Wohl und Weh

All die Jahre stellte ich früher oder später fest, was ich nicht will. Seit einiger Zeit weiß ich, was ich will. Unverbrüchlich. Ohne jedes Zögern. Gedeih oder Verderb, ich habe die Wahrheit gesehen. Es hat mich entschieden, jenseits von Gut und Böse, zu meinen Gunsten.

Es ist allerdings eine sehr schlechte Idee, im Spiegellabyrinth in Panik zu verfallen. Ich habe den roten Faden losgelassen, weil ich ihn nicht mehr brauche, und bin losgegangen, völlig sicher in dem, was ich tue. Es ist zum Greifen nah, das Glück, aber dazwischen ist ein dutzendfach verwinkelter gläserner Moloch, und plötzlich renne ich gegen Wände und lasse mich blenden und stelle fest, daß ich mir ganz schön dringend was einfallen lassen muß, aber das Hirn versagt den Dienst in dieser Nacht, und der ganze Rest heult und heult und heult, und mit einem Mal ist die Kraft futsch, und ich gehe in die Knie und werde erdrückt von situativen Mächten, aber die kommt wieder, die Kraft, wart nur, ich werd mich zusammenballen heute Nacht, zusammenstürzen auf meinen kleinsten Punkt, und morgen, morgen wird da dann rasende Energie sein, die notfalls ganze Löcher ins Universum reißt, zumindest diese beschissenen Rahmenbedingungen für das alles hier zertrümmert, alle Hindernisse egalisiert und endlich freie Bahn signalisiert.

So ein Nullpunkt.
So ein absoluter Nullpunkt.
So ein mächtiges Nichts um mich.
Und dieser Wille hier, der sich aufbäumt und einfach weiß, daß er gewinnen muß.
Auf diesem schmalen Grat zwischen Wohl und Weh.

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