als ich gestern so zwischen lauter quaselnden und lachenden menschen saß, passierte etwas merkwürdiges mit mir. ich war fremd unter bekannten. und ich meine, wen kann man schon besser kennen, als seine eigenen eltern?!
vielleicht war ich aber nicht fremd, sondern einfach nur abwesend? oh ja! aber sowas von. in vielen augenblicken verließ mein kopf meinen körper, um wie ein vogel in den süden zu fliegen. dort gibt es einen bestimmten ort, dort ist es wärmer. es war unhöflich bis peinlich, doch ich war vollkommen gelähmt. gänzlich nicht anwesend…
bei einem meiner vielen zigarettenausflüge, wurde ich vom gestgeber besucht, der sagte “was ist los ad?“, wobei mir automatisch eine riesige träne aus einem meiner augen schoß, die zu einem fluß mutieren könnte, und ich konnte bloß entgegnen “nichts, mein kopf ist bloß woanders…“, worauf er seine hand auf meine schulter legte und nur grinsend sagte “nein ad, dein herz ist woanders!“, um mich anschließend stehen zu lassen…
ja, recht hatte er. ganz gleich ob kopf oder herz. die sinne drehen am rad, die mühle der gefühle erzeugt ein endprodukt der feinstkörnigkeit. das spektrum der empfindungen macht keinen halt vor verpflichtungen, peinliches auftreten vor bekannten personen wird plötzlich und einfach in kauf genommen. poinè, na und?
doch wissen sie, was am ende bleibt? kein schamgefühl, sondern freude. und zwar darüber, daß man nach vielen enttäuschungen trotzdem noch in der lage ist, dinge zu empfinden, die kosmisch sind und umgeben von gänzlicher und warmer akzeptanz.
nicht versaut, nicht stumpf, nicht kalt oder berechnet, nein, eher ein personifizierter heizungskörper der gerade entlüftet wurde.
und was bleibt am ende der erkenntnis?
eine mentale haupthimmelsrichtung…