Wie schon im Jahr zuvor: ein Resumee in Form des Altjahresstöckchen-Dingens
1. Zugenommen oder abgenommen?
unterm Strich weder-noch (erst eher unbewußt ab, dann aufgrund der Tatsache, daß ich jetzt ein kuchenbackfähiges Backrohr habe, wieder zu).
2. Haare länger oder kürzer?
Kürzer. Im März 2009 trennte ich mich von ca. einem halben Meter fadenförmigen Keratinins. Im übrigen auch grauer. Und, danke, Chemie: nach längerer Färbeabsenz wieder schwärzer.
3. Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Ich habe aber sowas von absolut keine Ahnung. Wahrscheinlich also komplett normalsichtig.
4. Mehr Kohle oder weniger?
Verdient: Bis Mai gar nix. Dann wenig. Ab Juli dann das höchste regelmäßige Gehalt meiner Vita, allerdings…
5. Mehr ausgegeben oder weniger?
… sind auch die Lebenserhaltungskosten einigermaßen gestiegen. Mehr.
6. Mehr bewegt oder weniger?
Wesentlich mehr. Was sich in der Kurzversion anhört wie ein gemütliches “naja, neuer Lebensmittelpunkt, neuer Job, neue Wohnung, nix Aufregendes” ist in Wahrheit doch die tiefgreifendste Veränderung seit ich 20 war und zum Studium nach Wien übersiedelte. 2009 nahm ich Gustavs Aufforderung “verlaß die Stadt” wörtlich und zog samt Herzensmensch von Bundeshaupt-Wien nach Weltkulturerbe-Goisern und somit dahin, wo ich aufgewachsen bin und von wo ich seinerzeit ausgebrochen war. Mit der – betontermaßen notwendigen – Distanz von dreizehneinhalb Jahren die beste Entscheidung der letzten Jahre. Ich fühl mich hier pudelwohl, auch wenn’s kinotechnisch die dunkle Seite des Mondes bedeutet und mit in der Mittagspause Sushi/Pizza/Chinesisch ordern oder Sonntags schnell zum Türken ums Eck einkaufen Essig ist.
7. Der hirnrissigste Plan?
An einem Freitag um sechs Uhr früh aufstehen, bis Zwölf arbeiten, sodann ins Auto setzen, bei 33 Grad im Schatten ca. vier Stunden nach Wien fahren, bis ca. fünf Uhr früh Wohnung entrümpeln und putzen, sodann ins Auto setzen und bei wetterumschwungsbedingt aufkommendem Sturm mit von völliger Übermüdung bedingten leichten Aussetztern ca. vier Stunden wieder zurückfahren. Uns zwei Zombies hätte einer filmen müssen.
8. Die gefährlichste Unternehmung?
Beim Versuch, meinen recht großzügig dimensionierten und sehr stabilen Schreibtisch in Abwesendheit des Mannes selbst zusammenzubauen, hätte ich beinah meinen kleinen Finger auf dem Altar der weiblichen Selbstbehauptung geopfert, will sagen: der wurde richtig bös gequetscht. Ich bin nicht sonderlich wehleidig, aber das…
9. Der beste Sex?
Ich weiß, ich war ja dabei. :)
10. Die teuerste Anschaffung?
Wohnung. Kaution, Ablöse. Wäre uns nicht möglich gewesen, wenn nicht mein Dad rasch, ohne Tamtam und bedingungslos eingesprungen wäre. Muß man auch einmal sagen, und zwar laut und deutlich. Danke für das alles und noch viel mehr, Papa!
11. Das leckerste Essen?
Seit ich mich wieder vermehrt im kulinarischen Einflußbereich meiner Mum bewege: dauernd.
12. Das beeindruckendste Buch?
Puh. 2009 verbrachte ich literarisch gesehen vorwiegend mit dem Aufwärmen alter Liebschaften. Lobo Antunes, Murakami, der eine oder andere Boyle, ein paar Irvings, ein paar Tom Robbins, die altbekannten Dystopien von 1984 bis Schöne Neue Welt. Eins der großartigsten neu entdeckten war Ian McEwan: Abbitte, gefunden in der Blockhütte, die uns in der Zeit des Hierherziehens als Asyl diente.
13. Der ergreifendste Film?
Mit Kino war nix dieses Jahr, aber die DVD-Sammlung ist beträchtlich gewachsen. Phantastisch genial fand ich “I’m not there”.
14. Die beste CD?
Das Album, das mich (heavy-rotationbedingt uns und die Nachbarn *hust*) über den Sommer begleitete und die Aufbruchstimmung perfekt akustisch in Szene setzte, war Peter Fox/Stadtaffe (alles glänzt so schön neu…). In der zweiten Jahreshälfte wars für mich dann das wohl unglaublichste Album des Jahres, sophia i/i.
15. Das schönste Konzert?
Ups. Das ist wohl auch heuer ziemlich durch den Rost gefallen, das mit den Konzerten.
16. Die meiste Zeit verbracht mit …?
Richtig viel arbeiten und als Quereinsteigerin in einem völlig fremden Terrain richtig viel beigebracht bekommen.
17. Die schönste Zeit verbracht mit …?
Das war dann 2009 wohl eher Luftholen in den kurzen Pausen zwischen dem richtig viel arbeiten und dem Aus- und Einziehen. Wird sich aber bald stark bessern – ich prognostiziere einen starken Routineanstieg ab 2010.
18. Vorherrschendes Gefühl 2009?
Streß, Zähne zusammenbeißen, aber auch wissen, wofür und warum.
19. 2009 zum ersten Mal getan?
In einem ganz kurzen jobtechnischen Interludium, bedingt durch wirklich hochnotpeinliche monetäre Engpässe: Big Mac hergestellt und Cheeseburger verkauft. Auf dem eigenen Balkon Blumen gepflanzt. In der eigenen Badewanne gebadet. Pfefferoni eingelegt.
20. 2009 nach langer Zeit wieder getan?
Gemeinsam mit den Besten Eltern der Welt Holz abgeschnitten. Kuchen gebacken. Marmelade gekocht.
21. Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können?
Paßt schon so. Kommt, wie’s kommt und hat alles seinen Sinn. Auch das Burger-Verkaufen (auf das ich aber zugegebenermaßen schon hätte verzichten können, weil der Ruf, den diese Jobs haben, nicht von ungefähr kommt.)
22. Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Da hab ich jetzt lang gekramt in sämtlichen Gehirnwindungen, aber… Fehlanzeige.
23. Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Marmelade, selbstgekocht. :)
24. Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Ich hab mir gerade kürzlich “Down by Law” selbst geschenkt. Den wollte ich schon seit Jahren in meinen Besitz bringen.
25. Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Frau dieJulia, wir haben uns für Sie entschieden (Job). Frau dieJulia und Herr Ad, wenn Sie möchten, können Sie morgen den Vertrag unterschreiben (Wohnung).
26. Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Hej – dann bist du jetzt wohl ein waschechter Hauptwohnsitz-Goiserer, Baby.
27. 2009 war mit einem Wort …?
Ereignisgesättigt. Kräfteraubend. Aufregend. Stressig. Chaotisch. Vorbeirasend.
Veränderung.
Kommentare
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Kataklysm, dieJulia, Kataklysm [...]
dieJulia, Pest Krause
dieJulia, Katzenklappe
martini_ganz, muttis nähkästchen, dieJulia [...]
Oliver