Das Prinzip, auf dem Desktop einen Ordner namens Zeugs anzulegen und alle Ordner und Dateien darin unterzubringen, die man sich eigentlich dringend wieder einmal durchschauen sollte, um sie gegebenenfalls zu sichern oder zu löschen, kann man speziell dann Selbstbetrug nennen, wenn man sich anschließend am Anblick eines aufgeräumten Arbeitsplatzes weidet. ;-)
Archiv für January 2007
da ich in den letzten wochen fünf kilo abgenommen habe, aus bekannten und unbekannten gründen, und zudem sehr ungern für mich alleine koche, mußte das heute trotzdem endlich mal wieder sein, so ein wenig sauerei in der küche veranstalten. was mengenangaben angeht, so müßen sie sich selbst gedanken machen, ich beschreibe etwa zwei portionen.
zutaten:
3 x paprika (rot, gelb, grün - wie an einer ampel)
3 x zucchini (sie können auch weniger nehmen, ich liebe allerdings dieses gurkenkürbis)
1 x putenfilet (sie können auch mehr nehmen, ich bin allerdings nicht gerade DAS fleischfressende monster)
1 x couscous (250 g)
2 x knoblauchzehen (ich nehme drei…)
1 x zwiebel, nach möglichkeit eine große (ich nehme zwei…)
1 x rote chilischote (falls sie ein jammerlappen sind, nehmen sie halt eine halbe)
helferlein:
gutes olivenöl
schwarzer pfeffer
portugisisches meersalz
tomatenmark
basilikum
zitrone
so:
musik aufdrehen (blackmail), kochschürze umbinden und gemüse schälen, das werde ich ihnen allerdings wohl nicht beschreiben müßen, weil wenn… dann sollten sie viellecht doch besser bei ihrer fertigpizza bleiben…
olivenöl erhitzen, darin kleingeschnittene zwiebel anbruzeln, fleisch hinzufügen (in kleine stücke zersägt), bis es durch ist, dann die hitze reduzieren, paprika hinzufügen, zusammen mit in öl und salz zermörstem knoblauch.
in der zwischenzeit couscous zubereiten. den couscous mit gesalzenem, warmen wasser anfeuchten. rühren sie ihn gut um und lassen sie ihn unter einem deckel quellen.
während er sich aufbläht, können wir zucchini und die chilischote zu den übrigen zutaten beigeben, noch einmal die hitze erhöhen, salzen, (ordentlich) pfeffern, ein wenig tomatenmark untermischen, nebst etwas basilikum. ein schuß zitrone (nicht ins auge spritzen!) kommt ganz zum schluß.
essen.
idiotensicher, schnell, gesund und verdammt lecker. den rest des couscous rühre ich meist zusammen mit dem rest der zutaten in einen topf, weil man das wunderbar am nächsten tag aufwärmen kann, wobei das ganze dann noch viel besser mit würze durchgezogen ist.
wir sehen uns in der hölle!
„Das war mehr ein Geschehen als ein Tun, und es geschah ganz unter der Hand, nebenbei und heiter.“
Danke für die Suchanfrage des Tages. Ich habe nicht herausgefunden, wer da zitiert wurde, weil es mir egal ist. Schön ist es allemal. Nein, ich schlafe nicht. Ich schlafe schon wieder nicht. Ich bin hellwach, meine Augen zwei mit Schmirgelpapier bearbeitete Kostbarkeiten, mies behandelt in letzter Zeit, mein Nervenkostüm ein zerrissener Fetzen, meine Energiequelle unerklärlich, die schon wieder weiße Nacht eine Autorität, der ich mich, wenn auch protestierend, beuge. Mein Wille in der Luft zerfetzt, sieh nur, es regnet Konfetti, wie hübsch. Den Fasching hab ich immer gehaßt, weil - wozu sich eigentlich verkleiden, wenn man ohnehin die ganze Zeit über sein kann, was man will: man selbst? Masken mag ich nicht sonderlich.
Ein wenig habe ich in alten Worten herumgewühlt. Sie aufgehoben da und dort, ihre Bedeutung versucht zu ermessen, sie an die Nase geführt, daran geschnüffelt, sie für muffig und abgestanden befunden, sie weggeworfen. 300 Meter Luftlinie trennen mich von einer ersehnten Schachtel. 900 Kilometer trennen mich von der Liebe meines Lebens. Ein paar Wochen trennen mich von meiner Ankunft, wenn denn alles glatt geht. Sehnsucht verkeilt sich in Sehnsucht, verursacht schlimmes Chaos, ich, ausgerechnet ich, versuche zu kalmieren. Und versage kläglich. Und hocke hier und versuche die Ruhe zu bewahren. Ich könnte mich auf mein Fensterbrett setzen und ein bißchen zwitschern und warten, daß sie mich abholen, ich könnte aber auch einfach versuchen zu schlafen.
Meine Lippe blutet, sie ist eingerissen, als ich mein Bestes gab und lachte, kläglich versagend.
Ich bin so müde. Meine Müdigkeit wiegt mehr als ein Elefant, ein Rhinozeros und ein fetter Blauwal zusammen. Ich baue einen Altar für den Schlaf und spreche ein eindringliches Gebet. In ein paar Stunden muß ich aufstehen. Komm schon, Morpheus. Ich ziehe mir auch eine Maske auf für dich. Komm schon. Nimm mich mit. Ich bitte dich…
I am the vinegar and salt
And you are the oil that dissolves
My frustrations
Limitations
and I am the vinegar and salt
And you are the oil that dissolves
My frustrations
Limitations
And I…
14:30h, Büro, wildes Gebimmel von der nahen Kirche.
dJ: Bitte, was ist jetzt los? Wieso zum Geier läuten um diese Zeit die Glocken?
K (nachdenklich, interessiert lauschend): Hast recht, schon komisch. Pause. Vielleicht ist der Papst gestorben?
dJ: Der hätte dann aber nicht lang gehalten.
I don’t know what’s up there beyond the sky
It’s been a long time coming
But I know a change is gonna come
An vieles, bloß nicht an Schlaf war zu denken letzte Nacht.
Von zwei bis vier Uhr früh lag ich wach, keinen Funken müde, Gedanken spinnend, an einem Traum bauend wie ein Kind an einer Sandburg, unbefangen und gleichzeitig beseelt von tiefem Ernst, von Zeit zu Zeit der kleinen, leuchtenden Echse auf dem Bücherstapel neben meinem Kopfkissen zuzwinkernd. Dann ließ ich mich von der Welle erfassen und mich unter Wasser ziehen, dicht unter der Oberfläche, nicht schlafend, nicht wach, im Zwischenreich, sicher ein sprichwörtlicher Traum für jeden Gehirnforscher. In dieser Grauzone tauchen Bilder auf und vergehen wieder, schwächer und ganz anders als Träume, ist man, die Augen geschlossen, wach und bei vollem Verstand, kann aber nicht eingreifen, das Denken ausgeschaltet; weiß man, daß man eigentlich schlafen sollte, will das aber gar nicht, weil man ein bißchen in die Zukunft schauen darf.
Um sieben Uhr siebenundzwanzig schlage ich die Augen auf und bin wieder da, ohne eine Minute geschlafen zu haben. Obwohl meine Augen brennen, stehe ich umgehend auf, keinen Deut müde, schalte die Wecker ab, die noch gar nicht geläutet haben, klettere von meinem Hochbett, mache Kaffee, schaue in einen hohen Himmel und bin auf eine ruhige Art glücklich.
Es wird übrigens schneien die Tage, zumindest wird es noch einmal empfindlich kälter; da drauf wette ich. Dazu brauche ich noch nicht einmal den Wetterbericht zu strapazieren. Mein Körper ist ein Wetterhahn. Nächte wie diese erlebe ich vorwiegend vor Wetterumschwüngen.
Personen mit Hühnereiweißallergie bitte nicht weiterlesen!
dieZutaten:
1 kleine Zwiebel
1 grüner Paprika
2 kleine Paradeiser (Tomaten)
3 kleine Eier (aus Freilandhaltung, eh klar)
1 Handvoll gewürfelter Schafkäse (am liebsten Feta)
Salz
Pfeffer
eventuell Chili (in meinem Fall aus der Mühle)
Olivenöl (oder Butter)
So geht’s:
Wer, wie ich, ganz gern frisch aufgebackenes Brot (in meinem Fall: Ciabatta) hat, sollte als erstes das Backrohr vorheizen, um während der Eierspeisenzubereitung zu seiner Beilage zu kommen.
Ein bißchen Olivenöl (oder Butter) in einer Pfanne erhitzen, Zwiebel, Paprika und Tomaten (in dieser Reihenfolge) zugeben, mit Salz, Chilipulver und Pfeffer würzen und kurz schmurgeln lassen. Ich für meinen Teil schneide das Gemüse nicht zu klein, damit es knackig bleibt, das ist aber natürlich Geschmackssache.
In der Zwischenzeit den Schafkäse würfeln und die Eier mit etwas Salz und Pfeffer vermengen. Wichtig: Eiweiß und Dotter sollen sich nicht zu gut durchmischen; ein paarmal mit der Gabel umrühren, und gut is’. Die Eier kommen bei starker Hitze über das Gemüse, das ganze wird leicht durchgerührt, oben drauf kommt der Schafkäse, dann wird die Hitze reduziert, und zum Schluß kommt der Deckel auf die Pfanne, damit die Eierspeis schön aufgehen kann.
Jetzt das Brot aus dem Backofen nehmen, auskühlen lassen, ca. zehn Minuten warten und freuen.
Und so schaut das dann aus:
Extras:
Geht schnell, ist deppensicher und hat sicher noch genug Vitamine, um als nicht allzu ungesund durchzugehen.
Empfohlener Soundtrack: Beady Belle, Selig oder Helge Schneider. Für Masochisten: griechische Folklore.
In den frühen Morgenstunden einer irrwitzigen Nacht mache ich mich, kochendes Eis in den Eingeweiden, auf den Weg, um das letzte zu tun, das noch von Belang ist. Jede Bewegung kostet mich mehr Kraft, als ich eigentlich habe, die Last, die ich trage, ist tonnenschwer. Ich weiß, daß das, was ich mich anschicke zu tun, unendlich wichtig ist, aber ich weiß nicht den Ausgang der Sache, und die Angst würgt mich. Jede Faser meiner Existenz tut weh, als ich schließlich ankomme an einem Punkt, wo Vergangenheit und Zukunft sich berühren. Alles in mir sträubt sich dagegen und schreit gleichzeitig danach, die Strahlung, die von diesem Ort ausgeht, läßt mich taub werden und blind, in meinen Ohren ein heller, scharfer Ton, vor meinen Augen nur grelles Licht, ich stehe an der letzten Grenze, panisch, fast ohnmächtig, mein Dasein auf des Messers Schneide.
Und dann hieve ich den schweren Sack von meinen Schultern und öffne ihn, lasse die Dämonen frei, die bösen Geister, das Schreckliche. Stehe nackt und schutzlos und preisgegeben vor dem Abgrund und erwarte den finalen Stoß ins ewige Dunkel. Ich taumle.
Bis deine Hände sich nach mir ausstrecken, mich an dich ziehen. Du nimmst mich in die Arme, anstatt mich wegzustoßen. Und meine Ohren hören wieder, meine Augen sehen, und um uns regnen plötzlich weiße Blüten, und der Abgrund ist keiner mehr, er verwandelt sich in ein ruhiges Meer, auf dem ein paar Schaumkronen tanzen und friedlich im sanften Ungenau vergehen, und die Dämonen sind erlöst und verwandeln sich in Schwalben, die sich wie gute Nachrichten in das blaueste Blau schwingen, und das Schreckliche hat seinen Schrecken verloren, und zum ersten Mal seit so langer Zeit bin ich ohne Angst und frei.
Ein Moment, der unvergessen bleibt, wieviele Jahre auch noch vergehen.
Du hast mit deiner Liebe - mit einer winzigen Geste nur - bewirkt, was nichts und niemand bislang vermochte: Erlösung.
Sprachlos und unendlich glücklich kann ich nur flüstern: Danke.
