An und für sich ist es eine saugute Nachricht, daß Me’shell Ndegeocello nach Wien kommt.
Allerdings verliert diese Information jeglichen Wert, wenn man mit gesträubtem Nackenfell lesen muß, daß der Auftrittsort der kleine Jazzclub eines berühmten Österreichers im Keller des großen Hauses einer internationalen Hotelkette mit mehreren Sternen ist, wo man während der Konzerte wunderhübsche Häppchen mit phantasievollen Namen speist und die Servierkörper herumkommandiert, um Cocktails anzuschleppen.
Hätte es nicht einfach das ungleich sympathischere Porgy & Bess sein dürfen, wenn die Künstlerin schon nicht bereit ist, in die volksnahen Niederungen einer ((szene)) oder meinetwegen eines Reigen herabzusteigen? Trägst du dein Näschen so hoch, meine Gute, oder was ist da schief gelaufen?
Me’shell, du Gurke, ich bin sauer. Und 30 Euro löhn ich sicher nicht, um deine Künste im Vogelland bewundern zu dürfen. Auch wenn ich dich echt verdammt gern live gesehen hätte.
yo! wollte letztens auch etwas gesehen haben, doch bei dem eintrittspreis von 60 euronen habe ich ganz bewußt darauf verzichtet. jetzt sind mir selbst die klänge von cd unsympathisch geworden…
Tja. 60 Euro hab ich letztens ausgegeben, um eine Karte für das Konzert von Godfather James Brown Anfang November zu ergattern. Aber das ist irgendwie was anderes… ich würd diese Summe und mehr auch für einen superspeziellen Club-Gig löhnen, wenn zum Beispiel - Hausnummer - Prince eine Live-Recording-Session oder sowas abziehen würde.
Weshalb aber eine - wenngleich schwer geniale - Frau Ndegeocello, die vor ein paar Jahren vor mehreren hundert Leuten im ausverkauften Planet Music geigte, jetzt plötzlich in diesem winzigen Jazzpolizei-Loch auftreten muß, wo maximal ein paar Hanseln reinpassen, versteh ich einfach nicht.
Die Musik von der Dame werde ich mich allerdings nie überwinden können, deshalb zu hassen.
vom hass war nie die rede. es ist nur… dieses dumme thema, welches ich persönlich unheimlich ungerne anfange - der euro. ich erinnere mich an riesige konzerte in stadien, die seinerzeit 80 deutsche mark gekostet haben. und nu` soll man 60 euro (!) für einen clubgig ausgeben?!
Ja, davon will ich auch gar nicht erst anfangen. Als Musikliebhaber ist man sowieso der letzte Dreck. Wenn man sich seine CDs kauft, weil man keine mp3s mag (so wie ich), darf man pro Stück erst einmal rund 18 Euro ausgeben, und wenn man gern auf Konzerte geht (so wie ich), bedeutet das, daß man für einen internationalen Act meistens so ca. 60 Tacken, gern und oft auch mehr, ausgeben darf.
In meinem nächsten Leben werde ich ein geschmackloser, dumpftussiger Ameisenbär, dem Musik & Qualität wurscht ist. Dann kauf ich mir nur mehr Schlagerkassetten an der Tankstelle und lade mir hie und da den neuesten Bravo-Hits-Sampler runter. So. ;)
da sprechen sie ebenfalls ein interessantes thema an, ich lade mir nämlich auch keine musik runter. kommt mir nicht in die tüte - ich will cover, ich will texte, ich will ein produkt, kein kopiertes etwas. ich bin da sehr eigen, da ich musik sammele und nicht bloß besitzen möchte.
die werte leserschaft mag mich jetzt hassen, aber ich bin ein erklärter gegner von raubkopiererei…
p.s. früher hat es das auch nicht gegeben und wir mußten uns die platten und cds kaufen, weiß garnicht warum das jetzt plötzlich für so viel gerede sorgt…