Archiv für October 2006

Festplattenfundstück…

“Anna” (zu Papier gebracht 1995)

Sie kommt in das Zimmer und schließt die Türe mit einem überlegenen Lächeln. Hallo, sagt sie mit ihrer dunklen Stimme, hallo, ich hoffe ich störe dich nicht.
Ich ignoriere ihre Höflichkeit und erwidere dennoch, was mich irgendwo im Dunkel meiner Bauchgegend ärgert,
Schön, daß du gekommen bist.
Und das meine ich eigentlich irgendwie auch so, wie es mir beinahe ungewollt über die Lippen gekommen ist, aber etwas ist falsch und klischeehaft daran und macht die Szene für meinen Geschmack nahezu lächerlich- jedenfalls am Rand.
Sie hat einen Schwall Winter mit ins Zimmer gebracht, diesen rauchigen Geruch von Reinheit und Unschuld, der mich immer an meine Kindheit am Land erinnert und archaische Bilder von verschneiten Landschaften und dunklen Holzhäusern heraufbeschwört, aus deren Schornsteinen weicher, wattehafter Rauch aufsteigt in einen bleigrauen Himmel, der allmählich in ein sanftes Schneien birst.
Ihre kastanienfarbenen Locken befreit sie nun aus dem eleganten grauen Kaschmirschal. Sie hält ihn in der Hand und sucht mit routiniertem Blick (und wieder der kleine heiße Stich in meinem Bauch über so viel diffuse Unverfrorenheit) nach etwas zum Aufhängen; dort drüben höre ich mich brav und wie auf Kommando sagen, während ich fassungslos jeder ihrer Gebärden folge, und sie lächelt mich an, als sie aus dem schmalen langen Mantel schlüpft und ihn gemeinsam mit dem Schal auf den Kleiderständer hängt. Der Schal ringelt sich wie eine giftige Schlange.
Ja - nett hast du’s hier, sagt sie und schaut sich ungeniert um. Direkt amtlich. Sie lacht.
Du magst doch Kaffee, fällt mir endlich ein, und ein wohliger Stich bei ihrer weichen dunklen Stimme: oh ja, sehr gerne, danke.
Ich gehe in die kleine Küche und fülle Wasser in die Kaffeemaschine, froh über die Ablenkung (jetzt ist sie da!). Ich nehme zwei Tassen aus dem Holzregal und auch Unterteller, öffne die Lade und hole Löffel heraus, lege sie sorgfältig auf die Unterteller, als ginge es um einen Staatsbesuch. Es ist ein verdammter Staatsbesuch, scheiße. Meine Hände zittern. Die Maschine brodelt. Es duftet bereits nach nachtschwarzem Bohnenkaffee.
Aus meinem Wohnzimmer ertönen plötzlich Bachs Violinkonzerte, und ich fühle mich wie unangenehm berührt. Das ist doch lächerlich, denke ich mir, ich liebe Bach, ich gehe auf in dieser Musik. Und ungehalten suche ich nach dem ansehnlichen Rest von Mamas Marmorkuchen. Ich finde ihn beim Adagio und schneide ihn säuberlich auf, gebe die Stücke auf einen Teller, stelle alles auf ein Tablett und trage es ins Wohnzimmer. Minutenlang tauschen wir Nichtigkeiten aus.
Anna, sage ich dann, und mein Magen verknotet sich. Was soll das, wie stellst du dir das vor -
Sie sieht mich nur an mit lachenden Mandelaugen, dunkle Teiche in den Wäldern meiner Kindheit.
geh nach Hause, tönt eine müde Stimme in meinem Inneren und greift mir an die Brust. Geh heim - aber wo ist das? Was immer du auch vor hast, tu es nicht, nicht nocheinmal. Es ist nicht gut, sie nützt dich ja doch nur aus. Ich gieße uns beiden Kaffee ein. Du wirfst mir mein Leben über den Haufen, Anna -
Die Hölle, das sind die anderen, nicht wahr? Anna angelt sich ein Stück Zucker und läßt es in den Kaffee fallen. Das Adagio vergeht unendlich zart und traurig - ich halte das nicht aus und schalte ab. Jetzt rauscht nur mehr die Stadt herauf, gedämpft, ein paar Flocken wirbeln gegen das Fenster. Weißt du- sage ich und rühre meinen Kaffee um und nehme mir ein Stück Kuchen. Ich kann nicht weitersprechen. Anna sieht mich zuerst konsterniert an, dann ehrlich amüsiert. Hast du ein Problem damit, fragt sie spöttisch und sieht mich klar an.
Anna, ich bin kein Single-
Und? Ist etwas dran, wenn wir ins Kino gehen oder essen, oder wenn du von Zeit zu Zeit bei mir schläfst, oder ich bei dir?
Es ist unrecht, entfährt es mir, und sie gibt ein wenig scharf zurück: Wo steht das geschrieben? Es fällt mir keine Antwort ein. Sie hat sich die Fernbedienung vom Tisch geschnappt und schaltet die Anlage wieder ein. Ich sehe sie an und lege den blöden Kuchen zurück. Sie ist so wunderschön, daß es mir beinah den Atem verschlägt, und ich kann nicht anders, ich stehe auf und trete hinter sie, Anna, was machst du nur mit mir-, ich streichle über ihr weiches Haar, ich küsse ihren weißen Hals, ihren zarten Nacken, das Violinkonzert schwillt zu einer unglaublichen gläsernen Wolke an, deren Intensität kaum auszuhalten ist, und ich finde mich in einem heißen Knäuel mit ihr wieder, unten am Teppich, ich höre ihr leises dunkles Lachen nah an meinem Ohr und atme ihren Duft. Und wieder überkommt mich diese grenzenlose Verwunderung über meine Gefühle dieser Frau gegenüber, Gefühle, wie ich sie mir nie im Leben ausgemalt habe, als ihre weichen Lippen meinen Mund berühren und wir uns küssen.

Anna?
Ich höre das satte Schnappen der Wohnungstüre, bin wohl eingeschlafen. Schock. Dann Erleichterung, weil ich mich alleine wiederfinde, ihr Parfum noch hingehaucht in mein Kissen. Ich schrecke auf. Unsicher. Schatz, bist du’s?
Ja. Bist du hungrig? Ich sehe, du hattest Besuch.
Ja-, ich muß grinsen, ganz gegen meinen Willen. Ja, äh, Anna war hier, eine Freundin. Und dann habe ich noch ein Nickerchen gemacht.
Die Tür zu meinem Schlafzimmer geht vorsichtig auf, und mein Mann steht mit diesem ganz gewissen Glitzern in den Augen im Raum. Was für eine Woche… gut daß endlich Freitag ist. Ach Schatz, ich liebe dich. Ein kleiner Rest von schlechtem Gewissen ist in mir zurückgeblieben, doch eigentlich hat sie recht, meine seltsame Freundin.. was ist Schlechtes dabei gewesen. Außerdem muß es ja schließlich keiner wissen…
Er kommt auf mich zu und umarmt mich - ganz anders als sie. Und während ich mich an ihn schmiege, muß ich von ganz unten herauf kichern, und die Illusion von Anna zerstiebt zwischen seinen Küssen und dem Bettlaken.

Me’shell, du Gurke!

An und für sich ist es eine saugute Nachricht, daß Me’shell Ndegeocello nach Wien kommt.

Allerdings verliert diese Information jeglichen Wert, wenn man mit gesträubtem Nackenfell lesen muß, daß der Auftrittsort der kleine Jazzclub eines berühmten Österreichers im Keller des großen Hauses einer internationalen Hotelkette mit mehreren Sternen ist, wo man während der Konzerte wunderhübsche Häppchen mit phantasievollen Namen speist und die Servierkörper herumkommandiert, um Cocktails anzuschleppen.

Hätte es nicht einfach das ungleich sympathischere Porgy & Bess sein dürfen, wenn die Künstlerin schon nicht bereit ist, in die volksnahen Niederungen einer ((szene)) oder meinetwegen eines Reigen herabzusteigen? Trägst du dein Näschen so hoch, meine Gute, oder was ist da schief gelaufen?

Me’shell, du Gurke, ich bin sauer. Und 30 Euro löhn ich sicher nicht, um deine Künste im Vogelland bewundern zu dürfen. Auch wenn ich dich echt verdammt gern live gesehen hätte.

nein danke - ja bitte

James Last - James Brown
Harry Potter - Harry Rowohlt
Punk - Funk
Schokoriegel - richtige Riegel.

[to be möglicherweise continued…]

Mein Beitrag zum Thema Chärbst

(mußte ja so kommen)
(farbenfroh! oho!)

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[Edit] Braaaatwuuuurst! Wie krieg ich dat denn jetz hübsch geordnet?

farblos

huhu!

ja dies ist natürlich auch nur ein kleiner test!

aber wem es hier noch nicht bunt genug ist der soll unbedingt in der zwischenzeit hierhin schauen!!!

 http://www.bravia-advert.com/paint/downloads/

fröhliche grüße derweil und guddnabend.

dings.jpg

So.

Jetz will ich euch mal was über das Design hier erzählen. Noch einmal. So ganz unmißverständlich.

Mir gefällt blau!

Aber es wird sich trotzdem ändern. Ändern. Ääääändeeern. Ä N D E R N. Versteht ihr? Ja? Von jeher so geplant: Am Ende werdet ihr überhaupts keinen Unterschied mehr erkennen können zum Alt-Blog. Dat mit dem Layout und der Technik, dat macht jetz aber alles der Bratwurst, aber der is ein vielbeschäftigter Mann! Habts ihr jetzt bitte Verständnis alle, ja? Sofort? Unwiderruflich? Weil wenn nämlich nicht: ich gedenke dereinst als Ameisenbär zu reinkarnieren. Und alle, die mich je so richtig geärgert haben, werden Ameisen sein. Hähä.

Ich bin ja so BETA! Pah!

schlürf! schmatz!

bleibt alles anders

dieJulia proudly presents dasBlog 2.0.
In der nächsten Zeit werden hier noch ein paar nicht unwesentliche Änderungen passieren (Design), aber sonst steht die Hütte.

das Altblog freut sich natürlich jederzeit über Rundgänge im Archiv und bleibt voll funktionstüchtig.

Ansonsten entschuldige ich mich schon im vorhinein für eventuelle Mißgeschicke 2.0 und werde versuchen, all die ganzen Track-Back-Ping-Pong-Total-Plemplem-Funktionen rasch zu durchschauen und ihnen in ihrer möglicherweise ungezielten Penetranz Einhalt gebieten, damit ich den Unbekannten auf meiner Rolle nicht auf die Eier gehe.

Sollte mir dennoch einmal ein Fauxpas 2.0 passieren - bitte nicht bös sein. Eventuelle automatische Versuche dieser Seite, mit Ihnen Kontakt aufzunehmen und Ihnen ungezielt Ihre Kommentare vollzudingsen, beruhen nicht auf profilierungsneurotischen Tendenzen meinerseits, sondern auf Unwissenheit.

Ihrerseits dürfen Sie bei mir aber gern soviel pingen und trackbacken, wie Sie wollen - ich steck Sie dafür nicht, wie Sie jetzt vielleicht annehmen, in eine Schublade. Ich will nur nicht ungut auffallen und den Eindruck erwecken, daß ich mich auf Großblogs wichtig machen will.

Hab ich noch was vergessen?
Glaub nicht.
Doch! Herzlichen Dank, Wolf im Flow!

Also: bleibt alles anders!

dieJulia

Nimm ein Sackerl für mein Gackerl

Hundekotkampagne, leicht modifiziert… via Etosha

Red's einfach in a Sackerl...

[Hintergrund: ots.at]
[Selber Gackerl machen? klick!]

[still BETA. So zum Bilder-Antesten, der Eintrag.]

… Relationen

“Einmal Weltmeister zu werden bringt man ja relativ leicht zustande. Da passt eben ein Jahr lang alles.”

Ich hab mit Formel 1 genau nix am Hut, weil persönliches Interesse an “sportlichen” bzw. autofahrerischen Events = 0 (eh, eher minus eins), aber das ist dann doch irgendwie eine geile Aussage.

Niki Lauda erklärt, via Leib- und Magen-Sonntags-Bettflätz-Vormittags- profil, “das Phänomen Schumacher”.

ein Buch…

Ein Buch, das mein Leben verändert hat
Photoshop Wow! Also eher: ein Buch, das demnächst mein Leben verändert haben wird. Wenn ich das Ding endlich einmal zur Hand nehme, anstatt es immer nur herumliegen zu haben, steige ich nämlich zur Fotogräfin, ach was, zur Foto-Queen auf. Hähä.

Bücher, die ich mehr als einmal gelesen habe
Viele! Auswahl: Die Mars-Chroniken, Das Böse kommt auf leisen Sohlen, Kitty und Augusta, Denkt, Adler und Engel, Wassermusik, Garp und wie er die Welt sah, Zirkuskind, Gottes Werk und Teufels Beitrag, Die wilde Geschichte vom Wassertrinker, Christian Wahnschaffe (inzwischen dank Gutenberg-Projekt vollständig im Netz, halleluja!), Pan Aroma, Halbschlaf im Froschpyjama, 50 - Literatur gezeichnet. undundund.

Bücher, die ich auf einer einsamen Insel gern bei mir hätte
Ich will auf keine einsame Insel! Echt jetz! Hülfe!

Bücher, die mich zum Lachen gebracht haben
Ui, auch viele! Zirkuskind & Garp und wie er die Welt sah, Ingrid Noll-Bücher, alle von Tom Robbins, viele von T.C. Boyle (Wassermusik! Grün ist die Hoffnung! Willkommen in Wellville!), 50-Literatur gezeichnet. undundund.

Bücher, die mich zum Weinen gebracht haben
Der Gott der kleinen Dinge, Die Brüder Löwenherz. Das schönste, berührendste und wunderbarste traurige Buch der Welt. Ich werde mich ganz dringend in diese Welt stürzen müssen, wenn ich das nächste Mal nach Hause komme, weil ich es seit meiner Kindheit nicht mehr gelesen habe.

Ein Buch, das hätte geschrieben werden sollen
Der Weltraumroman. Nämlich von mir. Aber das kommt noch… wetten? (Muserich willkommen!)

Ein Buch, das nie hätte geschrieben werden sollen
Grundsätzlich ist Toleranz etwas wahnsinnig Wichtiges. Aber Gabriel Barylli zum Beispiel… oder der weinerliche Jammerlappen Paolo “irgendwo saß ich und weinte” Coelho… na, wird schon für irgendwas gut sein. Frieden und Toleranz für alle!

Ein Buch, das ich gerade lese
Der Schatten des Windes (unterbrochen durch nicht entschuldbare Aufmerksamkeitsdefizite und das großartige Die Arbeit der Nacht und ganz dringend wieder einmal Adler und Engel und Masserberg und Christian Wahnschaffe online…)

Ein Buch, das ich schon immer mal lesen wollte
Philip Roth, auf den freue ich mich schon, Gefährliche Geliebte, weil ich von Murakami schon fast alles gelesen, aber im Moment genug habe, Die Blechtrommel, weil ich es nicht kenne und “Der Mann ohne Eigenschaften”, weil ich einmal dran gescheitert bin und das nicht auf mir sitzen lassen kann.

ein sogenanntes Stöckchen, via kreativbetrunken