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Verdammt!

dieJulia | 1904 days ago | 3 Comments | Link

Wieso bleiben eigentlich die Proteststürme aufgrund des Ausbleibens des Fortsetzungsromans aus??? Na? Naaa? Naaaaaaaaa? *grummel*

"And keep in mind that I'm an artist - which means that I'm sensitive about my shit!" (Erykah Badu/Baduizm live)

Und überhaupt: wer ist Stefan Wein?

Sacklzementnoamoi!

Meine Abenteuer mit Klaus, dem Klassikfan (4)

dieJulia | 1918 days ago | Comment | Link

Dienstag-Nacht-Content! derFortsetzungsroman für dieLeser...

Kapitel 1:
Klaus und ich in Kasachstan, Teil 4

In einiger Entfernung von den anderen setzte ich mich auf einen kleinen Hügel und blickte in die freundlichen Augen der Steppennacht, als Bohumil mit leichten Schritten hinter mir auftauchte. Sie setzte sich neben mich und erkundigte sich holpernd: „chast du Sähnsucht, Uwäh?“ Der leichte Stoff ihres Rockes berührte meine nackte Wade, und ich war schlagartig nüchtern (naja – fast). Äh... brachte ich hervor. Bohumil lachte mich an, ihre prächtigen weißen Zähne mit dem unwiderstehlichen Zahnzwischenstand schimmerten durch das Dunkel zwischen uns.

„Meine ich das Sternen-Chimmel“ gluckste sie mit ausladender Geste, die großzügig so ziemlich das ganze Universum miteinschloß, und rückte näher. „Ist wie gemacht für Liebä“ flüsterte sie und ergriff meine Hand. Mann! Und wie ich Sehnsucht hatte nach der braunen Raute ihres herrlichen Körpers, der so verwirrend gut roch; nach wildem Thymian und urtümlichen, dunkel-warmen Geheimnissen! Ich wandte ihr mein Gesicht zu und stammelte abermals –äh.. -Doch Bohumil war glücklicherweise eine Frau der Taten, und so küßte sie mich schließlich lange und heftig. „Brauchst du dich machen keine Sorge um Verchütung“ raunte sie noch, dann überfraute sie mich sozusagen – und ich war völlig perplex, wie man sich vorstellen kann. Sie kam über mich wie der warme Steppenwind, wie eine tausendköpfige Pferdehorde, ich ertrank im Ozean ihrer Liebe und starb glücklich wie weiland Philemon in Baucis Armen, ehe sie mich mit glitzernden Augen wieder weckte und mich mit den unverständlichen Namen ihrer Väter und Großväter bedachte und mich aufs Neue mit den süßesten Küssen bedeckte, auf daß ich emportauchte aus den Tiefen des ebengeträumten Traumes und in den nächsten, wirklichen, versank, mit ihr, in ihr-
Schnitt!
Ach Bohumil! Ich wachte auf, als eine herrliche Morgenröte den Himmel überzog und überzeugte mich, daß die schlafende Bohumil, die eng an mich geschmiegt lag und leise schnarchte, kein kirgisischer Traum war, indem ich mich so fest in die Nase kniff, daß meine Augen tränten. Als sie danach noch immer da war, wohlig im Schlaf diesmal meinen Namen murmelnd, seufzte ich beruhigt auf und schlief weiter. Das nächste Mal kam ich zu Bewußtsein, als die Sonne schon hoch am Himmel stand. Ich öffnete die Augen und schloß sie wieder. Durch meinen Mund war anscheinend eine ganze Kamelhorde geritten; ich hatte fürchterlichen, um nicht zu sagen ganz entsetzlich schrecklichen Durst. Bohumil hockte fünf Meter neben mir hinter einem Baum und pinkelte ungerührt auf den staubigen Boden; eine ihrer inzwischen schon lange nicht mehr befremdend anmutenden Angewohnheiten. „Oh challo, meinä unglaublichä Liebling!“ sagte sie mit ihrer tiefen Stimme und strich ihren Rock glatt. Dann kam sie leichtfüßig zu mir und drückte mir einen dicken Kuß auf die Wange. Ich mußte grinsen. Sie half mir hoch und lachte mich strahlend wie die Protagonistin einer teuren Zahnhygienewerbung an, dann nahm sie meine Hand, als wär’s das Selbstverständlichste der Welt, und wir setzten uns in Bewegung, um zu sehen, wie es mit den anderen stand. Erika und Frauke waren schon wach und legten Patiencen, Horst hatte sich eine Blechtasse Instantkaffee aufgebrüht und las sein Buch, und Barbra kroch gerade etwas angeschlagen unter dem Busch hervor. Nicht lange, und im Zelt von Klaus und Hillary begannen sich ebenfalls die Lebensgeister zu regen:

(Ein gellend hoher Schrei aus Frauenkehle)
(Klaus, eben erwachend): Häh?!
(Ein klatschendes Geräusch)
(Klaus, verwirrt): AU! Hillary?!
(Frauenstimme, in gebrochenem Deutsch): oh, du mistige Scheusal wie hast du gekonnt mir in diese stinkige Zelt hereinzerren???
(Klaus): Aber Hillary, Darling, kannst du dich nicht erinnern an letzte Nacht?
(wieder die Frauenstimme, an der Schwelle zum Kreischen): Barbra?
BARBRA!!!! Where the fuck are you? And where am I? And who ist this man? Nimm deine Dreckfinger von meine Body, du Wicht!
(Klaus, erschrocken): Aber Hillary??
(Frauenstimme, überschnappend): oh God, my head aches! Fuck you, you mad clown, laß sofort deine stinkige Finger da weg, or I will tell the security! Du hast mir betrunken gemacht und mir dann in diese, diese... Höhle gezerrt, du Unhold! (gellend): Help! Help! Barbra!!!

Dann öffnete sich der Reißverschluß und Klaus kam deutlich mißgestimmt und verunsichert heraus. Einer seiner Stiefel kam hinter ihm hergeflogen und verfehlte nur knapp einen unschuldigen Raubvogel, der die Szene aus dem dürren Gebüsch verfolgt hatte. Der Rest des Publikums stand im Halbkreis und konnte sich kaum beherrschen, nicht in Lachen auszubrechen. Sogar Frauke stand ein schadenfrohes kleines Lächeln in die Mundwinkel geschrieben, aber wir wollten ja schließlich den Herrn Expeditionsleiter nicht verärgern, also schwiegen wir beherrscht. Bohumil kniff mich in die Seite und schüttelte sich lautlos vor Lachen. Klaus kratzte sich am Kopf und brummte in unnachahmlicher Manier – Mann, ich hab Kopfweh, also ehrlich! Der Rest des Vormittages verging in eisigem Schweigen. Hillary kam eine halbe Stunde nach Klaus erhobenen Hauptes aus dem Zelt und drohte ihm mit einem ganzen Stab von Staranwälten amerikanischer Provenienz, bis Barbra sie zur Seite nahm und ihr den wahren und für Hillary eher unrühmlichen Hergang der delikaten Geschichte noch einmal erläuterte; worauf Hillary errötete, Klaus aber dennoch keines weiteren Blickes mehr würdigte. Der saß etwas abseits, putzte seine Stiefel und schlürfte lauwarmen Instantkaffee. Er sah sehr zerknirscht aus. Ich setzte mich neben ihn und steckte mir einen Birkenholzzahnstocher zwischen die Zähne. „He, Klaus – sag mal, Mann, wie sieht denn die Route für heute aus?“, fragte ich ihn und eröffnete damit das Männergespräch auf subtile Weise. „Wir wollen sehen, daß wir heute nach Bajkonur kommen“, knurrte er zwischen den Zähnen in meine Richtung. Bajkonur? DAS Bajkonur? So mit Raumfahrt und Kosmonauten und Satelliten? Und vielleicht gar mit einem Supermarkt, in dem wir unsere Nahrungsmittelbestände aufbessern konnten? Ich umarmte Klaus in einer spontanen Geste männlicher Zärtlichkeit und freute mich erst einmal einige Runden lang.

Meine Abenteuer mit Klaus, dem Klassikfan (3)

dieJulia | 1925 days ago | Comment | Link

Dienstag Abend. Fortsetzungsroman-Content.

Kapitel 1: Klaus und ich in Kasachstan (Teil 3)

So waren sie also zu uns gestoßen, Barbra und Hillary.. Zugegebenermaßen hatte ich sie recht bald ins Herz geschlossen, und sie ergänzten unsere kleine Gruppe ausgesprochen gut. Zwar sprachen sie nicht Deutsch, was der Kommunikation jedoch keinen Abbruch tat. Außerdem dufteten sie immer wie eine Blumenwiese, ehrlich! Ich weiß nicht, wie sie das machten, denn ich selbst hatte an mir schon einen, na, wollen wir sagen, sehr männlichen Geruch festgestellt in letzter Zeit, was vielleicht zu einem gewissen Teil an der toten Maus in meinem linken Stiefel liegen könnte, die ihr Leben unglücklicherweise vorzeitig lassen mußte, als ich eines Morgens das Schuhwerk anzog, ohne es vorher gründlich auszuschütteln.

Wir waren unterwegs durch die kasachische Steppe; immer noch. Eines Tages; in einem kritischen Moment sozusagen, zog ich Klaus zu Rate, weil wir ja doch eigentlich nach Afrika gewollt hatten, nicht wahr? - und ich hatte auf der Reise noch keinen einzigen Schwarzen gesehen. Wir waren genaugenommen noch keiner einzigen Menschenseele begegnet; aber auch wenn meine Geographiekenntnisse eher nicht so stark ausgeprägt waren, kam es mir spanisch vor, daß wir bis dato noch keinen Ozean oder so was in der Art überquert hatten. Afrika war ja meines Wissens ein eigener Kontinent, oder so...
Klaus kratzte sich kurz am bärtigen Kinn (er sah mittlerweile in etwa so aus wie eine gelungene Mischung aus Kris Kristoffersen und Clint Eastwood; braungebrannt und mit seinem schiefen Grinsen, das er sich ein halbes Leben lang vor dem Badezimmerspiegel antrainiert hatte, war er ein wahrer Blickfang für die beiden Damen) und bedachte mich mit einem knappen „Häh, naja, äh, kleine Routenänderung, Alter!“ Ich ließ mich damit abspeisen, zumal am Horizont eine unübersehbar penetrante Staubwolke rasend schnell auf uns zukam. Kasachische Krieger? Mongolische brandschatzende Reiterhorden, die uns nach dem Leben trachteten? Ich war etwas besorgt, wie man sich vorstellen kann. Bis Frauke voller Verzückung ausrief: „Tante EEEEEERIKA!!!! Ja ist es die Möglichkeit????“ und wild entschlossen auf die Staubwolke zutrabte, wobei Hillarys Beautycase, das sie - statt Klaus - auf dem Rücken trug, schepperte wie die Aussteuertruhe von Lady Di. Einen Augenblick später fanden wir uns inmitten einer trampelnden, blökenden und, mit Verlaub, blöde dreinglotzenden Schafherde wieder. Frauke umarmte unter Tränen ein anderes, älteres Schaf, das aus Rührung ein paar Tränen vergoß, und sagte immer wieder „Nein, Tante Erika, daß das die Möglichkeit ist??!!??“ Tante Erika, die Aussteigerin! Tante Erika, die Schwester von Fraukes Mutter, die in jungen Jahren die Schnauze voll gehabt hatte vom öden Leben am Bauernhof! Tante Erika, die nach Höherem strebte! Tante Erika, die Globetrotterin! Wie oft hatte Frauke uns von dieser gar mutigen Heidschnucke erzählt, die sich mit vier Jahren den Traum ihrer jungen Jahre erfüllt hatte und ins Ausland gegangen war. Damals wollte sie nach Paris, aber verschiedene Umstände (auf dem Amt für ausländische Angelegenheiten hatte man sie so schlecht verstanden, das U-Bahnfahren war eine einzige Qual für sie, und überhaupt, die Clochards...) hatten sie dazu gezwungen, der Stadt den Rücken zu kehren und sich einer vagabundierenden Steppenherde anzuschließen, die von 34 verständnisvollen Hirtenhunden und einem zwölfjährigen Hirtenmädchen namens Bohumil begleitet wurde. Bohumil war nunmehr reife Zwanzig und ziemlich rassig, ehrlich. Und daß sie einen tschechischen Männernamen trug, tat ihrer Attraktivität keinen Abbruch. Bohumil und Erika ließen Schafe Schafe sein und schlossen sich unserer munteren Reisegruppe an, eine Tatsache, die mich sofort fröhlich stimmte, aber eher wegen Bohumil. Mein Gott, diese Frau! Sie war hochgewachsen und schlank wie ein junger Baum, und ihre dunklen Augen konnten vor Spott blitzen und im Schein des Lagerfeuers tief und klar wie die kaspische See bei Neumond blicken, wenn sie mit ihrer rauchigen Stimme zum Klang der Balalaika seltsam anmutende Lieder von den wilden mongolischen Kriegern ihrer Heimat anstimmte. Sie hatte schwarzes Wallehaar bis zum ausladenden und exorbitant wohlgeformten Arsch, mit Verlaub, das sie immer offen trug, und eine liebreizende Fehlstellung der beiden oberen Schneidezähne. Ihre hohen Wangenknochen hätten selbst Naomi Campbell vor Neid erblassen lassen, und meistens trug sie einen langen Wickelrock und eine dunkelblutrote ärmellose Bluse, die sie unbekümmert unter den festen, großzügig bemessenen Brüsten knotete; was ihren flachen, glatten Bauch und die kleine Tätowierung rechts vom Bauchnabel (ein kirgisischer Tiger, wenn man genau hinsah) unverschämt gut zur Geltung brachte. Bohumil war eine klasse Frau, sah man einmal großzügig über ihren etwas holprigen Dialekt ab, der sich ein bißchen so anhörte, als würde man nach zwanzig Jahren Abwesenheit eine kaputtgewordene Zentralheizung zum ersten Mal wieder anstellen, ohne vorher einen sachkundigen Installateur zu Rate gezogen zu haben. Aber selbst das und ihr rauhes Lachen wirkte einfach nur süß und paßte zu ihrem Typ wie der Arsch auf den Eimer...
Sie konnte auch ein paar Brocken Deutsch, was die Verständigung zwischen uns erheblich erleichterte – vor allem, als sie ihren Wortschatz um die wichtigen Vokabel „Bohnengulasch“, „Chili con Carne“ und „Linseneintopf“ (diese Lebensmittel stellten immerhin seit drei Wochen unsere Nahrungsgrundlage dar) erweitert hatte. Des weiteren konnte sie die ersten beiden Strophen von „La Paloma“ und „Seemann, laß das Träumen“ auswendig, denn sie hatte in ihrer früheren Jugend mit einigen Matrosen aus Hamburg in einer Art Kommune am Aralsee gelebt; daher auch die niedliche Tätowierung und ihre fast etwas rüde Art, Körpersekrete aus dem oberen Gesichtsbereich geräuschvoll hochzuziehen und den so gewonnenen Klumpen in hohem Bogen ins Gebüsch beziehungsweise in den Steppensand zu spucken. Ein weiteres Erbe ihrer Zeit in der Kommune war die Angewohnheit, einem – sozusagen als Bekräftigung eines verbal vorgebrachten Argumentes – die Hand so heftig auf den Rücken oder zwischen die Rippen zu schlagen, daß man nur mehr verkrampft lächeln und gequält nicken konnte. Bohumil brachte außerdem auch einen veritablen Vorrat an russischem Wodka mit, den sie ganz und gar nicht geizig unter uns verteilte.

Anfangs waren Barbra und Hillary ein wenig reserviert gegenüber der Steppenschönheit, aber eines Abends änderte sich diese Tatsache ganz entschieden. Bohumil hatte nach dem frugalen Abendessen, das aus, richtig, Bohnengulasch und Knäckebrot bestanden hatte, Balalaika und Wodka ausgepackt, schürte mit den braunen Zehen das Lagerfeuer und stimmte gerade ein Arsenal an Seemannsliedern an, deren Inhalt ich hier definitiv nicht wiedergeben will, weil sein Inhalt sich auf Beckenkontakt deutscher Matrosen mit so exotischen wie willigen Schönheiten sowie exzessiven Alkoholmißbrauch auf hoher See beschränkte, und sogar mir die Schamesröte ins Gesicht trieb, und ehe wir es uns versahen, war eine Flasche Wodka geleert und der Inhalt einer zweiten schon arg dezimiert. Hillary und Barbra waren ziemlich bedient und rot um die spitzen Amerikanerinnennasen und kicherten hemmungslos, und Klaus saß mit sattem Grinsen in die speckige Wolldecke gehüllt und briet sich irgendeine Steppenknolle, die Bohumil ausgegraben hatte, in der Glut. Hinten saßen Frauke und Erika und spielten Schach, Horst war über der Lektüre von Musils „Mann ohne Eigenschaften“, das er eigenen Angaben zufolge schon zum vierten Mal las, selig entschlummert. Hillary war mit fortschreitendem Verlauf des Abends immer näher an Grinse-Klaus herangerückt, und Barbra versuchte sich im Duett mit Bohumil. Ich war zum ersten Mal, seit wir die Reise angetreten hatten, richtig glücklich. Mann, war ich glücklich, aber so was von glücklich! Die Sterne funkelten über uns, als hätte ein riesenhafter Diamantenschmuggler seine Beute auf einem schwarzen Samttuch ausgebreitet, die Nacht war lau und mild und die Anstrengungen des Tages vergessen. Das Feuer war auf ein winziges Glutnest heruntergebrannt, und so etwa dreißig leere Wodkaflaschen gemahnten uns (von allen beteiligten Parteien unbeachtet) an ein böses Erwachen am nächsten Morgen. Aber sei’s drum! Es erinnerte mich an meine Jugendlager mit den Ministranten an der Weißen Elster, und ich wurde ganz rührselig. Klaus zwinkerte mir zu und deutete mir an, daß ich mir heute einen anderen Schlafplatz als jenen in unserem Zelt würde suchen müssen; Hillary hing enthemmt und dennoch eines gewissen Charmes nicht entbehrend an seinem linken Ohrläppchen. Barbra schnarchte und umarmte einen dürren Steppenbusch; es war das erste Mal, daß sie ohne ihre kühlende Augenmaske von Clarins, Paris, schlafen gegangen war, seit ich sie aus der Nähe kannte. Frauke und Erika ergingen sich kichernd über Jugenderinnerungen mit gutaussehenden feurigen Widdern, hörten sich aber auch schon etwas schläfrig an. Ich stand also durchaus ein wenig schwerfällig auf und begab mich auf die Suche nach einem adäquaten Platz zum Schlafen.

Meine Abenteuer mit Klaus, dem Klassikfan, 2

dieJulia | 1932 days ago | 1 Comment | Link

Getreu meinem Vorhaben, alldienstäglich Teile meines fulminanten, noch nicht fertiggeschriebenen und schon gar nicht veröffentlichten Romans zu publizieren, kann die geneigte Leserschaft bei Interesse heute hier Teil 2 lesen. Ob mit oder ohne Rotwein. Prost! [an den besten aller Sprachpolizisten - you know, who! :) - ergeht an dieser Stelle zur Sicherheit nochmals die dringende Aufforderung, hierbei ausschließlich an Werke von Helga Maria Schneider zu denken und mir deshalb nicht die ... Kollegenschaft ... aufzukündigen. Oder so. ;-))]

Kapitel 1: Klaus und ich in Kasachstan (Teil 2)

He, Uwe!
Klaus rüttelte mich ungeduldig an der Schulter und warf einen gehetzten Seitenblick zur Türe. –schlafen kannste ein andermal! Wir reiten los! Im Fernsehen überschlug sich Kinigardner gerade ziemlich spektakulär und publikumswirksam. Ich seufzte. Das war ich meinem Freund schuldig, daran konnte ich nicht vorbei. Ich warf noch einen letzten Blick auf seinen noblen Fuhrpark und die African Twin, die lässig an der Wand lehnte, neben der Straßenmaschine, dann sperrte Klaus das Garagentor zu, und ich stieg in Ermangelung eines besseren Reittieres auf Horst, meinen Esel. Frauke warf uns einen hochmütigen Blick zu, und dann ritten wir los, 2345,2 Meilen in den bläßlichen Sonnenuntergang.
Wir ritten die Bundesstraße entlang, die sich durch Holzminden schlängelt wie ein verschämter Regenwurm, vorbei an der Tankstelle und den beiden Supermärkten, und kamen recht bald ans Ortsende. Gottseidank hatte Klaus das Problem der Navigation genau durchdacht und ein Arsenal an russischen Generalstabskarten über den nordafrikanischen Raum mitgebracht, die er jetzt aus seiner Satteltasche zog und stirnrunzelnd, aber optimistisch studierte. Wir ritten die ganze Nacht über, und am nächsten Morgen erreichten wir Wolfenbüttel. Horst hatte leichte Andeutungen von gelbem Schaum vor dem Maul und lahmte auf dreien seiner Läufe, aber ich durchschaute ihn, weil ich von früheren Reisen nach Burma oder Schleswig-Holstein wußte, daß er schon bei der geringsten Anstrengung Schwächeanfälle sehr überzeugend simulieren konnte. Aber auch Frauke fuhr sich mit dem Vorderhuf durch das wollige Haupthaar und murmelte etwas von Frühstücken.
Ich sah Klaus an, der zustimmend nickte und mit dem Kopf auf einen McDrive deutete, der sich geradezu anbot. Wir banden also die Tiere vor dem Eingang an und betraten das Lokal, das aus zwei Toiletten bestand. Wir waren etwas verwirrt, weil wir doch geglaubt hatten, hier Hamburger erstehen zu können, aber weil wir eben harte Burschen waren, gingen wir pinkeln und spritzten uns kaltes Wasser in die hohlwangigen, dreitagebärtigen Gesichter. Dabei überraschte uns eine dicke Putzfrau mit Scheuerlappen. Ich warf Klaus kurz einen koordinierenden Blick zu, er nickte, und ich stellte ihr mit einer einmaligen, unglaublich graziösen Bewegung (aus der Hüfte) das Bein. Die dicke Putzfrau verlor daraufhin den Schrubber und das Gleichgewicht, und fiel auf Klaus, was ich nicht bedacht hatte. Ich entschuldigte mich und half ihm auf, der verdutzten Frau warf ich einen, wie mir scheint sehr gelungenen, vorwurfsvollen Blick zu, dann traten wir den Rückzug an, weil wir mit so einem übermächtigen Feind natürlich nicht rechnen konnten. Draußen hatten Horst und Frauke irgendwie zwei Juniortüten organisiert und nippten genüßlich an der erfrischenden Fanta. Ich schob die beiden weinenden Kinder beiseite, die greinend herumstanden (sie hatten wohl ihre Eltern verloren, oder was?), und drängte mich, Klaus hinter mir herziehend, zu den beiden treuen Tieren vor. Wir labten uns an Cheeseburger und Pommes, dann ritten wir weiter, durch den dichten Berufs- und Morgenverkehr.
Horst maulte, Frauke pfiff leise ein Liedchen von Schönberg vor sich hin. So ging’s weiter, wir überfielen in gewohnter Manier ein paar Diskonttankstellen und erbettelten uns hie und da ein, zwei Eisandwiches von freudlosen Hausfrauen oder freigiebigen Angestellten einer Imbißkette. Ich erstand in einem Gemischtwarenladen ein 500er-Päckchen Birkenholzzahnstocher, flach, und war wieder fröhlich gestimmt. Inzwischen suchte wohl ganz Niedersachsen nach uns, aber wir hatten unsere Verfolger längst in alter Manier abgehängt, waren in den Untergrund gegangen, wo wir uns mit den Initiatoren einer baskischen Vendetta anfreundeten und einige feuchtfröhliche Abende gemeinsam verbrachten; außerdem waren wir ja nicht weißgottwie auffällig, und so konnten wir unseren Weg nach Afrika fortsetzen und verließen Deutschland schließlich eines windigen Abends in der Nähe von Wilhelm-Pieck-Stadt in Richtung Polen. Und endlich, nach weiteren zwei Wochen, kamen wir ans Ziel unserer Reise: in die Kasachische Steppe.

Mann, war das eine Steppe!
Sie war... naja, flach. Eine flache Steppe. Ich sah Klaus an und bemerkte, daß er ebenso gerührt war wie ich. Ein urtümlicher Schrei steckte in meiner Kehle fest, aber ich faßte mich so weit wieder und aß meinen angebrochenen Zahnstocher auf. Im Westen versank die Sonne wie ein mißlungenes Spiegelei, und einige Schäfchenwolken tummelten sich am Himmel. Ich sah verstohlen zu Frauke hinüber und bemerkte, daß eine kleine Träne der Rührung in ihrem linken Auge glitzerte. Eine einsame Trappe säumte den Weg und sah etwas zerrupft aus. Der erste Stern (es war wohl Erich) schimmerte tief im Westen.
Ich nickte Klaus zu, und wir stiegen von unseren wackeren Reittieren. Die Heidschnucke setzte sich auf den Boden und machte sich zur Feier des Tages ein nicht mehr ganz kaltes Bier auf, Horst hingegen half uns beim Feuerholzsammeln und Zeltaufstellen. Als wir unser Lager aufgeschlagen hatten, war es schon richtig dunkel. Wir wärmten uns über dem kleinen Feuer, dessen tröstliches Glutnest weit in die kasachische Nacht strahlte (naja) eine Dose Bohnengulasch und aßen dazu Knäckebrot mit Sesam. Erschöpft und satt wollten wir gerade in unsere Schlafsäcke kriechen, als uns ein leises schleifendes Geräusch aufhorchen ließ. Es kam aus östlicher Richtung, etwa dort, wo das Sternbild des Orion langsam über den Horizont stieg, und mischte sich mit einem leisen und vorwurfsvollen Schnüffeln und Hüsteln und Wimmern. Ich sah die Augen von Klaus abenteuerlustig aufblitzen und folgte seinen Blicken. Ich dachte an ein Gürteltier, das hier in der Steppe Schnecken und Würmer suchte, oder eventuell an einen Ameisenbär, der sich ebenfalls auf Nahrungssuche befand, ja vielleicht noch an einen hungrigen Tapir, der sich an unseren Speiseresten labte... aber wie sich zeigen sollte – weit gefehlt.

Meine Kiefer klappten langsam herunter, und ich bemerkte, daß Klaus ebenfalls staunte, als er die beiden Gestalten sah, die sich langsam unserem Lagerplatz näherten, humpelnd und erschöpft. Sie waren beide blond und attraktiv, obwohl von einem mutmaßlichen Fußmarsch, der bestimmt den einen oder anderen Tag in Anspruch genommen haben mochte, etwas mitgenommen - und eine von ihnen sang klagend (aber wohltönend) Papa can you hear me. Klaus, der die besseren Manieren von uns beiden hatte, immer schon, stand auf, breitete die Hände in einer altmodischen Geste der Höflichkeit ihre Richtung aus und drohte völlig zu verfallen, als sie sich im warmen Schein des Feuers als zwei amerikanische Damen anscheinend nicht ganz unbekannter Provenienz herausstellten. Ich verstand die ganze Aufregung und die Welt nicht mehr, als Frauke schlotternd vor Ehrfurcht auf die größere der beiden zustakste und sie sogleich um ein Autogramm fragte. Diese lächelte wohlwollend, zückte einen blaßblauen Fineliner und schmetterte lauthals I am a woman in love in die unschuldige Steppennacht. Ich verbrannte mir die Finger am Rest meines Bohnengulaschs, so sehr fuhr mir der Schreck in die Glieder, aber Frauke benahm sich ganz seltsam; sie herzte und küßte die große Blonde, tappte dann erschrocken über sich selbst zurück und riß mit dem linken Hinterhuf unser Zelt ein. Eine peinliche Stille entstand, und die zweite Dame verteilte daraufhin Flugblätter für eine Wohltätigkeitsveranstaltung in Ohio zugunsten einer kleinen radikalen Frauengruppe, die gegen Zigarettenanzünder und Dampfbügeleisen demonstrierte. Horst hob den Kopf und spitzte ein Ohr, Klaus kniff mich ziemlich unsanft in die Seite und bedeutete mir mit steinerner Miene, die Decke herzugeben, auf der ich saß. Ich öffnete den Mund zum berechtigten Protest, aber Frauke, die sich inzwischen wieder aus ihrer etwas indisponierten Lage befreit hatte, raunte mir zu, daß es sich bei unserem Besuch um die Frau des amerikanischen Präsidenten, Hillary, und die Sängerin und Schauspielerin Barbra Streisand handelte. Ja, das war natürlich etwas ganz anderes, nicht wahr? Mir gefiel die Sache zwar noch immer nicht besonders, aber ich schluckte meinen Ärger und das letzte Viertel meines Zahnstochers hinunter, brachte ein charmantes Lächeln zustande und rückte, damit das Weibsvolk neben mir Platz nehmen konnte.

Meine Abenteuer mit Klaus, dem Klassikfan, 1

dieJulia | 1939 days ago | 7 Comments | Link

Liebe Leser!

Ich habe beschlossen, Euch an meinem reichhaltigen Wahnsinn teilhaben zu lassen und an dieser Stelle so ca. jeden Dienstag (kann aber auch einmal einen Tag früher oder später sein) einen Teil meines irgendwann um 1998 begonnenen und selbstverständlich nie fertiggestellten Romans zu publizieren.

Kapitel 1: Klaus und ich in Kasachstan (Teil 1)

Er kramte gern sein Lieblingsthema vor Leuten aus, die dafür keine Antenne hatten. Armer Klaus. Mißmutig schlürfte er von dem warmen Malzbier und sattelte Frauke, die bräunlich gescheckte Heidschnucke, dann wandte er sich trotzig zu mir um und brummelte im mittleren Falsett –Kommste mit nach Afrika, hä? Ich zögerte nur kurz, weil Donnerstag und außerdem Jänner und nichts im Fernsehen war, und die Zeitung von vor einer Woche kannte ich auch schon auswendig (bis auf den Wirtschaftsteil, ich hatte nämlich nichts über für diese verluderten Säcke), biß ein wenig auf meinem Zahnstocher (flach, aus Birkenholz) herum, und sagte dann lässig – Is doch klar, Mann, Klaus – ey. Wollte schon immer mal rüber in den Westen. Er sah mich mit tiefliegenden bräunlichen Augen unter buschigen Brauen an. –Super, strömte der Gefühlsausbruch aus ihm heraus. Als er sich wieder gefaßt hatte, kratzte er sich den drahtigen Bart und dachte kurz nach. –Brauchste `n Pferd so wie meins, knurrte er. Wir standen in seiner Garage, das heißt, eigentlich stand nur er so rum und war eben damit beschäftigt, Frauke reisefertig zu machen. Ich saß auf der Motorhaube seines mitternachtsblauen Mercedes und hatte den Zahnstocher schon zur Hälfte aufgegessen. Ich kaute zur Abwechslung auf meinen Fingernägeln rum. Klaus hatte Stil, das mußte man ihm lassen. Neben dem Mercedes (für den Winter) stand ein BMW-Cabrio so ganz in verspieltem Rot (für den Sommer und zum Frauenbeeindrucken) und hinten in der Garage stand noch ein Glanzstück der modernen Technologie: ein Toyota Grand Cruiser, so was von einem schönen Geländewagen, ich sabberte immer wenn ich ihn sah, in einem eleganten Jagdgrün gehalten, mit Klimaanlage, Differentialgetriebesperrenautomatik, beheizbaren Sitzen und eingebautem GPS: vom Feinsten. So ganz nebenbei hatte dieser Traum jedes Wüstenfahrers eine HiFi-Anlage eingebaut, bei dem selbst mein tauber Großvater mit den Ohren geschlackert hätte. Klaus war nämlich nicht nur passionierter Autofreund, sondern außerdem eingefleischter Klassikfan. Er konnte stundenlang vor dem Kamin liegen, mit vor Entspannung eingefallenen Wangen, einem Whiskytumbler (Dimple oder so was in die Richtung) in der rechten Hand und einer Partitur in der linken, und aus seiner Anlage (B&O) tönte Marilyn Manson, Rammstein, Korn oder Napalm Death. Ein laues Lüftchen bewegte dazu sanft die Gardinen, und Klaus glitt langsam in eine nicht sehr tiefe Trance, in eine Mischung aus leichtem Schlummer und heiterem Tagtraum hinüber. Er war ein sensibler Mann! Frauke schaute gelangweilt auf ihre gespaltenen Hufe und gähnte meckernd. Das merkte natürlich keiner von uns, weil auf dem Sony-Großbildfernseher (Ultra-Flatscreen, was sonst) neben der Werkzeugwand gerade eine Übertragung der Paris-Dakar lief. Jutta Kleinschmidt quälte sich in ihrem Boliden eine ziemlich sandige Düne hoch und sah dabei hinreißend aus. Klaus blinzelte mir komplizenhaft zu und sagte, wobei er ziemlich cool wirkte, aus dem rechten Mundwinkel –Afrika, Mann! Jou, super Mann, entfuhr es mir hingerissen. Aber Mann, ey, wir haben noch immer kein Pferd für mich.

Die Heidschnucke warf mir einen verächtlichen Blick zu. Sie hatte mir den kleinen Streit wegen ihrer Schwester noch immer nicht verziehen, das nachtragende Tier. Ich meine, gut, ich hatte ihr meinen kaputten Golf GTI verkauft, das war nicht gerade fein von mir, wo ich doch Klaus so gut kannte, aber bitte, selber schuld, das dumme Vieh. Wo es doch noch nicht einmal autofahren kann! Ich muß heute noch grinsen über diesen Dumme-Jungen-Streich. Mensch, war das ein Theater! Der abgetakelte Golf, der wütende Bauer, die Schwester, die sich fürchterlich schämte. Heute steht er hinter dem Stall, und auf seinen Sitzen (wo ich immerhin einmal eine heftige Liebesnacht mit Sassy, einer ambitionierten Vollblutblondine, verbracht habe...) wächst das Moos. Hie und da kackt eine Taube auf’s Dach.

Mensch, mein Golf GTI... Sportauspuff, Breitreifen, Sonntage lang geschraubt, ach, das waren Zeiten. Ich habe ihn geliebt. Und dann erst Sassy. Sie war 24, ich war gerade 18 geworden. Wir hatten uns in der Bahnhofsrestauration kennengelernt, als ich gerade vom Fitneßstudio kam. Ihre Freundin, eine gutgebaute Dunkle mit wunderschönen Mandelaugen, hatte mein Angebot abgelehnt, mal etwas Neues auszuprobieren. Klaus war auch dabei, damals. Mein allerbester Freund Klaus... ein Beau, ein Frauenheld, ein Traum von einem Mann. Die Dunkle hatte sich beleidigt ab- und Klaus zugewandt, und die aufdringliche Blonde erläuterte mir gerade, daß ich vierzehn Tage Urlaub benötigen würde nach einer Nacht mit ihr, als mir die gute Idee schoß, doch rauszufahren zum Schotterteich... Klaus und die Dunkle (sie hatte übrigens ein etwas breites Gesicht, wie mir mit der Zeit auffiel, und eine zu dicke Nase), zögerten zuerst, sagten aber dann, daß sie mitfahren wollten. Wir bezahlten also schnellstens unsere Bacardi-Colas (so zirka 50 an der Zahl), denn mir sauste das Blut in den Ohren angesichts der kommenden Ereignisse, und dann setzten wir uns in meinen Wagen (mein ganzer Stolz, meine ganze Liebe würden immer ihm gehören, er würde jede Frau mit links ausstechen), und ich fuhr los. Die häßliche Dicke und Klaus vereinnahmten den Rücksitz, und Sassy schlug auf dem Beifahrersitz ostentativ die endlos langen Beine übereinander, und ließ unter ihrem superkurzen Minirock so einiges ahnen... Ihre Brust hob und senkte sich unter dem transparenten, bauchfreien Top, das ihre herrlich geformten und honigbraunen Glieder verlockend zur Schau stellte, ihr weizenfarbenes Haar schimmerte wie von Goldfäden durchzogen und wehte im Fahrtwind, und ihre Lippen, die feucht und rosig glänzten wie die Blütenblätter einer taunassen Rose im Juni, waren ein wenig geöffnet, die blauen Augen mit den unglaublich langen Seidenfäden ihrer Wimpern halb geschlossen. Ihre schmalen Hände klopften im Takt der Musik auf dem Armaturenbrett. Ich stand zu dieser Zeit auf härtere Sachen, Roy Black, Peter Cornelius, STS und so, scheute mich aber nicht, den Lautstärkenregler bis auf Anschlag aufzudrehen. Mein Auto – meine Musik. Zu meiner tiefen Befriedigung teilte Sassy meinen Geschmack. Ich wäre aus Begeisterung fast in den Graben gefahren. Hinten knutschten Klaus und die häßliche Pflanze heftigst, und waren kaum noch voneinander zu unterscheiden. Klaus war mein bester Freund. –Mach mir ja keine Flecken, okay, knurrte ich (was meinen Golf anging, war ich penibel und sehr empfindlich). Sassy kicherte melodiös. Wir fuhren auf der Landstraße dahin, der Mond schüttete seine blaue Milch über das Land, das friedlich in der Frühsommernacht schlief, hie und da rumpelten wir über einen vom Schicksal benachteiligten Feldhasen, oder wir tranken abwechselnd aus einer Flasche Malibu und summten hemmungslos mit der Musik. Mann, waren wir jung! Die Fahrt hätte ewig dauern können. Dann kam der See in Sicht, und wir zerstreuten uns unauffällig, Klaus mit dem mausbraunen Monster, ich mit der unfaßbaren Schönheit. Klaus hatte schon, ich nicht, und das machte mich zugegebenermaßen etwas nervös. Aber ich war zuversichtlich – Sassy würde schon wissen, was sie tat. Oh, und sie wußte...! Anschließend schob sie sich einen Kaugummi in den Mund und fragte nuschelnd –Wieheißt’nduüberhaupt?