Archiv für November 2006

Kalauer, Kalauer…

Eberstalzell hat dem Vernehmen nach einst ein überschüssiges “L” an Schleißheim verkauft. Um 200.000 Schilling. Ist schon länger her. Schwadronierte unlängst ein Kollege, der Herr N. Hähä.

(und die Katze wohnt im Miezhaus. Bin grad blöd. Schulligung.)

miscellaneous

… sich dabei ertappen, wie man in der Nacht wach wird und sein Kissen streichelt.

… sich dabei ertappen, wie man einen Gedanken laut ausspricht, während man nicht allein im Zimmer ist. Sich über die fremde Stimme wundern. Die Kollegin mit großen Augen anschauen. Der Kollegin den Lachanfall gönnen. Mitlachen.

… sich dabei ertappen, wie man zur Kollegin sagt: “Ich werde schon einmal die Präliminarien einleiten”, während man sich ans Kaffeekochen macht. Damit das Klischee einer klugscheißenden Lektorin erfüllen. Das witzig finden.

… sich dabei ertappen, wie man die Milch in der Mikrowelle sucht.

Seufz.

*knurr*

Wieso zur Hölle geht eigentlich unter scheinbar normal gebildeten, erwachsenen Menschen zu bestimmten Tageszeiten dieses unsäglich blöde “Mahlzeit” als Grußformel um?

Ad, Schatz, würden Sie so freundlich sein, mir eben kurz Ihre Axt zu leihen?

sinnfrei

Ebensee. Nacht. Lichter. Brücke. Grünes Wasser. Niemandisteineinsel. Landungsplatz, so heißt das da. Einfach Kamera auf die Mauer gelegt und irgendwie geknipst, nicht fragen, wie. Mir bedeutet es was, das Bild, weil ich genau da war vor zwei Tagen. Und eigenartige und große und schöne Dinge dachte. Und eine halbe Minute belichtete, was ich da sah. Ich mach mir eine Erinnerung.

denkt.

[Zum Vergrößern, wie immer, Bild klicken. Kostet 271 KB, ist nicht sonderlich schön, muß aber gerade sein.]

Das Vibraphon gibt den Ton…

… der Ton macht die Musik.

Früher hab ich immer geglaubt, ich würde dieses Instrument nicht mögen. Gestern, bei Stardust mußte ich letztlich fast heulen. Und beim Rest konnte ich mich kaum stillhalten vor Begeisterung. Die Franz Kirchner Big Band - eine Institution - featuring Martin Breinschmid: gestern, irgendwo im tiefsten Salzkammergut. Über Lionel Hampton durfte man auch so einiges erfahren, wenn man nicht grad paralysiert in der Gegend herumsaß…

FKBB - Popvatern/piano Zwiesprache... Eva ( Markus
der Bandleader... Do it like Hampton... ... Eva, die zweite
whaaaaaaaaaaaaam!

(zum Vergrößern bitte Bild klicken. Album folgt sowieso.)

Vom Vermissenmüssen (IV)

als ich gestern so zwischen lauter quaselnden und lachenden menschen saß, passierte etwas merkwürdiges mit mir. ich war fremd unter bekannten. und ich meine, wen kann man schon besser kennen, als seine eigenen eltern?!

vielleicht war ich aber nicht fremd, sondern einfach nur abwesend? oh ja! aber sowas von. in vielen augenblicken verließ mein kopf meinen körper, um wie ein vogel in den süden zu fliegen. dort gibt es einen bestimmten ort, dort ist es wärmer. es war unhöflich bis peinlich, doch ich war vollkommen gelähmt. gänzlich nicht anwesend…

bei einem meiner vielen zigarettenausflüge, wurde ich vom gestgeber besucht, der sagte “was ist los ad?“, wobei mir automatisch eine riesige träne aus einem meiner augen schoß, die zu einem fluß mutieren könnte, und ich konnte bloß entgegnen “nichts, mein kopf ist bloß woanders…“, worauf er seine hand auf meine schulter legte und nur grinsend sagte “nein ad, dein herz ist woanders!“, um mich anschließend stehen zu lassen…

ja, recht hatte er. ganz gleich ob kopf oder herz. die sinne drehen am rad, die mühle der gefühle erzeugt ein endprodukt der feinstkörnigkeit. das spektrum der empfindungen macht keinen halt vor verpflichtungen, peinliches auftreten vor bekannten personen wird plötzlich und einfach in kauf genommen. poinè, na und?

doch wissen sie, was am ende bleibt? kein schamgefühl, sondern freude. und zwar darüber, daß man nach vielen enttäuschungen trotzdem noch in der lage ist, dinge zu empfinden, die kosmisch sind und umgeben von gänzlicher und warmer akzeptanz.

nicht versaut, nicht stumpf, nicht kalt oder berechnet, nein, eher ein personifizierter heizungskörper der gerade entlüftet wurde.

und was bleibt am ende der erkenntnis?

eine mentale haupthimmelsrichtung…

Vom Vermissenmüssen (III)

freud war eine gefühlsschlampe. er hat tatsächlich sehnsucht mit trieben der konservativen natur vergliechen. dabei sind gewisse dinge manchmal nicht wirklich definierbar, nicht alles kann man beschreiben, oder auf den punkt bringen, nein, manche dinge kann man bloß fühlen und nicht denken.

geht mir zumindest so. wissen sie, wenn ich nun aus einer gefühlslaune heraus mit einer chromaxt ihren arm abtrennen würde, dann können sie sich dieses horrorszenario vielleicht bildlich vorstellen, doch den gefühlten schmerz kaum…

so rühre ich also in der suppe des buchstabierens und kann ihnen nicht annähernd beschreiben, welche orkane mich augenblicklich mental heimsuchen. tiefdruckgebiete reichen sich die hände mit tropischer hitze, ein süßer hirntod folgt dem anderen, das herz pumpt um die wette, während die emotionen wie geisteskranke und tollwütige eichhörnchen randalieren.

kommen sie auf den punkt herr ad! werden sie jetzt brüllen, während ich mir geistig verloren die birne kratze, doch ich entgegne bloß mit ich bin nicht herr ad! ich bin der, der neben ihm steht und mein name ist begierde!

Vom Vermissenmüssen (II)

Gott würfelt nicht?
Die Fallen sind gewürfelt, aber Wölfin, die ich bin, überlege ich mir dennoch mit keiner Faser, mir ein Bein abzubeißen, um mich zu retten. Eher verwandle ich mich in ein Lamm. Ich. Ich!
Etwas passiert mit mir dieser Tage, mitten im sonst so nicht gemochten Winter. Ich schaue in den Spiegel und stelle ein neues Lächeln an mir fest. Ich bin auf dem Weg irgendwo hin und fühle plötzlich, wie ich aufrechter und freier gehe als je zuvor.

Sehnsucht. Ich sitze hier fest in der göttlichen Sackgasse und bleibe ruhig dabei, was mich über alle Maßen wundert. Die Ungeduld lächelt mich traurig an und murmelt ein leises Adieu, steigt aus und diffundiert in eine verrückte Nacht. Die Plejaden fallen mir ein. Das Siebengestirn, benannt nach den sieben Töchtern des Atlas und der Pleione, von Zeus an den Himmel versetzt… sagen die Poeten. Ein offener Sternhaufen, mit freiem Auge gerade noch erkennbar als Miniversion des Großen Wagens, so die realistische Version. Und jetzt kommt der Clou: Du siehst diesen Sternhaufen ausschließlich dann, wenn du bewußt daran vorbeischaust. Falls du versuchst, ihn anzustarren, entzieht er sich deiner Blicke und existiert einfach nicht.

Die Schritte der Ungeduld sind längst verhallt. Stille jetzt. Und Sehnsucht, die alles einnehmende Sehnsucht. Die Wölfin starrt auf ihr Bein, das in dieser liebgewordenen Falle steckt. Sie fühlt keinen Schmerz, sie denkt eine Sekunde lang rational und erwägt es abzubeißen, um auf allen dreien davonzuhumpeln in ihre gewohnte Welt. Aber eine gütige Nacht läßt sachte ihre Schleier fallen, der Mond da oben geht auf wie ein kosmischer Luftballon, und dann ist da nur mehr die Sehnsucht, die still und anmutig in die Knie geht, um der Wölfin den Kopf zu streicheln. Die läßt sich diese unfaßbare Mischung aus Schmerz und Glück gefallen, weil sie nicht anders kann. Und wer könnte anders an dieser Stelle?

Three thousand five hundred miles away
But what would you change if you could

Ein neuer Regen zieht auf, und er kommt von dort, wo sich in ein paar Stunden, Tagen, Wochen ein prächtiger Sonnenaufgang heraufschieben wird. Die Sehnsucht wird zu einem neuen Gott, ein neuer Regen weint mein Gesicht naß und bringt die Farben wieder, die ich so lange vermißt habe, Türen fliegen auf, die Wahrheit hat ihren Auftritt über den Tafelbergen der gewohnten Gänge. Das ist alles Euphorie. Eudämonie. Ein Ankommen. Zweifellos.

Gott würfelt nicht.

Vom Vermissenmüssen

Black Crow

[Zum Vergrößern bitte Bild klicken.]

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