Dreckszeug!
So.

Seelenwärmende Krautsuppe aus dem Bundesland mit den meisten Sonnenstunden im Jahr

Ich bin ja, wie mein Bester Vater der Welt, bekennender Suppenliebhaber. Und was kann es an einem grauen, kalten Tag, wenn man in der Nacht zuvor vielleicht noch dazu schlecht geträumt hat, Sinnvolleres geben, als sich mit der Zubereitung einer schönen scharfen Suppe zu beschäftigen, die ein bißchen Zeit erfordert und deren Duft allein schon die bösen Geister vertreibt? Das Grundrezept zu diesem genialen Süppchen stammt übrigens aus meinem heißgeliebten Burgenland.

dieZutaten:

1 halber Krautkopf
1 große Zwiebel
2 EL Olivenöl
1 EL Zucker
1 gehäufter EL Paprikapulver
Tomatenmark bzw. passierte Tomaten (ich nehme ziemlich viel von letzterem)
Tabasco, wer’s scharf mag (ich mag es scharf…)
1 ½ l Rindsuppe bzw. Wasser und die entsprechende Menge Suppenwürfel
Lorbeerblätter
Salz
Pfeffer
¼ l Sauerrahm
Petersilie

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So geht’s:

Die Zwiebel in feine Würfel und das Kraut in feine Streifen schneiden. Anschließend Zwiebel im Öl anschwitzen, bis sie glasig sind, dann den Zucker rein und immer schön engagiert umrühren, während er karamelisiert. Jetzt das Kraut zugeben und (niemals aufhören mit dem Rühren!) mitrösten (naja, rösten… Hilfsausdruck. Dünsten kommt aber auch nicht ganz hin.)

kraut.jpg kraut2.jpg

Wenn das Kraut ein bißchen eingegangen ist (verlassen Sie sich da ganz auf Ihre Intuition, gell?), das Paprikapulver beigeben (Vorsicht: nur kurz durchrühren, sonst wird es bitter!) und mit der Rindsuppe ablöschen. Ich hab natürlich nicht extra Rindsuppe gekocht und nehme Wasser und Suppenwürfel. Wenn vorrätig, kann man mit ¼ l Weißwein ablöschen und dann erst die entsprechende Suppenmenge zugeben.
Alsdann mit Lorbeerblättern (ich nehme so ca. 5-6), Tabasco, Tomatenmark/passierten Tomaten, Salz und kräftig Pfeffer würzen, Deckel drauf und ca. eine halbe Stunde+ köcheln lassen. Bis das Kraut halt den gewünschten Weichheitsgrad erreicht hat. Im Original kommen außerdem noch Wacholderbeeren und 25 dag (= 250 Gramm) feingewürfeltes Geselchtes (= Geräuchertes) dazu.

Ganz zum Schluß den Sauerrahm unterrühren (Topf von der Herdplatte nehmen, sonst flockt der Rahm aus) und mit Petersilie bestreuen.

Essen und freuen.

krautsuppe.jpg

Extras:
Diese Suppe kann man wieder und wieder und wieder aufwärmen. Es lohnt sich also auch für Einpersonenhaushalte, die obige Menge zuzubereiten. Besonders wenn man so faul ist wie ich und nichts dagegen hat, ca. drei Tage Krautsuppe zu essen. ;)
Empfohlener Soundtrack: Fanfare Ciocarlia, Mardi Gras.BB oder William Shatner | Has Been. Oder überhaupt gleich Let the Sunshine in, gleich in welcher Version.

traum [atisch]

heute nacht ist wieder einmal die welt untergegangen.
vom himmel sanken große figuren mit strengem, leerem gesichtsausdruck und verschränkten armen, und sobald sie den boden berührt hatten, verbreiteten sich kälte und schwärze. und überall, wo diese kalte dunkelheit ankam, sackten menschen zusammen und zerfielen in graue flocken, die der wind davontrug. ich war in einer sushi-bar und wollte gerade zahlen, als die angestellten davon erfaßt wurden, einer nach dem anderen, und ich rannte und rannte und rannte, denn ich wollte zu dem einzigen menschen, der jetzt noch wichtig war. als ich ihn fand, in einem hell erleuchteten gebäude aus glas, war ich zuerst unendlich froh - bis ich merkte, daß er keine notiz von mir nahm, weil er mich nicht sehen konnte in dieser öligen dunkelheit, obwohl er mit gerunzelter stirn in meine richtung schaute. und so endete meine existenz, verzweifelt mit den fäusten an das dicke glas hämmernd und seinen namen rufend, schwärze, die immer dichter wurde, und dann ein eiskalter windstoß, der, das wußte ich in diesem augenblick, mein ende sein würde.

als ich aufwachte, fror ich.
und der bittere geschmack in meinem mund wollte nicht einmal vom zähneputzen weggehen.

soundtrack des augenblicks: meshell ndegéocello | faithful

Party, Party…

Dunkelschwarz ist keine Farbe.
Höchstens der Tunnel am Ende des Lichts.

Und sonst so?
Falcos Auf der Flucht löst durchaus so ein bißchen einen Nostalgieanflug aus, wird aber beim achten Mal irgendwie beängstigend psychedelisch, Ganz Wien ist ja sowieso geil, und der illuminierte Plastikjesus im Eck kann aufs äußerste grinsen, wenn der Hausherr zur Klampfn greift und mit anderen Anwesenden munter zu jammen beginnt, während es (Marienerscheinung?) aus unerfindlichen Quellen von der eingezogenen Decke tropft.

Ich hab die Idee zu einem Video, in dem Beine eine Treppe herunterkommen, im Schnelldurchlauf. Eine Schauspielerin in ihrem wirklich lieblichen Blümchenkleid ist viel zu entspannt, um meinen Ausführungen noch folgen zu können, und eine OP-Schwester erzählt was von amputierten Gliedmaßen. Dabei kichert sie.

Ich halte mich derweil an der Kamera des Jubilars (Canon 1d Mk II) fest und nehme mir fest vor, mir bald einmal die 50mm-Optik des Kollegen zuzulegen. Es werde Licht!

Jaja. Der Taxler war wenigstens schweigsam und nahm zähneknirschend die richtige Route.
Und jetzt?
Falco ausgegraben und noch ein bißchen herumgesennheisert.

Germany, am I getting through?
Something’s up… I need to talk to you
Hallo Deutschland, hört ihr mich?
Via Satelliten… hört ihr mich?
Hallo, hallo Deutschland, hört ihr mich?
Ist da jemand oder täusch’ ich mich?

I’m really very sorry Sir… but… the line is disconnected… I’m sure that there is a very logical explanation…
tüttüttüttüttüüüüüt
I’m really sorry Sir… but…

no one’s there…

tüt
tüüt
tüüüüt
tüüüüüüt

hmnja. Im Fall der Fälle: Brillantin’ Brutal.
Um halb vier ist Schlafengehen durchaus eine zarte Option. Zumal das Leib- und Magenblatt bald auf dem Fußabstreifer landet. Ist ja auch was.

Dann und wann
kann
kann es auch mal Liebe sein
Dann und wann
kann
kann es auch mal Liebe
kann es auch mal Liebe sein.

Germany, am I getting through?
Hallo, hallo Deutschland, hört ihr mich?

Hallo?
Hmja.

Na sowas!

Michael Jordan betreibt jetzt eine Firma für Veranstaltungstechnik im Waldviertel.

Frühstück

Wenn ich mir meine Milchpackung (”frische Bergbauernmilch”) so besehe, muß ich gestehen, daß mir frische Kuhmilch im Kaffee eigentlich am liebsten wäre.

Sie wünschen, wir spielen!

10 schöne Sätze

#1 “ich liebe dich!”
#2 “Und ich dich!”
#3 “Du bedeutest mir die Welt!”
#4 “Ich möchte mit dir alt werden!”
#5 “(…) Solltest du demnächst irgendwann irgendwie das Bedürfnis verspüren, dich zu vermehren, würdest du dich dann an mich wenden?”
#6 “Ich habe mein Leben lang auf dich gewartet.”
#7 (…) “Jetzt bin ich da.”
#8 (…) “Meine Bettdecke ist groß…”
#9 “Bis gleich.”
#10 (…) “Du weißt, wo du mich findest. Den Schlüssel hast du ja…”

10_sch__ne_S__tze.jpg

[Soundtrack des Augenblicks: James Brown | Shhhhhhhhhhhhhhh (for a little while)]
[achja, und zum Vergrößern bitte Bild klicken]

Gedanken einer Steinfigur untertags

it’s sometimes just like sleeping
curling up inside my private tortures
i nestle into pain
hug suffering
caress every ache

i play dead
it stops the hurting*

st_othmar.jpg

[*Björk | play dead]